Herzschlagfinale: Zweiter Sieg des DBB-Teams bei der EM18. September 2005

51:50 in einem Krimi gegen Russland

Die deutsche Herren-Nationalmannschaft hat ihr drittes Spiel bei der Europameisterschaft in Serbien und Montenegro (16.-25. September) gewonnen. Mit einer starken kämpferischen Leistung konnten die DBB-Korbjäger Russland mit 51:50 (16:26) besiegen. Aufgrund des direkten Vergleichs zwischen Russland, Italien und Deutschland, bei dem die Korbdifferenz aus den Spielen zwischen den punktgleichen Mannschaften ausschlaggebend ist, belegt das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann hinter Tabellenführer Russland und vor dem Gruppendritten Italien den 2. Platz in der Gruppe A. Damit spielt Deutschland am kommenden Dienstag in einem Ausscheidungsspiel gegen die Türkei (Di, 20.09., 17.45 Uhr live im DSF) um den Einzug ins Viertelfinale.

Von Beginn an war das Spiel zerfahren. Auf beiden Seiten gab es viele Fehlwürfe und zahlreiche Ballverluste, die nicht nur durch die aggressive Verteidigung des Gegners verursacht wurden. Dirk Nowitzki konnte nach knapp 3 Minuten den ersten Feldkorb für Deutschland mit einem Dreier zum 3:3 erzielen, nachdem der russische NBA-Star Andrej Kirilenko mit einem Dreipunktespiel sein Team in Führung gebracht hatte. In der Folge fand Russland etwas besser ins Spiel und konnte durch erfolgreiche Aktionen von Nikita Morgunov und Viktor Khrjapa mit 6:10 (7. Minute) in Führung gehen. Doch weiterhin schienen die Körbe wie vernagelt (Trefferquote im 1. Viertel: Russland 20%, Deutschland 18%). Einzig Stephen Arigbabu traf in diesem Viertel noch zum 8:10.

Russland verteidigte weiterhin aggressiv und erschwerte es den Deutschen ungemein, zum Korb zu ziehen. Immer wieder mussten unkontrollierte Würfe von Außen genommen werden. Doch auch die deutsche Verteidigung stand zunächst gut und verhinderte, dass Russland weiter davon zog. Aber als J.R. Holden einen Dreier versenken konnte, war der Bann für die Russen gebrochen und der Rückstand auf 9 Punkte angewachsen (8:17). Vor allem Dirk Nowitzki wurde fast völlig aus dem Spiel genommen und zu vielen Fehlwürfen gezwungen. Zwar war die russische Trefferquote ähnlich schwach, doch wirkte die Mannschaft von Trainer Sergej Babkov  immer einen Tick schneller. Nach insgesamt 18 Spielminuten stand es gerade mal 12:22 für Russland. Auch wenn der Defenivrebound in diesem Spiel gut kontrolliert wurde (allein Nowitzki pflückte 12 Rebounds in der 1. Hälfte) waren es vor allem die vielen überhasteten Wurfentscheidungen und die daraus resultierende schwache Wurfquote (35% 2PFG und 7,1% 3PFG), die Trainer Dirk Bauermann Sorgenfalten bereiteten. Wiedereinmal half die Halbzeitsirene, die Trefferquote von Draußen zu verbessern, und so konnte Demond Greene mit Ablauf der Spielzeit zum 16:26 verkürzen.

Auch der Auftakt in die 2. Spielhälfte verhieß zunächst nichts Gutes. Kurzzeitig versuchte man verstärkt Patrick Femerling am Brett anzuspielen, um zu einfachen Punkten zu gelangen. Aber auch der deutsche Center konnte sich nicht gegen die sehr gut orientierte und immer wieder absinkende Teamverteidigung Russlands durchsetzen. Endlich gelang es Robert Garrett einmal an seinem Gegenspieler vorbeiziehen, wobei er nur durch ein Foul gestoppt werden konnte und mit seinen Freiwürfen zum 18:30 (6. Minute) und dann durch einen Dreier nochmals zum 21:33 verkürzte. Fast schon unerwartet kam wieder Hoffnung auf. Nikagbatse, Garrett und dann endlich auch wieder Nowitzki (2 Dreier) begannen plötzlich zu treffen. Innerhalb von 2 Minuten verkürzte die deutsche Mannschaft auf 34:35. Sergej Monya beendete den Lauf der Deutschen und traf zum 34:38 nach dem 3. Viertel.

Viktor Khrjapa machte die ersten 5 Punkte und tilgte die deutschen Hoffnungen zunächst. Ein ums andere Mal hatte das Team von Dirk Bauermann die Gelegenheit, zu verkürzen. Doch im Angriff zitterten weiter die Hände (37:45 in der 15. Minute). Vor allem Aufbauspieler Pascal Roller wurde fast völlig aus dem Spiel genommen. Da die deutsche Verteidigung jedoch ebenfalls hervorragend kämpfte, konnte Russland nicht davonziehen. Und so kamen durch zwei Dreier von Greene und Nowitzki die DBB-Korbjäger wieder auf 42:45 heran. Nowitzki traf per Freiwürfe gar zum Ausgleich (17. Minute). Khrjapa und Holden antworteten von jenseits der 6,25-Linie und trafen zum 46:50 zwei Minuten vor dem Ende. Doch abermals bäumte sich die deutsche Mannschaft gegen Niederlage und schlechte Trefferquote. Erst verkürzte der immer stärker werdende Nowitzki durch Freiwürfe auf zwei Punkte, nach einem Ballgewinn und anschließendem Dreier stellte er sogar die erste Führung für Deutschland her (27 Sekunden vor Schluss). Man rieb sich die Augen. Den letzten Angriff organisierte der unberechenbare J.R. Holden, doch die deutsche Verteidigung rotierte hervorragend und so verfehlte der letzte Wurf der Russen den Korb. Deutschland hatte ein verrücktes Spiel, indem man genau 27 Sekunden geführt hatte, gewonnen.

Deutschland:
Stephen Arigbabu (Forward/Center, 2,06 m, ALBA Berlin, 4), Mithat Demirel (Guard, 1,82 m, Besiktas Istanbul/Türkei), Robert Garrett (Guard, 1,93 m, Navigo.it Teramo/Italien, 5), Demond Greene (Guard, 1,85 m, ALBA Berlin, 7), Robert Maras (Center, 2,15 m, CSF Sevilla/Spanien), Dirk Nowitzki (Forward, 2,13 m, Dallas Mavericks/USA, 24), Marko Pesic (Guard, 1,98 m, RheinEnergie Köln), Pascal Roller (Guard, 1,80 m, Deutsche Bank Skyliners), Sven Schultze (Forward, 2,06 m, Armani Mailand/Italien, 3), Denis Wucherer (Guard, 1,95 m, Telindus Oostende/Belgien, 2), Patrick Femerling (Center, 2,13 m, Panathinakos Athen/Griechenland, 2), Misan Nikagbatse (Guard, 1,95 m, Vertical Vision Cantu/Italien, 4).

Stimmen:

Dirk Nowitzki: “Es sah natürlich schlecht aus. Vorne ging gar nichts. Aber die Russen haben auch nicht sonderlich gut getroffen. Klar wussten wir, dass die Russen gut verteidigen. Doch unsere Defense stand auch richtig gut und so konnten wir zumindest dran bleiben. Als Mannschaft waren wir im letzten Viertel aggressiver. Das sind die Situationen, die wir brauchen. Beim letzten Wurf wollte ich eigentlich durchziehen, doch dann ist mein Gegenspieler nach einer Täuschung leicht nach hinten gegangen. Am Dienstag kommt es jetzt drauf an: Alles oder nichts. Die Türkei ist eine sehr gefährliche Mannschaft. Aber die drei Spiele haben gezeigt, wir stark wir kämpfen können.”

Statistik unter: www.eurobasket2005.com

Weitere News

18. Januar 2017

DBB-Damen im Ausland 2016/17: Update 11

Oft ging es knapp zu

GuelichMarie2017vsWash-500

18. Januar 2017

DBB-TV: NBBL ALLSTAR Game 2017 in Bonn

Highlights vom NBBL-Allstar Game

NBBL_Allstar-Game-2017_500

17. Januar 2017

DBB-Öffentlichkeitsarbeit sucht Praktikantinnen/Praktikanten

Große Affinität zum Basketball und zum Thema „Social Media“ sowie journalistische Vorkenntnisse erwünscht

DBB-Logoaufgrau-500

DBB auf Flickr

Bitte anklicken, um die Slideshow zu öffnen.