Pascal Roller bei Angelico Biella14. März 2007

“Besonders auf Mannheim freue ich mich!”
Pascal Roller ist einer der bekanntesten Spieler in der Basketball-Nationalmannschaft und dementsprechend auch viel unterwegs. In dieser Saison hat er den Sprung ins Ausland gewagt und zählt somit zur großen Gruppe von Legionären im deutschen Team. Allein in Italien standen in dieser Saison mit ihm vier (nach Hamanns Weggang aus Bologna noch drei) ING-DiBa-Korbjäger unter Vertrag.

Roller selbst ist bei Angelico Biella angestellt, einem Verein aus dem Mittelfeld der italienischen Lega A. Mit durchschnittlich knapp sieben Punkten und einer Dreierquote von guten 39 Prozent hat der langjährige Spieler der Frankfurt Skyliners seinen Platz in der neuen Mannschaft gefunden. Trotz einer Vielzahl von Verpflichtungen hat er die Zeit gefunden, uns aus Biella zurückzurufen und folgendes Interview zu Protokoll zu geben.

Frage: Seit letzten Sommer spielen Sie in Italien bei Angelico Biella. Wie gefällt es Ihnen dort?
Antwort: Es ist sehr schön hier, und ich bin sehr zufrieden. Biella ist ein kleiner Ort zwischen Mailand und Turin im Piemont, und herrlich gelegen. Das Umfeld und der Club hier sind solide, die Menschen wirklich freundlich. Wir, meine Freundin und ich, freuen uns sehr, hierher gekommen zu sein.

Frage: Und auch im sportlichen Bereich läuft es ja nicht schlecht…
Antwort: Das stimmt, wir erfüllen die Vorgaben des Trainers und haben ein sehr talentiertes Team. Momentan befinden wir uns zwar eher in der unteren Tabellenhälfte, haben mit dem Abstieg aber nichts zu tun und hoffen, vielleicht noch in die Play-Offs zu kommen. Da wir eine so junge Mannschaft sind, haben wir vor allem auswärts einige Spiele sehr knapp verloren. Andererseits haben wir kürzlich sogar bei Climamio Bologna auswärts gewonnen. Ich bin der Meinung, von unserem Potential her könnten wir noch weiter oben stehen. Aber in Italien ist es wirklich sehr schwierig auswärts zu gewinnen, viel schwieriger als in der Bundesliga.

Frage: Wie läuft es bei Ihnen selbst sportlich?
Antwort: Ich kann nicht klagen, ich bekomme meine Spielzeit und trage meinen Teil dazu bei. Ich spiele vielleicht nicht ganz so viel wie in Deutschland, aber wenn ich auf dem Feld stehe, bringe ich meine Leistung.

Frage: Es ist das erste Mal, dass Sie im Ausland spielen. Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?
Antwort: Auf der einen Seite schon. Sportlich bin ich sehr zufrieden, da ich sehe, dass ich in einer der besten Ligen in Europa mithalten kann. Das freut einen dann schon. Auf der anderen Seite hatte ich mir natürlich auch erhofft, relativ leicht die italienische Sprache zu lernen, wenn ich vor Ort bin. Da muss ich zugeben, es hapert noch ein bisschen. Ich kann zwar fast alles verstehen, aber mit dem eigenen Sprechen ist das so eine Sache, zumal mir meine Freundin das oft abnimmt. Sie ist Spanierin und hat somit natürlicherweise weniger Probleme mit der Sprache. Leider sind unsere Teambesprechungen meist auch auf Englisch, und wenn wir mit der Mannschaft etwas unternehmen, sprechen wir einen lustigen Kauderwelsch aus Englisch, Italienisch und anderen Sprachen.

Frage: Am 10./11. August geht es los mit der Vorbereitung auf die Europameisterschaft. Wie bewerten Sie die Partien gegen die Slowakei und Österreich?
Antwort: Die ersten Testspiele sind wichtig, um sich selbst zu finden. Zu gewinnen ist natürlich auch wichtig, denn jeder Sieg steigert die Motivation für die EM in Spanien. In diesen ersten Begegnungen versuchen wir erstmal, auf uns selbst zu schauen, da wird der Gegner vorher nicht genau analysiert. Primär geht es darum, einige Systeme auszuprobieren und sich einzugewöhnen. Wir sind ja eine homogene und eingeschworene Truppe, aber trotzdem dauert es immer eine gewisse Zeit, bis alle aufeinander abgestimmt sind. Aber da wir uns schon so gut kennen, wird das diesmal nicht mehr lange dauern.

Frage: Im Anschluss geht es dann vor der EM noch einmal nach Deutschland, wo Sie in Hamburg und Mannheim gegen China und dann den Supercup in Bamberg spielen. Mit welchen Gefühlen gehen Sie diese Spiele an?
Antwort: Ich freue mich sehr auf die Spiele in Deutschland. Es ist immer toll, vor den eigenen Fans zu spielen. Vor allem freue ich mich auf die Begegnung in Mannheim gegen China, weil das ja in unmittelbarer Nähe zu meiner Heimatstadt Heidelberg liegt. Da werden dann viele Freunde und die Familie dort sein und uns unterstützen, das ist schon ein schönes Erlebnis.

Frage: Vier Tage vor Beginn der EM ist dann noch ein Testspiel gegen den Weltmeister und Gastgeber Spanien angesetzt. Ist ein solch harter Brocken in der Vorbereitung nicht eher gefährlich?
Antwort: Ich denke nicht. Gegen Spanien können wir wirklich von einer Standortbestimmung sprechen, bis dahin sollten wir auch unsere Feinheiten schon abgestimmt haben, genauso die Spanier. Das wird auf jeden Fall ein sehr schwieriges Spiel und ein echter Härtetest vor dem Turnier. Ich bin der Meinung, dass es ein sehr harter, aber sinnvoller Gegner in dieser fortgeschrittenen Phase der Vorbereitung ist.

Frage: Was sind nun Ihre Ziele für die Europameisterschaft?
Antwort: Wir müssen das Niveau der vergangenen Jahre abrufen und bestätigen, dann bin ich auf jeden Fall wieder sehr optimistisch. Ich denke, dass sieben oder acht Teams die Chance auf den Titel haben, aber je schneller wir unser wahres Leistungspotential abrufen können, desto eher werden wir zum engeren Favoritenkreis gehören und desto wahrscheinlicher wird auch der Titel für uns. Wenn uns ein guter Start gelingt, können wir auf jeden Fall auch hohe Ambitionen für den weiteren Turnierverlauf haben. Auch im Hinblick auf die Olympiaqualifikation ist es natürlich sehr wichtig, erfolgreich zu sein, das sind ja auch sehr attraktive Aussichten.


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