Erhoffte Sensation bleibt aus13. September 2007

Der DBB-Auswahl stehen nun wichtige Platzierungsspiele bevor

Die deutsche Nationalmannschaft der Herren hat im Viertelfinale der Europameisterschaft eine herbe Niederlage einstecken müssen. Vor knapp 16.000 Zuschauern in Madrid blieb die erträumte Sensation gegen Gastgeber Spanien aus. Am Ende unterlag das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann (Foto) mit 55:83 (14:18, 13:22, 16:26, 12:17).

Die Partie begann sehr erfolgreich für die deutsche Mannschaft. Dirk Nowitzki traf den ersten Wurf der Begegnung und brachte sein Team nach 30 Sekunden mit 3:0 in Führung. Nach eineinhalb Minuten wurde das Spiel beim Stand von 3:2 für Deutschland für mehrere Minuten unterbrochen. Die beiden 24-Sekunden-Uhren über dem Korb liefen nicht synchron. Da die technischen Probleme nicht behoben werden konnten, blieben die beiden Uhren in der ersten Hälfte ausgeschaltet. Die DBB-Auswahl hielt im Anschluss gut mit dem Gastgeber mit und legte mit einer aggressiven Verteidigung die Basis für den Angriff. Nach einem guten Pass von Steffen Hamann punktete Patrick Femerling zum 7:6 (5. Min.). Der Center konnte wenig später erneut vollenden (9:8, 6. Min.), jedoch brachte der eingewechselte Jorge Garbajosa neuen Schwung in das spanische Spiel. Mit fünf Punkten in Folge sorgte er für eine 13:9-Führung (8. Min.), die durch einen Dreier von Rudy Fernandez auf sieben Zähler erhöht wurde (16:9, 9. Min.). Zwei Punkte von Nowitzki sowie ein Dreier von Mithat Demirel in der Schlusssekunde des 1. Viertels verkürzten den Rückstand auf 14:18.

Im 2. Spielabschnitt gelang es der deutschen Mannschaft durch einen 6:2-Spurt, darunter vier Punkte von Nowitzki, die Partie ausgeglichen zu gestalten. Mithat Demirel erzielte mit einem erfolgreichen Korbleger das 20:20 (13. Min.). Zwar hielten die Deutschen bis zur Mitte des 2. Viertels das Spiel eng (24:26, 15. Min.), kamen aber in der Folge nicht mit der Zonenverteidigung des Gegners zurecht. Auf der Gegenseite agierten die Spanier abgeklärter und waren nur durch Fouls der deutschen Mannschaft zu stoppen. In der ersten Hälfte verbuchte Deutschland zehn Fouls, Spanien lediglich fünf. Die Schützlinge von Dirk Bauermann versuchten erfolglos, mit dem Tempo der Iberer mitzuhalten und verzettelten sich in Einzelaktionen, während Spanien im Angriff seine Schützen ein ums andere Mal in Position brachte. Ein 14:3-Lauf verhalf dem Team von Headcoach Pepu Hernandez zu einer 40:27-Führung zur Halbzeit. Die Spanier trafen 17 von 29 Würfen aus dem Feld und verloren seltener den Ball (3:8 Turnover).

Deutschland hatte auch nach der Pause sichtlich Probleme, gegen die Ball-Raum-Verteidigung zum Abschluss zu kommen. Die Spanier verstanden es zudem, durch aggressive Pressverteidigung Offensivaktionen der deutschen Mannschaft zu unterbinden. Im Angriff brach das DBB-Team zusammen und ermöglichte den Spaniern durch viele Ballverluste zu leichten Punkten zu kommen. Ein Alley-Oop von Rudy Fernandez auf Pau Gasol erhöhte den spanischen Vorsprung auf 18 Punkte (50:32, 24. Min.). Fernandez (Foto: FIBA Europe), der nun selbstbewusst aufspielte, und Juan Carlos Navarro konnten die Führung weiter ausbauen (64:38, 29. Min.). Das Team von Dirk Bauermann wirkte nun demoralisiert und ging mit 43:66 in die Viertelpause.

Im Schlussviertel spielte sich der Gastgeber in einen Rausch und führte die Deutschen streckenweise vor. Der 22-jährige Marc Gasol leitete einen 12:0-Run ein, der die Spanier mit 80:43 in Führung brachte (35. Min.). Die deutsche Mannschaft konnte in den zerfahrenen Schlussminuten lediglich Ergebniskosmetik betreiben und verkürzte den Rückstand durch sieben Punkte in Folge auf 18 Punkte. Robert Garrett stellte 30 Sekunden vor Schluss den 55:83-Endstand her.

Spanien zog verdient ins Halbfinale ein. Zwar verloren die Iberer die Reboundstatistik mit 32:41, überzeugten jedoch durch eine hervorragende Trefferquote aus der Zweierdistanz (69,6 Prozent) und verbuchten weniger Ballverluste (10:16 Turnover). Die Hilflosigkeit der Deutschen im Angriff spiegelte sich auch in der Blockstatistik wider, die mit 8:1 an die Spanier ging.

Die DBB-Auswahl spielt nun um die Plätze 5-8 und trifft am Samstag auf den Verlierer der Viertelfinalpartie zwischen Slowenien und Griechenland, die am morgigen Freitag ausgetragen wird. Um sich für das vorolympische Qualifikationsturnier im kommenden Sommer zu qualifizieren, muss die Mannschaft mindestens den siebten Rang erreichen.

Für Deutschland spielten:
Mithat Demirel (ohne Verein, 7), Patrick Femerling (ALBA Berlin, 8), Robert Garrett (Brose Baskets, 4), Demond Greene (Brose Baskets), Guido Grünheid (Hanzevast Capitals Groningen/Niederlande, 1), Steffen Hamann (Brose Baskets, 2), Johannes Herber (ALBA Berlin, 7), Jan-Hendrik Jagla (Joventut Badalona/Spanien, 10), Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks, 11), Ademola Okulaja (Brose Baskets, 5), Pascal Roller (Deutsche Bank Skyliners), Stephen Arigbabu (Olimpia Larissa/Griechenland).

Für Spanien spielten:
Pau Gasol (Memphis Grizzlies, 7), Rudy Fernandez (DKV Joventut Badalona, 12), Carlos Cabezas (Unicaja Malaga, 3), Juan Carlos Navarro (Memphis Grizzlies, 12), Jose Calderon (Toronto Raptors, 17), Felipe Reyes (Real Madrid, 6), Carlos Jimenez (Unicaja Malaga, 3), Sergio Rodriguez (Portland Trailblazers, 1), Berni Rodriguez (Unicaja Malaga, 3), Marc Gasol (Akasvayu Girona, 10), Alex Mumbru (Real Madrid, 2), Jorge Garbajosa (Toronto Raptors, 7).

Platzierungsspiel um die Plätze 5-8:
Samstag, 15. September 2007: Deutschland – Verlierer Slowenien/Griechenland (live im DSF)

Alle Spiele der Finalrunde finden in der Halle „Palacio de Deportes Felipe II“ in  Madrid statt.

Alle weiteren Informationen zur Europameisterschaft finden Sie auf der offiziellen Homepage www.eurobasket2007.org.

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