Patrick Femerling bei Caja San Fernando Sevilla21. März 2007

“Wenn wir eine Dynamik entwickeln, sind wir schwer zu schlagen”

Andalusien – Da gerät so mancher ins Schwärmen: Sonne, Meer, Flamenco, schöne Frauen, eben typisch Spanien. Das außerordentliche Glück, momentan in Andalusien zu leben und zu arbeiten hat der Center der Deutschen Nationalmannschaft, Patrick Femerling.

Seit Beginn dieser Saison steht er beim derzeitigen Tabellenzehnten der spanischen ACB, Caja San Fernando Sevilla, unter Vertrag und erzählt, dass das Leben in der pulsierenden Metropole nicht nur aus Siesta und Stierkampf besteht. Gerade eben 32 Jahre alt geworden hat sich Femerling inzwischen gut in Sevilla eingelebt und ist in der Mannschaft akzeptiert. Den Geburtstag feierte er zusammen mit der ganzen Truppe: Zunächst fuhren sie einen Sieg im Heimspiel gegen San Sebastian ein, um danach zusammen essen zu gehen und Patrick hochleben zu lassen. Den Nachmittag verbrachte er dann mit Frau und Tochter; „abends sind wir dann aber schon noch mal zusammen um die Häuser gezogen“, verriet der 2,13-Mann. Das soll in Sevilla gerüchteweise ja auch sehr gut möglich sein.

Die Station in Sevilla ist nicht die erste in Spanien. Bereits 2003 war er für den FC Barcelona aktiv, so dass ihn die Eingewöhnungsphase nicht sehr viel Zeit kostete. Sportlich hat er in Andalusien sicher eine reizvolle Aufgabe. „Wir wollen uns auf jeden Fall für die Play-Offs qualifizieren“; gibt der gebürtige Düsseldorfer als Saisonziel aus, „aber das erwarten die Leute hier sowieso jedes Jahr, obwohl es die vergangenen Spielzeiten nicht geklappt hat.“

Und auch diese Saison ist noch völlig offen, ob der Einzug in die Runde der besten acht Mannschaften gelingt. Momentan (Stand 20.03.2007) steht das Team auf Rang 10, einen Sieg hinter dem Tabellenachten Pamesa Valencia. „In der Liga hatten wir ein paar Probleme, wir haben immer Serien gespielt. Einmal vier Spiele hintereinander gewonnen, dann wieder sechs verloren, es war eine Achterbahnfahrt“, räumt Femerling ein, sagt aber auch, dass es in Spanien sehr schwierig ist, konstant zu siegen, weil „man gegen jeden Gegner verlieren kann. Hier ist es sogar so, dass der Tabellenletzte, wenn er daheim antritt, auch gegen den Tabellenführer noch Favorit ist“, bestätigt der deutsche Center die These, die auch schon Pascal Roller aufgestellt hat, dass es in Spanien und Italien äußerst ungewöhnlich und schwierig ist, als Auswärtsmannschaft zu gewinnen.

Inzwischen hat Femerling auch einen Trainerwechsel miterlebt, wobei er hofft, dass er beim neuen Coach ebenso eingesetzt wird wie zuvor. Mit seinen durchschnittlich 26 Minuten pro Partie ist er ein elementarer Bestandteil der Mannschaft. Im Schnitt erzielt er acht Punkte und schnappt sich fünf Rebounds. In den letzten drei Spielen unter dem neuen Trainer erreichte er zwar seine reguläre Punktzahl, kam aber durchschnittlich nur knapp 19 Minuten zum Einsatz.

Auf noch etwas mehr Einsatzzeit hofft Femerling bei der Deutschen Nationalmannschaft, mit der er vor der EM noch in Deutschland spielen wird. „Ich freue mich sehr auf die Vorbereitungsspiele in der Heimat, die Hallen sind da immer voll und die Stimmung ist super. Das wird noch einmal ein richtiger Höhepunkt vor der Europameisterschaft“, schaut der Center jetzt schon gespannt nach vorne auf die Testspiele und den Supercup in Deutschland.

Nach seinen Zielen bei der Europameisterschaft in seinem „Heimatland Spanien“ gefragt, wollte er sich noch nicht festlegen. „Zunächst mal ist eine EM nie normal, das ist schon was Besonderes, und dass sie ausgerechnet noch in Spanien stattfindet, ist natürlich sehr schön für mich“, meint er. Außerdem sagt er, es müsse sich bei einem solchen Turnier eine Dynamik entwickeln, dann sei alles möglich. „Nach dem ersten Sieg müssen wir ins Rollen kommen, dann kann man uns schwer ausrechnen. Unser Ziel ist es natürlich, so erfolgreich wie möglich zu spielen. Aber voraussagen will und kann ich jetzt hier noch nichts.”

Zum Glück, muss man da sagen, denn ein bisschen Spannung soll ja auch noch aufrecht erhalten werden. Center Patrick Femerling ist auf jeden Fall für die Bewährungsprobe unter den Körben gerüstet und heiß auf das Turnier in seiner Wahlheimat.

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