Erster Sieg für die deutsche Nationalmannschaft bei der EM17. September 2005

Deutlicher 84:58 -Erfolg gegen die Ukraine

Bei der Europameisterschaft in Serbien und Montenegro (16.-25. September) hat die deutsche Herren Nationalmannschaft das zweite Spiel der Gruppe A gewonnen. Vor rund 4000 Zuschauern in Vrsac gewann das Team von Dirk Bauermann deutlich mit 84:58 (47:32) gegen die Ukraine und sicherte sich somit alle Chancen aufs Weiterkommen. Morgen gegen Russland (ab 21.45 live im DSF) kann durch einen hohen Erfolg (mehr als 14 Punkte) sogar noch der Gruppensieg erreicht werden.

Gleich die ersten beiden Angriffe konnten durch Patrick Femerling erfolgreich abgeschlossen werden. Auch Dirk Nowitzki (18 Pkt. in der 1. Halbzeit) fand diesmal schneller ins Spiel als noch gegen die Italiener und traf mit Nachschlag zum 7:5. Bei der Ukraine war vor allem der erst 23jährige Sergej Listchuk in der Anfangsphase auffällig. Gegen eine aggressive deutsche Verteidigung fand die Mannschaft von Trainer Gennadi Zastchuk jedoch zunächst kein probates Mittel. Durch gute Aktionen von Pascal Roller und Denis Wucherer, der zu seinen ersten Turnierpunkten kam, erhöhten die deutschen Korbjäger zum 15:9. Als Dirk Nowitzki erstmals von jenseits der 6,25-Marke traf, war der Rückstand der Ukrainer nach knapp 6 Minuten schon zweistellig (22:11). Bereits in der Schlussphase des 1. Viertels wurde viel gewechselt im deutschen Team, wobei zwar kurzzeitig der Rhythmus verloren ging, die Ukraine dies jedoch nicht für sich nutzen konnte. Aleksander Rajevsky verkürzte mit einem wilden „Buzzer Beater“ zum 27:18.

Im 2. Viertel blieben die Ukrainer zunächst dran. Ihre eher mäßige Trefferquote kompensierten diese, indem sie immer wieder aggressiv ihren eigenen Fehlwürfen hinterhergingen. Ein ums andere Mal erkämpften sie sich zweite Wurfchancen und konnten dadurch punkten. Der Vorsprung pendelte sich bei 10 Punkten ein. Insgesamt wirkte die Begegnung jedoch zerfahren. Auf beiden Seiten gab es zahlreiche Ballverluste und schlechte Wurfentscheidungen. Schwächen zeigte die deutsche Mannschaft vor allem von der Dreipunktelinie. Zwischenzeitlich gelang es jedoch immer wieder, durch Schnellangriffe erfolgreich zu sein, wie bspw. durch Stephen Arigbabu zum 41:30. Wie schon gestern gegen Italien, verbesserte das DBB-Team seine bis dahin mäßige Dreierquote in den letzten Sekunden der Halbzeit. Zunächst streute Sven Schultze nach gutem Passspiel aus der Ecke, dann konnte, nach einem Ballgewinn, Dirk Nowitzki mit einem einbeinigen Sprungwurf mit Ablauf der Spielzeit den Vorsprung nochmals um 3 Punkte zum 47:32 Halbzeitstand erhöhen.

Ähnlich wie in der 1. Hälfte konnte im 2. Spielabschnitt erneut Patrick Femerling die ersten vier Punkte erzielen. Auf ukrainischer Seite saß der vorher hochgelobte NBA-Akteur von den L.A. Lakers Stanislav Medvedenko zunächst nur auf der Bank und wurde erst Ende des Viertels eingewechselt. Auf dem Spielfeld dominierte weiterhin die deutsche Mannschaft. Immer wieder konnten durch schnelle Finger in der Verteidigung Fast-Breaks eingeleitet werden, auch der Defensivrebound wurde nun kontrolliert. Demond Greene schloss einen Schnellangriff mit krachendem Dunking und formvollendeter Landung ab und auch Nowitzki traf sicher (57:36). Das Spiel war entschieden. Bundestrainer Dirk Bauermann hatte nun Gelegenheit, alle Spieler einzusetzen und auch die, die etwas länger auf der Bank gesessen hatten, fügten sich nahtlos ins deutsche Spielsystem ein. Am Ende des Spielabschnitts hieß es 67:45.

Im 4. Spielabschnitt konnte sich mit Robert Garrett (Foto) auch der letzte deutsche Akteur in die Punkteliste eintragen. In der Verteidigung wurde weiterhin die Spannung gehalten. Der Angriff wurde auch bei immer höher werdendem Vorsprung konzentriert vorgetragen und konnte dreieinhalb Minuten vor der Schlusssirene sogar auf 30 Punkte erhöht werden (82:52). Am Ende gewann die deutsche Mannschaft nach einer absolut überzeugenden Mannschaftsleistung mit 84:58.

Deutschland:

Stephen Arigbabu (Forward/Center, 2,06 m, ALBA Berlin, 5), Mithat Demirel (Guard, 1,82 m, Besiktas Istanbul/Türkei, 5), Robert Garrett (Guard, 1,93 m, Navigo.it Teramo/Italien, 4), Demond Greene (Guard, 1,85 m, ALBA Berlin, 7), Robert Maras (Center, 2,15 m, CSF Sevilla/Spanien, 4), Dirk Nowitzki (Forward, 2,13 m, Dallas Mavericks/USA, 27), Marko Pesic (Guard, 1,98 m, RheinEnergie Köln, 7), Pascal Roller (Guard, 1,80 m, Deutsche Bank Skyliners, 4), Sven Schultze (Forward, 2,06 m, Armani Mailand/Italien, 3), Denis Wucherer (Guard, 1,95 m, Telindus Oostende/Belgien, 4), Patrick Femerling (Center, 2,13 m, Panathinakos Athen/Griechenland, 10), Misan Nikagbatse (Guard, 1,95 m, Vertical Vision Cantu/Italien, 2).

Stimmen:

Patrick Femerling: „Alle 12 Spieler haben heute hervoragend gespielt. Das war eine absolute Mannschaftsleistung. Gestern haben die Ukrainer gegen die Russen noch lange mitgehalten. Da war es wichtig, von Anfang an zu zeigen, dass wir das Spiel gewinnen wollen. Das ist ein Turnier und da kommt es auf die Tagesform an. Auch morgen gegen Russland ist ein Sieg drin.“ 

Dirk Nowitzki: „Italien ist gestern ein Supergegner gewesen. Leider hatten wir da etwas Pech und waren auch nicht clever genug. Das wollten wir heute anders machen. Die Ukraine ist eine sehr gefährliche Mannschaft, wenn die erstmal ins Laufen kommen, ist es schwer zu gewinnen. Ich denke, wir haben das heute ganz gut gemacht. Morgen gehts gegen die Russen um die Wurst. Wenn wir alles geben und vielleicht noch ein Schippchen drauf tun, dann können wir auch gewinnen.“ 

Statistik unter:

www.eurobasket2005.com



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