Mithat Demirel bei Galatasaray Istanbul:18. April 2007

Heimatgefühle in der Türkei
Mithat Demirel ist einer der schnellsten deutschen Basketballspieler, was nicht erst seit seinem Alleingang Sekunden vor Ende des Pokalfinales 2003, abgeschlossen durch einen Korbleger mit der Sirene, bekannt sein dürfte. Schnell war er dann auch weg aus Deutschland, nachdem er mit ALBA Berlin in der Saison 2004/2005 bereits im Halbfinale am späteren Meister Bamberg gescheitert war. Sein Weg führte ihn in die Türkei, wo er sich zunächst Besiktas Istanbul anschloss. Seit dieser Saison spielt Mithat für den Stadtrivalen Galatasaray Istanbul und versucht dort, nach einer langwierigen Erkrankung, wieder seinen angestammten Platz im Team zu erkämpfen.

Frage: Wie geht es Ihnen in der Türkei und wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Schritt ins Ausland?
Antwort: Mir geht es hier sehr gut, sportlich läuft es echt rund bei uns. Ich bin ja auch schon das zweite Jahr in Istanbul, so dass ich mich nicht mehr eingewöhnen musste. Momentan sind wir mit Galatasaray auf dem vierten Platz, das ist ein schöner Erfolg. Ich habe ja auch 1999 schon einmal in der Türkei, in Bursa, gespielt, und da ich außerdem vorher schon Türkisch gesprochen habe, ist mir die Umstellung vielleicht auch leichter gefallen als anderen.

Frage: Wie sind Sie mit Ihrer Einsatzzeit innerhalb der Mannschaft zufrieden?
Antwort: Am Anfang der Saison habe ich sehr viel gespielt, das war super. Dann bin ich leider krank geworden. Ich hatte eine langwierige Lebensmittelvergiftung und habe sehr abgenommen. Das war keine schöne Erfahrung. Seit ein paar Wochen geht es mir aber wieder einigermaßen und ich versuche jetzt, mich wieder in die Mannschaft hineinzukämpfen. Das muss erst mal aufgearbeitet werden, aber immerhin spiele ich wieder mit. Wenn einem so etwas passiert, merkt man erst mal, dass Gesundheit das Allerwichtigste ist, das kannst du nicht beeinflussen. Aber ich bin über den Berg.

Frage: Haben Sie sich in Istanbul überhaupt erholen können? Das ist doch eine sehr hektische und laute Metropole.
Antwort: Ja, das ging zum Glück ganz gut, denn ich wohne sehr ruhig. Ich habe eine schöne Wohnung direkt am Marmara-Meer. Da habe ich, wenn ich will, wirklich meine Ruhe, und die Lage ist ja herrlich. Man kann in Istanbul dem Trubel auch entgehen. Ich bin ja sowieso nicht der Typ, der sich ständig ins Getümmel und ins Nachtleben stürzt.

Frage: Reden wir mal über den bevorstehenden Sommer. Bevor es zur EM nach Spanien geht, stehen ja noch ein paar Testspiele in Deutschland an, auf welche Begegnung freuen Sie sich am meisten?
Antwort: Bamberg hat ein Superpublikum, dort sind wirklich alle basketballbegeistert, deshalb freue ich mich auf den Supercup schon sehr. Dort herrscht eine der besten Atmosphären. In Hamburg haben wir schon zweimal gespielt und mir persönlich macht es viel Spaß, dort aufzutreten. Mannheim ist noch Neuland für mich, aber da bin ich mal sehr gespannt drauf, das ist ja auch eine sehr große und schöne Arena.

Frage: Welchen Motivationsschub bringt ein Auftreten in Deutschland vor der EM?
Antwort: Das ist schon immer sehr gut, vorher mal in Deutschland zu spielen, denn da treffen wir noch einmal unsere Fans. Außerdem kommen wir da alle zusammen, und der Deutsche Basketball Bund tut alles, damit wir uns wohl fühlen. Das ist immer alles super durchgeplant und alle sind für uns da. Das Trainingslager davor auf Mallorca ist auch schon eine Institution, das wird wieder eine schöne Zeit.

Frage: So gut vorbereitet, was ist dem deutschen Team dann bei der Europameisterschaft zuzutrauen?
Antwort: Das ist immer sehr schwierig, ich kann da keine Voraussagen treffen. Die Tagesform wird viel entscheiden und auch das Glück, weil einige Mannschaften auf einem ähnlichen Niveau agieren. Die Vorrunde sollten wir überstehen, das müssen wir auf jeden Fall schaffen, und dann sollte das Halbfinale unser Ziel sein, das wir verfolgen müssen. Ich bin mir aber durchaus bewusst, dass auch schon in der Vorrunde ein paar dicke Brocken warten, so dass das kein Spaziergang wird.


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