Vorolympisches Qualifikationsturnier:2. November 2007

DBB-Präsidium muss von Bewerbung absehen

Der Deutsche Basketball Bund (DBB) wird sich nicht um die Ausrichtung des vorolympischen Qualifikationsturnieres der Herren vom 14.-20. Juli 2008 bewerben. Das hat das DBB-Präsidium in einer Sitzung in Berlin beschlossen.

Vorausgegangen waren intensivste Recherchen und Prüfungen seitens des DBB-Sportdirektors Wolfgang Brenscheidt (Foto links) und des Geschäftsführers der DBB-Marketingagentur BWA, Jochen Sandkühler (Foto rechts). Letztlich blieb der Geschäftsführung des DBB keine andere Wahl, als dem DBB-Präsidium zu empfehlen, sich nicht für die Ausrichtung des Qualifikationsturnieres zu bewerben. Im Rahmen der Präsidiumssitzung hatte sich das DBB-Präsidium ausführlich Zeit genommen, um über die Ergebnisse der Präsentation zu diskutieren und dann die obige Entscheidung zu treffen.

In einer umfangreichen Dokumentation wurden binnen kürzester Zeit alle für eine Bewerbung relevanten Voraussetzungen gesammelt und detailliert analysiert. Dabei diente die 250 Seiten starke Ausschreibung des Basketball-Weltverbandes FIBA als Grundlage. Trotz der zugesagten Unterstützung und Hilfen durch die FIBA hinsichtlich des kurzen Vorlaufes von nur etwas mehr als einem halben Jahr (üblich sind bei Europa- und Weltmeisterschaften vier Jahre Vorlauf für den Ausrichter) sah sich das DBB-Präsidium letztlich nicht in der Lage, für eine Bewerbung zu votieren.

Neben der Garantiesumme von 3 Mio. € ergab die Finanzkalkulation weitere zu erwartende Kosten von 1,5 – 2 Mio. € (Unterbringung, Transport und Ver-pflegung der 12 Teams; Unterbringung, Transport und Verpflegung von 16 Schiedsrichtern und vier technischen Kommissaren; Durchführung der Spiele mit benötigtem Personal; Kosten der TV-Rechte in Deutschland etc.). Im Zuge der Recherche wurden zahlreiche Gespräche mit den möglichen Ausrichterstädten und den dortigen Hallenbetreibern geführt.

Darüber hinaus gab es ein persönliches Treffen zwischen DBB-Sportdirektor Brenscheidt und FIBA-Generalsekretär Patrick Baumann in Genf sowie ein Gespräch mit dem DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund). Schließlich wurden noch TV-Anstalten in Deutschland besucht, um dort über die Produktion der Spiele und die für den Deutschen Basketball Bund entstehenden Kosten für die Übertragungsrechte zu sprechen.

Hier einige grundsätzliche Inhalte der FIBA-Ausschreibung bezogen auf eine deutsche Bewerbung:

Kosten
– Antrittsprämie für Bewerbung = 0,02 Mio. €
– Garantiesumme für Werberechte = 3 Mio. €
– Kosten für die Durchführung des Turnieres = 1,5 – 2 Mio. €

Mögliche Einnahmen
– Ticketing
– Sponsoring unter Beachtung der FIBA-Partner

Zeitlicher Rahmen
– Bewerbungsfrist bei der FIBA: 31. Oktober 2007
– Entscheidung: FIBA-Meeting am 8./9. Dezember 2007 in Chicago

„Das war ein Riesenprogramm für die Herren Brenscheidt, Sandkühler und die gesamte Bundesgeschäftsstelle. Wir wollten aber unbedingt sicher sein, dem Präsidium eine ausgewogene Beschlussvorlage zu präsentieren, um dann guten Gewissens eine Entscheidung treffen zu können. Denn wir als DBB-Präsidium haben natürlich eine große Verpflichtung unseren Mitgliedern gegenüber. Leider mussten wir am Ende einer langen Diskussion erkennen, dass das finanzielle und organisatorische Risiko einfach zu groß ist. Mit einer Bewerbung und der dann eventuell folgenden Ausrichtung des Turnieres hätten wir den Deutschen Basketball Bund im schlechten Falle eine so große finanzielle Bürde aufgetragen, dass alle sportfachlichen Gesichtspunkte ggf. dahinter hätten zurückstecken müssen. Wir werden jetzt genau prüfen, für welches EM- oder WM-Turnier wir uns in der Zukunft bewerben werden. In den kommenden Wochen und Monaten werden wir alles dafür tun, unserer Herren-Nationalmannschaft die besten Möglichkeiten zu bereiten, sich beim vorolympischen Qualifikationsturnier für die Spiele in Peking zu qualifizieren, unabhängig davon, wo dieses Turnier stattfinden wird“, stellt DBB-Präsident Ingo Weiss (Foto) fest.

Denn diese Mannschaft habe es verdient an den Olympischen Spielen in Peking teilzunehmen. „Das ist ein gigantisches Ziel“, so der Verbandschef abschließend, „und genau darauf konzentriert sich jetzt unsere Arbeit.“

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