Pesic-Team schlägt auch Portugal27. Juli 2012

Die deutsche Herren-Nationalmannschaft bleibt in diesem Sommer ungeschlagen. Das zweite Testspiel unter dem neuen Bundestrainer Svetislav Pesic wurde beim Turnier im österreichischen Oberwart gegen Portugal nach hartem Kampf mit 79:77 (22:13, 16:20, 20:26, 21:18) gewonnen. Heiko Schaffartzik (17 Punkte) punktete auf deutscher Seite am besten. Morgen geht es für das DBB-Team mit der Partie gegen Gastgeber Österreich weiter. Den hatte man vor zwei Tagen in Klosterneuburg deutlich mit 68:40 in die Schranken verwiesen.

Pesic schickte mit Heiko Schaffartzik, Karsten Tadda, Robin Benzing, Jan-Hendrik Jagla und Tibor Pleiß (Foto) eine im Gegensatz zum Österreich-Spiel veränderte Erste Fünf aufs Feld. Und die schlug sich gleich bestens. Pleiß und Jagla brachten Deutschland schnell mit 6:2 in Führung (3. Min.). Ein Korbleger von Schaffartzik und vier weitere Jagla-Punkte nach Steal von Tadda schraubten den Score auf 12:4, dann nach einem Schaffartzik-3er sogar auf 15:4 (6. Min.). Die überfordert wirkenden Potugiesen flüchteten sich in eine Auszeit. Doch Deutschland blieb dominant und kam durch Pleiß und Tadda zu weiteren Punkten und nach acht Minuten zur 22:7-Führung, die Portugal bis zum Viertelende durch zwei 3er noch etwas abschwächen konnte. Die Portugiesen hatten es überwiegend aus der Distanz versucht, dabei mit einer Wurfquote von 22 Prozent (2/9) aber nur wenig Erfolg gehabt. 64 Prozent Wurfquote bei den Deutschen und ein Reboundvorteil von 12:5 trugen das Übrige zum klaren Vorsprung der ING-DiBa-Korbjäger bei.

Auch der zweite Spielabschnitt begann für die Portugiesen, die mit zwei deutlichen Niederlagen gegen Großbritanniens Olympiateam im Gepäck nach Österreich gereist waren, wenig verheißungsvoll, als ein krachender Dunking von Tim Ohlbrecht in ihrem Korb einschlug (24:10). Es blieb ein einseitiges Spiel (30:16, 12. Min.), das nun aber drei Minuten ganz ohne Punkte blieb, ehe Schaffartzik zum 32:16 traf (15. Min.). Die nur rund 100 Zuschauer in Oberwart sahen eine klar überlegene deutsche Mannschaft, die mit Portugal, das sich ebenfalls im Neuaufbau befindet und nur noch vier Spieler von der letztjährigen EM mit dabei hatte, bis dato keine Probleme hatte. Dann aber kam Sand in das Getriebe des deutschen Spiels. Portugal presste über das ganze Feld und holte Punkt um Punkt auf und Pesic rief beim 32:25 (17. Min.) nach einem 9:0-Lauf des Gegners zur Auszeit. Doch kurz später waren die Südeuropäer durch einen 3er sogar auf 32:28 heran, ehe Pleiß die punktlosen deutschen Minuten beendete. Wieder traf ein portugiesischer 3er gegen eine nun unaufmerksame deutsche Defense ins Ziel. Zur Pause lag Deutschland durch Punkte von Benzing und Pleiß mit 38:33 vorne. Die Reboundhoheit war auf 17:16 geschrumpft, ebenso die Wurfquote auf immer noch ordentliche 52 Prozent, beide Teams hatte je zehn Mal den Ball verloren.

Portugal, das in der EM-Qualifikation mit Italien, Türkei, Tschechische Republik und Weißrussland wohl die schwierigste Gruppe erwischt hat, ließ auch nach dem Seitenwechsel nicht locker. Deutschland spielte jetzt mit Zirbes, aber Portugal traf drei 3er in Folge zum Ausgleich (44:44, 25. Min.). Philip Zwiener brachte Deutschland wieder in Führung, aber es war jetzt ein hartes Stück Arbeit für die Pesic-Truppe, wieder Kontrolle über das Spiel zu gewinnen. Bastian Doreth mit einem 3er, ein Schwethelm-Freiwurf und ein technisches Foul des portugiesischen Coaches schienen für eine Wende der Begegnung in Richtung Deutschland zu sorgen, aber die Portugiesen trafen nach wie vor 3er aus allen Lagen (50:49, 26. Min.). Pesic bat seine Mannen erneut “zum Gespräch”. Das Momentum aber wechselte wieder zu den Portugiesen, die mehrere deutsche Ballverluste zum 52:57 (28. Min.) nutzten. Die DBB-Auswahl musste nun aufpassen, dass ihr die Partie nicht völlig entglitt. Zirbes, Tadda und Jagla brachten Deutschland dann bis zum Viertelende auf 58:59 heran. Sechs Ballverluste hatten sich die Deutschen alleine im dritten Viertel erlaubt, dafür bei den Rebounds wieder für Dominanz gesorgt (30:21). Mittlerweile hatten die Portugiesen ihre 3er-Quote auf 50 Prozent (10/20) verbessert.

Mit einem 3er von Schaffartzik zur deutschen 61:59-Führung begann der Schlussabschnitt. Dann glich Portugal aus, und nach weiteren zwei 3ern (Doreth für Deutschland) stand es 64:64 (34. Min.). Es bahnte sich im ersten Turnierspiel ein echter Krimi an. Schaffartzik und Tadda zeichneten für die nächsten deutschen Punkte zum 68:64 verantwortlich, die deutsche Mannschaft arbeitete mit Pleiß und Jagla jetzt hervorragend beim Rebound (36. Min.). Beim 72:66 mit noch rund drei Minuten auf der Uhr (Benzing und Doreth) hellten sich die Mienen auf der deutschen Bank wieder etwas auf. Portugal kam aber durch zwei Freiwürfe und einen Korbleger 1´12 Minuten vor dem Ende auf 74:72 heran, Pesic nahm eine weitere Auszeit. Das Spiel ging mit einem 2er von Schaffartzik weiter, außerdem trafen Schwethelm und Doreth noch in der hektischen Schlussphase, in der Portugal letztlich den entscheidenden 3er verwarf.  Letztlich hatte die deutsche Mannschaft den Kopf noch einmal aus der Schlinge gezogen.

“Das war ein Spiel, das wir gebraucht haben. Es ist gut, dass es so knapp und umkämpft war, das bringt uns weiter. Ich habe Bastian Doreth, Philipp Schwethelm und Karsten Tadda jeweils über 20 Minuten Spielzeit gegeben, sie brauchen Spielpraxis auf diesem Niveau. Wir haben uns gegen einen geschickten und technisch guten Gegner viel Mühe gegeben, morgen werden sich einige Spieler erholen und andere zum Einsatz kommen,” meinte Svetislav Peisc nach dem Spiel.

Für Deutschland spielten:
Tim Ohlbrecht (ohne Verein, 3), Lucca Staiger (Neckar RIESEN Ludwigsburg. dnp), Per Günther (ratiopharm Ulm, dnp), Philip Zwiener (Eisbären Bremerhaven, 4), Heiko Schaffartzik (ALBA Berlin, 17), Karsten Tadda (Brose Baskets Bamberg, 6), Philipp Schwethelm (ratiopharm Ulm, 3), Tibor Pleiß (Caja Laboral Vitoria/ESP, 10), Robin Benzing (FC Bayern  München, 9), Bastian Doreth (TBB Trier, 11), Jan-Hendrik Jagla (FC Bayern München, 12), Andreas Seiferth (TBB Trier, dnp), Maik Zirbes (Brose Baskets Bamberg, 4).

Länderspieltermine Turnier in Oberwart/Österreich
Samstag, 28. Juli 2012, 20.15 Uhr: Deutschland – Österreich (Sporthalle Oberwart)
Sonntag, 29. Juli 2012, 19.45 Uhr: Deutschland – Israel (Sporthalle Oberwart)

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