Erster Test misslingt28. Juli 2006

DBB-Herren verlieren Testspiel gegen Kanada mit 68:73

Der erste Test der deutschen Nationalmannschaft ist nicht geglückt. Vor 10.925 Zuschauern in der Color Line Arena in Hamburg unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann gegen Kanada mit 68:73 (17:21, 15:9, 20:12, 16:31).

Die deutsche Mannschaft kam nicht wie gewohnt in Fahrt. Zwar gewann Patrick Femerling den Tip-off zum ersten Angriff, doch dieser endete direkt mit einem Ballverlust. Auch auf kanadischer Seite lief aber anfangs noch nicht alles rund, so dass der erste Korb dennoch auf deutscher Seite fiel. Ademola Okulaja verwandelte nach sehenswertem Anspiel von Steffen Hamann in der 2. Minute am Brett. Keines der beiden Teams bestach jedoch in der Anfangsphase durch eine hohe Trefferquote von außen, so dass Deutschland es vermehrt mit Zug zum Korb versuchte. Allen voran Okulaja drängte zum Brett, stopfte in der 3. Minute den Ball durch den Ring und bekam einen zusätzlichen Freiwurf zugesprochen, den er ebenfalls verwandelte (7:4). Okulaja blieb auch in der Folgezeit auffälligster Spieler auf deutscher Seite, auch wenn Femerling sich per Dunking spektakulär zu Wort meldete (11:8/ 7. Min.). Doch die jungen Kanadier wehrten sich tapfer, trafen ihrerseits zwei Dreier in Folge (Carl English und Jermanine Bucknor), gingen damit in der 8. Minute erstmals mit 15:16 in Führung und konnten diese bis zum Viertelende behaupten (17:21).

Im zweiten Viertel meldete sich erstmals Julian Sensley “zu Wort”. Der Debütant im deutschen Team traf direkt seinen ersten Dreier und brachte das deutsche Team so zu Viertelbeginn wieder auf 20:21 heran. Doch in der Verteidigung offenbarten sich immer wieder Lücken, Deutschland gewährte den Kanadiern viel Platz, die diese zu sicheren Punkten verwandelten. Das Publikum in Hamburg spürte, dass die Mannschaft ihre Unterstützung brauchte. Die Defense-Rufe schienen ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Zwei Steals von Pascal Roller leiteten die Schnellangriffe ein, die jeweils von Okulaja abgeschlossen wurden, der seine Mannschaft damit wieder mit 31:30 (19. Min.) in Führung brachte und weiterhin der dominierende Spieler im deutschen Team blieb. Dirk Nowitzki blieb in den ersten beiden Vierteln erfolglos aus dem Feld (0/5) und markierte seinen ersten Punkt erst 18 Sekunden vor Ende der ersten Halbzeit per Freiwurf zum 32:30-Halbzeitstand.

Nach dem Seitenwechsel gelangen dem NBA-Star schließlich endlich die ersten Punkte aus dem Feld (39:37/ 25. Min.). Ein Steal von Roller, den der Aufbauspieler selbst per Fastbreak abschloss (41:39), bedeutete den Beginn eines 11:0-Lauf des deutschen Teams, in dem vor allem Sensley und Hamann das Tempo hoch hielten. Mit der Schlusssirene setzte sich Jan-Hendrik Jagla nach dreimaligem Offensivrebound am Brett durch und markierte den 52:42-Zwischenstand nach drei Vierteln.

Im Schlussabschnitt meldete sich auch das Publikum lautstark zurück. Zwei Mal ging die Welle durch die Hamburger Arena, bevor der Jubel im Dreipunktespiel von Nowitzki zum 58:49 (33. Min.) zunächst seinen Höhepunkt fand. Kanada blieb jedoch vor allem durch Rans Brempong im Spiel. Immer wieder kam der Forward frei zum Schuss und überzeugte durch eine konstant hohe Trefferquote. Zwei Dreier in Folge von Jermaine Anderson brachten die Kanadier dann wieder in Führung (58:60, 36. Min.). Dirk Bauermann nahm eine Auszeit, und Deutschland besann sich auf seine Stärken an diesem Tag: Ademola Okulaja. „The Warrior“ setzte sich erneut am Brett durch und glich aus (60:60), die drei nächsten deutschen Angriffe endeten jedoch mit Fehlwürfen. Dagegen zeigte Kanada sich weiterhin treffsicher. Bucknor erhöhte erneut per Dreier den deutschen Rückstand auf 60:65 zwei Minuten vor Schluss. Zwei Freiwürfe von Okulaja brachten kaum Entlastung, da im Gegenzug Kanadas Aufbau Anderson einen Jumpshot sicher zum 62:67 verwandelte. Ein Fastbreak von Kanada (62:69) wurde von Demond Greene mit 27 Sekunden verbleibender Spielzeit per Dreier gekontert (65:69). Doch die anschließende Stop-the-Clock-Taktik ging nicht mehr auf. Zwar vergab Kanadas Brempong zwei seiner vier Freiwürfe (67:71), Mithat Demirel zog beherzt zum Korb, wurde dabei gefoult und verkürzte acht Sekunden vor Schluss noch einmal auf 68:71. Bucknor blieb an der Linie jedoch eiskalt und traf die letzten beiden Freiwürfe zum 68:73-Endstand.

Stimmen:

Dirk Bauermann:
“Das war heute nach dem harten Training der vergangenen Woche ein normales Spiel. Ich mache mir keine Sorgen wegen der Niederlage. Wir werden schon in Nürnberg ganz anders auftreten und das Spiel gewinnen. Denn wir verlieren nicht zwei Mal gegen den gleichen Gegner!”

Dirk Nowitzki:
“Natürlich bin ich mit mir nicht zufrieden. Aber ich war schlapp, habe ja noch nicht viel trainiert, und mit der Mannschaft nur einmal. Das wird jetzt sichr schnell besser werden. Die Stimmung war trotzdem super, die ganzen Kids, toll! Ich gehe davon aus, dass es schon in Nürnberg besser wird.”

Ademola Okulaja:
“Wir haben heute noch viele Fehler gemacht, die wir bald nicht mehr machen werden. Ich muss nicht unbedingt scoren um der Mannschaft zu helfen, aber heute ist es für mich ganz gut gelaufen.”

Jan-Hendrik Jagla:
“Ich freue mich, dass ich eine ganz gute Partie gezeigt habe. Ich werde alles dafür tun, in den endgültigen WM-Kader zu kommen. Das Hamburger Publikum war super!”

Deutschland:
Mithat Demirel (Guard, 1,82 m, Besiktas Istanbul/Türkei, 5), Ademola Okulaja (Forward, 2,04 m, BC Chimki Moskau/Russland, 21), Sven Schultze (Forward, 2,06 m, Armani Mailand/Italien), Robert Garrett (Guard, 1,93 m, GHP Bamberg, 2), Steffen Hamann (Guard, 1,94 m, GHP Bamberg, 4), Demond Greene (Guard, 1,85 m, ALBA Berlin, 7), Pascal Roller (Guard, 1,80 m, Deutsche Bank Skyliners, 2), Patrick Femerling (Center, 2,13 m, CSF Sevilla/Spanien, 6), Dirk Nowitzki (Forward, 2,13 m, Dallas Mavericks/USA/ Foto, 8), Robert Maras (Center, 2,15 m, Palma Aqua Magica/Spanien,nicht eingesetzt), Jan-Hendrik Jagla (Forward/Center, 2,11 m, Turk Telekom Ankara, 8), Guido Grünheid (Forward, 2,08 m, RheinEnergie Köln, nicht eingesetzt), Julian Sensley (Forward, 2,07 m, University Hawai, 5), Johannes Herber (Guard, 1,97 m, University West Virginia, 3).

Kanada:
Osvaldo Jeanty, Jermaine Anderson (10), Ryan Bell (3), Andy Rautins (2), Carl English (18), Levon Kendall (7), Aaron Doornekamp (3), Dave Thomas, Jesse Young (2), Nate Doornekamp (6), Joel Anthony, Vladimir Kuljanin, Rans Brempong (10), Jevohn Shepherd, Jermaine Bucknor (12).



Scouting (nicht ganz vollständig und korrekt wegen mehr als 12 eingesetzten Spielern pro Team, es fehlen zwei Punkte von Andy Rautins)

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