Unerwarteter Overtime-Thriller beim EM-Auftakt3. September 2007

Dirk Nowitzki überragt beim 83:78 gegen Tschechien mit 35 Punkten und 11 Rebounds

Die deutsche Nationalmannschaft der Herren ist mit einem Sieg in die Europameisterschaft in Spanien gestartet. Zum Auftakt der Vorrundengruppe C gewann das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann in Palma de Mallorca gegen die Tschechische Republik nach Verlängerung mit 83:78 (12:14, 13:17, 21:13, 28:30, 9:4). Die tschechische Mannschaft, der im Vorfeld die Außenseiterrolle zugewiesen wurde, spielte befreit auf und erwies sich als ebenbürtiger Gegner. 

Nachdem die DBB-Auswahl nach knapp zwei Minuten mit 0:5 in Rückstand geraten war, fand die Mannschaft über gute Aktionen in der Verteidigung ins Spiel. Ademola Okulaja erzielte den ersten Treffer für das deutsche Team (2:5, 3. Min.), das durch weitere Punkte von Dirk Nowitzki (Foto rechts) und Demond Greene in der 4. Spielminute mit 6:5 erstmals in Führung ging. Die Deutschen wirkten jedoch nervös und hatten Probleme, ihren Rhythmus zu finden. Nach einem unsportlichen Foul von Greene an Jiri Welsch erhöhte der ehemalige NBA-Spieler mit einem erfolgreichen Freiwurf auf 12:8 für die Tschechische Republik (7.Min). Pascal Roller sowie Dirk Nowitzki mit zwei Freiwürfen glichen zum 12:12 aus (8. Min.). Nach einem weiteren Korberfolg von Welsch ging es mit 14:12 in die Viertelpause.

Vor der Partie hatte Headcoach Dirk Bauermann eine abgeklärte und mannschaftliche Leistung gefordert. Jedoch war es erneut Dirk Nowitzki, der die Verantwortung übernahm und jeweils für das 14:14 (11. Min.) sowie mit seinem 10. Punkt für das 16:19 (12. Min.) sorgte. Ein Dreier von Okulaja zum 19:22 hielt die Deutschen im Spiel. Lubos Barton stellte im Gegenzug ebenfalls mit einem Dreipunktwurf die Sechs-Punkte-Führung wieder her (25:19, 14. Min.). Das DBB-Team wirkte unkonzentriert und ließ im Angriff Spielkombinationen vermissen. Zwar konnte Deutschland durch Nowitzki und Mithat Demirel auf zwei Punkte verkürzen (25:27, 18. Min.), doch das tschechische Team hatte erneut eine Antwort parat und erzielte vier Punkte in Folge zum 31:25. Die Mannschaft von Zdenek Hummel war wacher und konnte sich neben den beiden Leistungsträgern Welsch und Barton auch auf die Spieler aus der zweiten Reihe verlassen. Deutschland entschied die Reboundstatistik mit 19:14 für sich, traf allerdings in der Offensive zu selten Würfe unter dem Korb.

Dirk Nowitzki nahm nach der Pause das Heft in die Hand und erzielte vier Punkte in Folge zum zwischenzeitlichen 29:31 (23. Min.). Jedoch wirkte sein Team in der Folge zu verkrampft und geriet nach einem weiteren Korb von Barton mit acht Punkten in Rückstand (32:40, 26. Min.). Ein Korbleger von Johannes Herber zum 34:40 stoppte den tschechischen Lauf. Nach zwei zerfahrenen Minuten erzielten Nowitzki und Demirel jeweils einen Dreier und verkürzten den Rückstand auf 42:43 (29. Min.). Ein weiterer Korbleger von Herber sowie zwei erfolgreiche Freiwürfe von Nowitzki, der von den Tschechen hart verteidigt wurde, drehten wenige Sekunden vor Ende des 3. Viertels das Ergebnis zu Gunsten der deutschen Mannschaft. Das 46:44 bedeutete gleichzeitig die zweite Führung Deutschlands in der Partie. Dirk Nowitzki erwies sich dabei als Mittelpunkt des deutschen Spiels und verbuchte nach 30 Minuten bereits 23 Punkte und acht Rebounds.

Die Truppe von Dirk Bauermann gewann das 3. Viertel mit 21:13 und schien nun im Spiel angekommen zu sein. Im Schlussviertel entwickelte sich eine packende Partie, in der sich beide Mannschaften nichts schenkten. Ein Dreier von Jiri Welsch in der 32. Spielminute brachte die Tschechen mit 49:48 in Führung, doch Nowitzki traf auf der Gegenseite ebenfalls einen Dreier zum 51:49. Ein Drei-Punkt-Spiel von Demirel (Foto), der in der zweiten Hälfte stark aufspielte, baute die Führung des deutschen Teams auf fünf Punkte (59:54, 34. Min.) aus. Jan-Hendrik Jagla ließ mit einem Dreier den Vorsprung weiter wachsen (65:59, 36. Min.). Unkonzentriertheiten der deutschen Mannschaft sowie ein Dreier des starken Jiri Welsch zum 66:68 (39. Min.) verwandelten das Spiel in eine Zitterpartie. Nowitzki und der Tscheche Jakub Houska bewiesen Nervenstärke und trafen ihre Freiwürfe zum 68:70 (39. Min.) sowie jeweils weitere Würfe zum 70:72 (40. Min.). Nach einem Freiwurf von Demirel zum 73:70 verkürzte Welsch mit seinem 22. Punkt 20 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit auf 72:73. Mithat Demirel konnte auf der anderen Seite erneut nur einen Freiwurf verwandeln. Ladislav Sokolovsky warf das tschechische Team sechs Sekunden vor Schluss mit zwei erfolgreichen Freiwürfen in die Verlängerung.

Die Wichtigkeit eines Auftaktsieges war in der Overtime beiden Teams anzusehen, die Anspannung war zu spüren. Nach eineinhalb Minuten glich Nowitzki zum 76:76 aus. Es dauerte weitere zweieinhalb Minuten, ehe Demirel mit einem Freiwurf die nächsten Punkte erzielte (77:76, 44. Min.). Ademola Okulaja sicherte sich nach dem zweiten vergebenen Freiwurf Demirels den Offensivrebound, Dirk Nowitzki traf 49 Sekunden vor Schluss zum vorentscheidenden 79:78. Zwar konnte Houska, der an Stelle des ausgefoulten Welsch die Verantwortung übernahm, mit einem Dunk zum 78:79 verkürzen, doch zwei weitere Freiwürfe von Demirel zum 81:78 sowie Demond Greenes Dunking 13 Sekunden vor Ende der Partie stellten den 83:78-Endstand her.

Insgesamt war Deutschland im Rebound mit 44:33 überlegen und bewies am Ende Siegeswillen. Es zeigte sich, dass mehrere Schlüsselfiguren neben Dirk Nowitzki nötig sind, um bei der EM erfolgreich zu sein.
„Das Wichtigste für den weiteren Verlauf ist es, dass die anderen Spieler die Lücken besser nutzen, die durch den Einsatz von Dirk Nowitzki entstehen. Das hat lange Zeit nicht funktioniert, Demirel und Okulaja zeigten sich schließlich bereit und gaben ihr Bestes“, so Bundestrainer Dirk Bauermann nach der Partie.

Die DBB-Auswahl muss sich jedoch steigern, um auch gegen die nächsten Gruppengegner bestehen zu können. In der morgigen Partie trifft Deutschland um 20.30 Uhr auf die Türkei.

Für Deutschland spielten:
Mithat Demirel (ohne Verein, 18), Patrick Femerling (ALBA Berlin, 2), Robert Garrett (Brose Baskets), Demond Greene (Brose Baskets, 4), Guido Grünheid (dnp, Hanzevast Capitals Groningen/Niederlande), Steffen Hamann (Brose Baskets), Johannes Herber (ALBA Berlin, 4), Jan-Hendrik Jagla (Joventut Badalona/Spanien, 5), Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks, 35 / 11 Rebounds), Ademola Okulaja (Brose Baskets, 13), Pascal Roller (Deutsche Bank Skyliners), Stephen Arigbabu (dnp, Olimpia Larissa/Griechenland).

Vorrundenspiele Deutschland:
Dienstag, 4. September 2007, 20.30 h: Deutschland – Türkei (live im DSF)
Mittwoch, 5. September 2007, 18.00 h: Litauen – Deutschland (live im DSF)


Alle weiteren Informationen zur Europameisterschaft finden Sie auf der offiziellen Homepage www.eurobasket2007.org.


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