Ersatzgeschwächte DBB-Herren können Supercup nicht verteidigen28. August 2005

„Bauermänner“ unterliegen Griechenland

Die deutsche Herren-Nationalmanschaft hat es nicht geschaftt, den Basketball-Supercup nach 2004 in Bamberg zum 2. Mal in Folge zu gewinnen. In Braunschweig unterlag das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann Griechenland nach großem Kampf mit 57:66 (13:13, 17:15, 14:15, 13:23).

Rund 4.500 lautstarke Zuschauer wollten sich das Finale nicht entgehen lassen und sahen ein deutsches Team, das ohne Patrick Femerling (Reha nach Meniskusglättung), Nino Garris (Entzündung im Fußgelenk) und Mithat Demirel (Schwellung im Knie, morgen Atroskopie in Berlin bei Prof. Hertel), Ademola Okulaja und Gerrit Terdenge antrat. In der 1. Fünf begannen Pascal Roller, Marko Pesic, Demond Greene, Dirk Nowitzki und Robert Maras. Die Griechen versuchten es offensiv fast auschließlich über ihren Center Lazaros Papadopoulos, gegen den Robert Maras und dann Sven Schultze einen schweren Stand hatten (3:9, 7. Min.). Dirk Nowitzki war zu Beginn bei Kostas Tsartsaris in guten Händen. Aber die ING-DiBa-Korbjäger kämpften sich langsam in die Partie, die verbissen geführt wurde (7:9, 9. Min.). Dirk Nowitzki sorgte nach einem unsportlichem Foul gegen ihn für den Ausgleich von der Freiwurflinie (10:10, 10. Min.), Jo Herber traf per Dreier zum 13:13 nach dem 1. Viertel.

Im 2. Viertel blieb die Partie typisch  für die Konstellation: aggressive Defense auf beiden Seiten, eher wenige Punkte, dafür umso interessantere und umkämpfte Duelle (Schultze vs. Papadopoulos) auf den einzelnen Positionen. Die Griechen kamen zu einigen Ballgewinnen und damit zu Fastbreaks, die sie zum 14:19 nutzten (14. Min.). Sven Schultze traf selbstbewusst zum 18:21 per Dreier, Deutschland blieb dran. Sven Schultze fing sich bereits nach 17 Minuten drei Fouls und wurde wieder durch Robert Maras ersetzt. Marko Pesic mit seinem zweiten Dreier warf die DBB-Auswahl noch näher an den Gegner heran (23:25, 17. Min.), Dirk Nowitzki besorgte wenig später den erneuten Ausgleich, netzte dann zum 30:28 aus rund sieben Metern Korbentfernung ein (19. Min.). Die Zuschauer in der Volkswagen Halle waren begeistert.

Unmittelbar nach der Pause erhielt Sven Schultze sein 4. Foul, was die deutschen Defense-Optionen schmälerte. Die Partie blieb eng (34:33, 25. Min.), das DBB-Team stellte auf Zonenverteidigung um. Endlich traf Pascal Roller einen Dreier zum 37:33, nachdem er bis dahin vom Wurfglück „verschont“ geblieben war. Diamantidis glich für die Griechen aus (40:40, 28. Min.), es war längst ein offener Schlagabtausch zweier europäischer Spitzenteams geworden.

Zu Beginn des Schlussabschnitts zogen die Griechen gegen die nun auf den großen Positionen hoch foulbelasteten DBB-Korbjäger (Schultze, Arigbabu, Maras je 4 Fouls) leicht weg (44:52, 35. Min.), die deutsche Mannschaft agierte einige Minuten lang zu hektisch und punktete nicht mehr. Vor allem von den Außenpositionen kam an diesem Tag zu wenig. Trotz allen Bemühens, den Rückstand bis zum Schluss noch aufzuholen, blieben die Griechen vorne und ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen.

Deutschland:
Stephen Arigbabu (letzter Verein Roseto Basket/Italien, 1), Demond Greene (Foto, ALBA Berlin, 1), Robert Maras (letzter Verein CSF Sevilla/Spanien, 2), Marko Pesic (letzter Verein RheinEnergie Köln, 6), Pascal Roller (Deutsche Bank Skyliners, 3), Sven Schultze (Armani Mailand/Italien, 5), Denis Wucherer (letzter Verein Benetton Treviso/Italien, 4), Robert Garrett (letzter Verein Navigo.it Teramo/Italien, 2),  Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks, 30), Johannes Herber (West Virginia University, 3), Ademola Okulaja (letzter Verein Pamesa Valencia/Spanien,), Jan-Hendrik Jagla (letzter Verein Artland Dragons.

Scouting 

Stimmen:

Dirk Nowitzki:
Die Griechen waren heute sehr clever und haben ihre Chancen gut ausgenutzt. Für uns sind solche Spiele wie heute sehr wichtig. Die Spiele gegen Weißrussland und Georgien waren nur ein Warmup, jetzt wird es langsam ernst. Für mich ging es vor allem darum, wieder einen Rhythmus zu finden, da ich seit Mitte Mai nicht mehr „5 gegen 5“ gespielt habe, und es ist schon ein Riesenunterschied, ob man ohne Verteidigung alleine auf den Korb wirft oder in einem richtigen Spiel. Es hat schon ganz gut geklappt. Ich glaube nicht, dass wir ein Problem auf der Guardposition haben. Pascal Roller kann in Europa gut mithalten, das hat er oft bewiesen. Wenn er gegen einen größeren Guard verteidigen muss, muss das gesamte Team besser helfen. Unsere vielen Verletzungen sind zwar schade, aber zum Glück nicht so schlimm. Das gehört zum Sport dazu.

Dirk Bauermann:
Wir haben heute alles investiert, um dieses Spiel zu gewinnen. Doch die Griechen haben im Schlussviertel ihre Vorteile ausgenutzt, als wir etwas müde wurden. Wir haben aber lange gut gespielt und geführt. Der Gegner war heute cleverer,. aber ich bin nicht unzufrieden. Ich bin sicher, dass Spieler wie Demond Greene und Pascal Roller in diesem Sommer nicht mehr so schlecht trefffen werden wie heute. Wir befinden uns in einem Prozess und werden ab jetzt immer auf solche starken Verteidigungen treffen wie die griechische heute. Dann müssen wir bessere Entscheidungen treffen.

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