Knappe Auftaktniederlage für deutsche Herren bei der Europameisterschaft16. September 2005

82:84 nach Verlängerung gegen die favorisierten Italiener
Die deutsche Herren-Nationalmannschaft hat zum Auftakt der Europameisterschaft in Serbien und Montenegro (16.-25. September) eine Niederlage einstecken müssen. Vor rund 4000 Zuschauern verlor das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann das erste Spiel der Gruppe A (in Vrsac) jedoch erst nach hartem Kampf gegen den TiItelaspiranten aus Italien denkbar knapp mit 82:84 n.V. (34:38; 74:74). Nun gilt es, mit Siegen in den kommenden Partien, am Sonnabend gegen die Ukraine (ab 20.45 Uhr live im DSF) als auch am Sonntag gegen Russland (ab 20.45 Uhr live im DSF), doch noch die Weichen fürs Viertelfinale zu stellen.

Beide Mannschaften begannen das 1. Viertel sichtlich angespannt. Auf italienischer Seite war es zunächst der schnelle Aufbauspieler, Gianluca Basile, der immer wieder mit seinem Zug zum Korb die deutsche Verteidigung in Verlegenheit brachte. Zwar fiel der erste Feldkorb der Deutschen erst nach über 6 Minuten durch Pascal Roller, doch konnten vorher Patrick Femerling (Foto) und Demond Grenne von der Freiwurflinie dafür sorgen, dass der Rückstand nicht zu groß wurde. Viele Fehlpässe auf beiden Seiten hielten das Ergebnis niedrig. 14:17 hieß es nach dem 1. Viertel.

Zu Beginn des 2. Viertels sorgte zunächst Demond Greene mit einem Monsterblock für Furore und verhinderte leichte Punkte. In der 12. Spielminute konnte endlich auch Dirk Nowitzki seine ersten Punkte von der Linie zum 18:21 erzielen. Trotzdem hatte der deutsche Angriff arge Probleme, gute Ausstiege zu kreieren. Vor allem Nowitzki wurde von Stefano Mancinelli hervorragend verteidigt und erschwerte immer wieder die Anspiele auf den Powerforward. Die italienischen Aufbauspieler trafen weiter stark. Nun war es Massimo Bulleri, der immer wieder Akzente setzen konnte. Doch auch Pascal Roller hatte seine anfängliche Nervosität abgelegt und traf wichtige Würfe aus der Halbdistanz. Das deutsche Offensivspiel wirkte jedoch weiterhin zu berechenbar. Gegen die aggressive und gut organisierte italienische Verteidigung konnte kein Mittel gefunden werden. Der Rückstand schwoll auf 10 Punkte an. Plötzlich schien jedoch das Wurfglück wieder auf Seiten der DBB-Korbjäger. Kurz vor dem Ende der 1. Halbzeit brachten zwei Dreier innerhalb von wenigen Sekunden die deutsche Nationalmannschaft wieder auf 6 Punkte heran. Nachdem Marco Pesic den ersten Dreier für die Deutschen treffen konnte, erzielte Dirk Nowitzki mit der Halbzeitsirene und aus über acht Metern den Pausenstand von 34:38.

Mithat Demirel erzielte gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit den ersten Korb und leitete ein exzellentes 3. Viertel der deutschen Nationalmannschaft ein. Dirk Nowitzki gelang kurze Zeit später gar der Ausgleich. Die Center gaben nun den Ton an. Denis Marconato auf italienischer und Patrick Femerling auf deutscher Seite fanden besser ins Spiel. Nach gutem Einsatz von Misan Nikagbatse konnte Nowitzki für die erste Führung sorgen (43:42). Der Spielaufbau klappte nun deutlich besser als in der 1. Halbzeit. Immer wieder konnte dabei der Ball ans Brett gebracht und einfache Körbe erzielt werden. Pascal Roller traf nach hervorragendem Passspiel per Dreier zum 48:42. Endlich hatten die Deutschen auch im Angriff die notwendige Aggressivität gefunden. Roller und Femerling agierten mit viel Selbstvertrauen und auch Nowitzki und Greene trafen immer besser. Die italienischen Aufbauspieler hatten sichtlich Probleme gegen eine gute Verteidigung. Um den Rhythmus der Deutschen zu stoppen, stellte der italienische Coach nun auf Zonenverteidigung um. Doch Dirk Nowitzki zeigte sich unbeeindruckt und versenkte eiskalt sofort einen Dreier. 60:50 Führung hieß es, nach tollem 3 Viertel.

Auch den letzten Spielabschnitt begann die Mannschaft von Dirk Bauermann wie aus einem Guss. So unsicher, wie man sich in der 1. Hälfte präsentierte, so konzentriert wirkte man nun. Der Angriff wurde weiterhin gut organisiert, es gelang, gute Wurfpositionen zu kreieren und so konnte man den 10-Punkte Vorsprung trotz stärker werdender Italiener zunächst halten. Kritisch wurde es, als Patrick Femerling auf der Bank saß und die Italiener einen Offenivrebound nach dem anderen erobern konnten. Basile belohnte den Einsatz seiner engagiert kämpfenden Center mit einem Dreier und verkürzte auf 7 Punkte. Die Azzura witterten nun Morgenluft, erhöhten den Druck in der Verteidigung und punkteten jetzt regelmäßig; allen voran immer wieder der überragende Basile (insgesamt 25 Punkte), der auch von einem engagiert verteidigenden Demond Greene nicht aufgehalten werden konnte. Durch einen „Wahnsinnsdreier“ konnte der Topguard auf einen Punkt verkürzen; dann sogar, zwei Minuten vor Schluss, wieder die italienische Führung (68:69) herstellen. Nowitzki konterte mit einem Dreipunktespiel. 105 Sekunden vor dem Ende und beim Stand von 70:69 war die Spannung kaum mehr zu überbieten. Den zwischenzeitlichen 15:4-Lauf der Italiener krönte, bei noch 50 Sekunden verbleibender Spielzeit, abermals Basile mit seinen beiden Treffern von der Freiwurflinie zum 71:74, doch Pascal Roller fasste sich ein Herz und glich mit einem Dreier 18 Sekunden vor dem Ende aus – Verlängerung.

In der Overtime versuchte es Italien zunächst erneut mit einer aggressiven Zonenverteidigung. Der Ball lief  nicht gut in den deutschen Reihen. Viele erzwungene Drei-Punkte-Würfe (insgesamt 7/26) fanden nicht ihr Ziel. Italien hingegen spielte seine Angriffe aus und kam nach zwei Minuten zu einer 74:78-Führung. Femerling sorgte mit Fast-Break-Korbleger für die ersten Punkte in der Verlängerung, doch Giacomo Galanda traf per Dreier. Dann ein Ballgewinn durch Dirk Nowitzki, den er mit einem Dreier abschloss, doch Galanda war nun heiß gelaufen und traf erneut von jenseits der 6,25m-Linie zum 81:84. Nachdem Nowitzki von der Freiwurflinie auf 82:84 verkürzt hatte, Basile hingegen zwei Freiwürfe vergeben hatte, hatte die deutsche Mannschaft mit dem letzten Angriff – und 22 Sekunden auf der Wurfuhr – die Möglichkeit, zumindest eine zweite Verlängerung zu erzwingen. Mithat Demirel ordnete den Angriff und mit Sven Schultze wurde wenige Sekunden vor dem Ende auch ein offener Dreipunktewerfer gefunden, doch sein Wurf prallte am hinteren Ring ab, und auch Nowitzki konnte nach gewonnenem Offensivrebound durch die Deutschen einen schwierigen Distanzwurf aus Bedrängnis nicht versenken.

Deutschland:
Stephen Arigbabu (Forward/Center, 2,06 m, ALBA Berlin, 3), Mithat Demirel (Guard, 1,82 m, Besiktas Istanbul/Türkei, 2), Robert Garrett (Guard, 1,93 m, Navigo.it Teramo/Italien), Demond Greene (Guard, 1,85 m, ALBA Berlin, 6), Robert Maras (Center, 2,15 m, CSF Sevilla/Spanien), Dirk Nowitzki (Forward, 2,13 m, Dallas Mavericks/USA, 27), Marko Pesic (Guard, 1,98 m, RheinEnergie Köln, 4), Pascal Roller (Guard, 1,80 m, Deutsche Bank Skyliners, 14), Sven Schultze (Forward, 2,06 m, Armani Mailand/Italien, 6), Denis Wucherer (Guard, 1,95 m, Telindus Oostende/Belgien), Patrick Femerling (Center, 2,13 m, Panathinakos Athen/Griechenland, 18), Misan Nikagbatse (Guard, 1,95 m, Vertical Vision Cantu/Italien, 2).

Stimmen:

Dirk Nowitzki: “Wir haben heute ein gutes Spiel abgeliefert. Es war bis zum Schluss alles drin für uns und wir haben überhaupt keinen Grund die Köpfe hängen zu lassen. Auf internationalem Niveau ist diese Härte normal. Da kann man nicht jeden Pfiff bekommen. Trotzdem hat die Leistung heute gezeigt, dass wir mehr als nur mithalten können. Wir können auf jeden Fall mit viel Selbstvertrauen und guten Mutes in die beiden anderen Partien gegen die Ukraine und Russland gehen.” 

Statistik unter:

www.eurobasket2005.com




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