Misan Nikagbatse bei Premiata Montegranaro:11. April 2007

„Jetzt oder nie!“

In Deutschland haftet ihm immer noch ein wenig das Image des typischen „Ballers“ an. Misan Nikagbatse stellt man sich eher auf einem Freiplatz vor, wo er mit ein paar Buddys um die Wette zockt und dabei sein ganzes Repertoire an Moves zeigt, um die Gegner schwindelig zu spielen. Aber Misan hat sich einen Namen gemacht mit seinem Stil, und seit dem vergangenen Jahr gehört auch er zur Reihe jener Nationalspieler, die ihre Brötchen in Italien verdienen. Er spielt die zweite Saison bei Premiata Montegranaro, einem Club in einem kleinen Ort in der Region Marche nahe Ancona.

Und er fühlt sich dort pudelwohl, wie er uns erzählt hat. „Wir haben eine tolle Gemeinschaft, was wahrscheinlich auch daher kommt, dass wir vor dieser Saison zusammen aufgestiegen sind und in der 1.Liga wirklich erfolgreich mitspielen. Der Kern der Mannschaft ist geblieben, da wir ein sehr junges Team sind, das sicher noch Potenzial hat“, sprudelt es aus ihm heraus.

Das Besondere in Montegranaro sei das Zusammengehörigkeitsgefühl. „Der ganze Ort freut sich über unsere gute Saison und nimmt Anteil, die Aufstiegsfeierlichkeiten im letzten Sommer waren riesig“, zählt er die Vorzüge des Kleinstadtlebens auf. Es ist deutlich, dass es ihm an der italienischen Ostküste gut geht, obwohl „wir größenmäßig anderen Mannschaften oft unterlegen und auch noch etwas unerfahren sind. Aber dafür haben wir gute Schützen von außen und uns auch defensiv enorm gesteigert.“ Ob er bei Premiata noch eine Saison dranhängt, weiß er noch nicht, aber er würde es sicher gerne, wenngleich er sagt: „Für mich hängt es davon ab, was noch so passiert bis zum Sommer.“

Die italienische Liga gefällt ihm sehr gut, „der Spielstil ist genau richtig für mich. Gerade für Guards ist die Liga auch sehr stark besetzt, das kommt mir zugute“, zeigt er sich begeistert von der Lega A. Und dann legt er los mit der Lobeshymne über Sven Schultze. Sven sei „momentan on fire“, er sei „einer der gesuchtesten Spieler“. „Hut ab vor der Leistung von Sven“, schließt er, allerdings nicht ohne zu bemerken, dass seine Mannschaft gegen Svens Armani Milano ein „gutes Spiel gezeigt“ habe. Aber wieder seien die berüchtigten Auswärtsschwierigkeiten dazugekommen, so eine Begegnung für sich zu entscheiden, denn „auswärts haben wir bisher erst ein Spiel gewonnen“ – und das ausgerechnet bei seinem Nationalmannschafts-konkurrenten auf der Aufbau-Position, Steffen Hamann (mittlerweile wieder zurück in Bamberg). Bei Climamio Bologna trimphierte Montegranaro mit 86:77.

Was den Sommer betrifft, scheint Misan Nikagbatse noch nicht allzu viel zu wissen, zumindest nicht, ob und was für eine Rolle er nach seiner Abstinenz im vergangenen Sommer in der Nationalmannschaft spielen kann. Der gebürtige Berliner würde sich riesig darüber freuen, den Sommer mit der Nationalmannschaft zu verbringen. „Ich bin schon ganz gespannt auf die Spiele und möchte mich wieder zurückmelden. Schon sehr lange habe ich nicht mehr in Deutschland gespielt, so dass die Testspiele und der Supercup eine tolle Sache für mich wären“, blickt er ganz euphorisch auf die Vorbereitung im Juli und August.

Besonders die heimischen Fans vermisst er etwas, denn die Stimmung in Bamberg sei „ohnehin immer super und die Hamburger Arena ist wunderschön. Mannheim kenne ich noch nicht, aber das ist ja auch eine moderne, große Halle. Das sind schon besondere Erlebnisse in der Heimat“; fasst er zusammen.

Bei den Zielen für die Europameisterschaft gibt er sich so gar nicht bescheiden, aber macht das mit einem leicht ironischen Unterton. „Jetzt oder nie, wir wollen voll angreifen, denn wann haben wir wieder einmal die Chance, mit einer so guten Mannschaft bei einer EM anzutreten?“; „posaunt“ er kampfeslustig, wird aber auch gleich wieder ernster: „Natürlich wollen wir uns zunächst einmal für die Olympischen Spiele qualifizieren, das ist ein weiterer großer Traum. Danach wird man sehen, was möglich ist.“ Und möglich sein sollte eine ganze Menge.



Weitere News

28. Mai 2017

Noch mehr Jugend-Titelträger

UBC Münster, MTV Kronberg und FC Bayern München triumphieren

28. Mai 2017

Bayern sichert sich NBBL-Titel 2017

FC Bayern München besiegt IBAM im Stadtduell 94:71

28. Mai 2017

ALBA Berlin ist JBBL-Meister 2017

Hauptstädter setzen sich 88:60 gegen Frankfurt durch