Teamporträt: Herren-A-Nationalmannschaft 20061. August 2006

Die Rollen sind verteilt
Basketball ist ein Teamsport“, jeder jemals aktive Basketballspieler wird diesen Satz schon einmal von seinem Trainer oder einem Mitspieler gehört haben. Kein Spieler kann ein Spiel alleine gewinnen, und doch machen die individuellen Fähigkeiten des Einzelnen den Unterschied aus. Spielwitz, überragende Athletik, Kreativität, Siegeswille und Selbstvertrauen sind positionsunabhängig und definieren einen Spieler abseits der Größenunterschiede.

Es gibt klare Rollen in jeder Mannschaft, die sich aus den Fähigkeiten der Spieler, ihren körperlichen Vorraussetzungen und der Einschätzung des Trainerstabs ergeben. Das Publikum liebt die kleinen Unterschiede, spätestens dann, wenn einige Spieler scheinbar die Regeln der Schwerkraft außer Kraft setzen und den Ball über einen verdutzten Verteidiger hinweg in den Korb „stopfen“. Auch in der deutschen Nationalmannschaft versteht jeder Spieler dem Spiel seine persönliche Signatur zu verpassen. Im Folgenden können Sie sich ein Bild über die individuellen Fähigkeiten der einzelnen Akteure und ihre Rolle in der Nationalmannschaft machen.

Mithat Demirel
Mit seiner geringen Körpergröße ist Mithat Demirel nicht gerade der Prototyp eines Basketballspielers. Den Mangel an Zentimetern gleicht er jedoch mit seinem unbändigen Siegeswillen und seiner unglaublichen Schnelligkeit aus. Mithat definiert das Wort „Schnelligkeit“ neu. Mit seinem ersten Schritt bringt er jeden Verteidiger zur Verzweiflung. Demirel verfügt zusätzlich über die nötige Spielübersicht und versteht es seine Mitspieler durch seine uneigennützige Spielweise in Szene zu setzen.

Pascal Roller
Der „Basketball-Professor“ Pascal Roller
ist der ruhende Pol der deutschen Nationalmannschaft. In entscheidenden Situationen behält er einen klaren Kopf und sorgt von der Aufbauposition für die nötigen Impulse. Auch Rollers Spiel lebt von einer außergewöhnlichen Geschwindigkeit, die es ihm ermöglicht freie Würfe für sich und seine Mitspieler zu kreieren. Von der Dreierlinie ist er äußerst treffsicher und übernimmt, wenn es nötig ist, die Verantwortung. In der Verteidigung spielt Roller die ganze Erfahrung von 71 Länderspielen aus.

Steffen Hamann
Steffen Hamann hat seine Lehrjahre in der Nationalmannschaft bravourös gemeistert. Das Nachwuchstalent hat sich zu einem festen Bestandteil der Mannschaft entwickelt und strotzt vor Selbstbewusstsein. Hamann hat das Spiel verstanden, verfügt über eine grandiose Spielübersicht, trifft gute Entscheidungen und ist auf dem Weg zum Korb nur schwer zu stoppen. In der Verteidigung zeigt er immer vollen Einsatz. Hamann verblüfft durch seine Abgeklärtheit und könnte zu einem Führungsspieler in der DBB-Auswahl reifen.

Johannes Herber
Eine gute Spielübersicht und eine schnelle Auffassungsgabe gehören zu seinen Stärken auf dem Spielfeld. Für einen Guard ist „Joe“ relativ groß, verfügt aber dennoch über eine hervorragende Ballbehandlung. Zudem besitzt er, wie man so schön sagt, ein lockeres „Händchen“ aus dem Feld. Herber gehört zu den wenigen deutschen Spielern die es geschafft haben sich in der amerikanischen NCAA durchzusetzen und ist mit 22 Spielen im Nationaldress erst am Anfang seiner Nationalmannschafts-Karriere.

Demond Greene
Demond Greene ist einer der spektakulärsten Spieler im Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft. Greene lebt das Spiel und macht aus jeder seiner Bewegungen einen Genuss für die Zuschauer. Bei seinen Würfen springt er höher als jeder andere auf dem Spielfeld, und sobald er seine 185 cm zum Dunking hochschraubt, stockt den Zuschauern der Atem. Seine spektakulären Aktionen reißen das Publikum mit und geben ihm und seiner Mannschaft zusätzlichen Auftrieb. In der Verteidigung lebt Greene von seiner überragenden Athletik und ist dementsprechend ein Alptraum für weniger bewegliche Gegenspieler.

Robert Garrett
Das Kraftpaket Robert Garrett vereint Power und Sprunggewalt zu einem enormen Punktepotential. Garrett gehört zu den Spielern, die sich Wurfchancen selber kreieren können. Mit seinem sicheren Ballhandling kann er seinen Gegenspieler überwinden und dank seiner Athletik auch unter Bedrängnis abschließen. In der Verteidigung ist Garrett ein physischer Gegenspieler, der auch mit größeren gegnerischen Guards zurecht kommt.

Patrick Femerling
Patrick Femerling ist das Bilderbuchbeispiel eines Centers. Mit seiner beachtlichen Größe dominiert er die Bretter im Angriff und insbesondere in der Verteidigung. Mehr als einmal überlegen es sich die gegnerischen Spieler, ob es die richtige Entscheidung ist zum Korb zu ziehen, solange Femerling auf dem Feld steht. Im Angriff verlässt er sich auf sein gutes Spiel mit dem Rücken zum Brett und ein Repertoire an Hakenwürfen in der Zone. 159 Mal „säuberte“ Femerling bereits die deutschen Bretter und ist damit der erfahrenste Nationalspieler in der deutschen Auswahl.

Robert Maras
Robert Maras ist ein typischer Brett-Center. Seine Bewegungen sind schnörkellos, aber kraftvoll. Seine Verteidigung ist unspektakulär, aber äußerst effektiv. Maras ist ein Arbeiter und daher ein sehr wichtiger Part in der deutschen Nationalmannschaft. Er holt Rebounds und macht den gegnerischen Centern und Forwards das Leben schwer. Trotz einer schweren Verletzung (Kreuzbandriss) schaffte er das Comeback in die deutsche Auswahl und bewies dort jedes Mal aufs Neue seine Konstanz.

Guido Grünheid
Guido Grünheid ist aufgrund seiner Vielseitigkeit auf der Forward und der Center-Position einsetzbar. Schon in der U18 sammelte er erste Erfolge in der deutschen Nationalmannschaft und steht nun vor dem Sprung in die A-Nationalmannschaft-Herren. Grünheid ist dank seiner Variabilität nur schwer für den Gegner auszurechnen und kann sich auch in der Verteidigung behaupten. Grünheid ist ein heißer Kandidat auf einen festen Platz im Kader der Nationalmannschaft.

Jan-Hendrik Jagla
Jan Hendrik Jagla ist der Prototyp des modernen Forwards. Groß, sehr beweglich und mit einer guten Technik ausgestattet. Das sind die Attribute, die den 213 cm großen Nationalspieler auszeichnen. Jagla besitzt ein enormes Ballgefühl, und sein Mitteldistanzwurf ist eine gefährliche Waffe. Jagla hat in seiner Basketballkarriere schon eine Menge internationale Erfahrung gesammelt, welche ihm auch in der Nationalmannschaft von großem Nutzen ist. Die Vorbereitung auf die WM 2006 in Japan ist seine zweite Chance auf eine Teilnahme an einem großen Turnier im deutschen Nationaltrikot.

Dirk Nowitzki
Dirk Nowitzki ist das „Aushängeschild“ des deutschen Basketballs. Niemals zuvor gab es einen deutschen Spieler, der über seine basketballerische-Dominanz verfügt. In der Offensive kann Nowitzki auf ein gewaltiges Arsenal zurückgreifen, das es beinahe unmöglich macht ihn zu verteidigen. Er kann werfen, besitzt einen unerbittlichen Zug zum Korb, trifft jenseits der Dreierlinie und ist sicher an der Freiwurflinie. In der deutschen Nationalmannschaft ist er unbestritten der „Go-to-Guy“. Seine enorme Wichtigkeit für das DBB-Team liegt aber auch jenseits seiner individuellen Fähigkeiten, denn er macht seine Mitspieler stark und gibt ihnen Selbstvertrauen. In der Verteidigung profitiert Nowitzki besonders von seiner Körpergröße, gepaart mit seiner Beweglichkeit. Kurzum, der Würzburger zählt zu einem der besten Spieler in der stärksten Liga der Welt (NBA) und ist das Herzstück der deutschen Auswahl.

Julian Sensley
Julian Sensley ist ein absoluter Allrounder. Bei seiner Körpergröße von 205 cm ist er nicht nur ein guter Rebounder, sondern verfügt auch über einen soliden Wurf. Dank seiner Spielübersicht versteht er es seine Mitspieler in Szene zu setzen und kann sich beim Zug zum Korb auf seine grandiose Athletik verlassen. Auf dem Spielfeld gehört er eher zu den ruhigen Akteuren, die ohne viele Worte und das Bedürfnis im Mittelpunkt zu stehen ihr Team zum Sieg führen können. Der junge Sensley steht noch am Anfang seiner Karriere in der deutschen Nationalmannschaft und ist hoch motiviert sich auf internationaler Ebene zu messen.

Ademola Okulaja
Ademola Okulaja wird von Freunden und Gegnern ehrfurchtsvoll „Warrior“ genannt. Diesen Namen hat sich Okulaja durch seinen aufopferungsvollen Einsatz unter den eigenen und den gegnerischen Brettern verdient, denn er verrichtet die „Drecksarbeit“, und das mit voller Hingabe. Ademola Okulaja ist jedoch auch in der Offensive eine Bank. Er verfügt über eine gute Fußarbeit und weiß seinen Körper in der gegnerischen Zone einzusetzen. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten und seine langjährige internationale Erfahrung machen ihn zu einem der unverzichtbaren Führungsspieler in der deutschen Nationalmannschaft.

Sven Schultze
Sven Schultze ist der wichtige Mann im Hintergrund. Selten drängt er sich in den Vordergrund, und wenn, dann nur durch seine außergewöhnlichen Leistungen. Still und leise verrichtet er seine Aufgaben auf dem Spielfeld und setzt Akzente im Angriff und in der Verteidigung. Der für seine Größe enorm wurfstarke Franke kann auf eine erfolgreiche Nationalmannschafts-Karriere zurückblicken und gehörte 2005 zu den Gewinnern der Silbermedaille, bei der EM in Serbien und Montenegro.


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