EM-Quali: DBB-Herren schlagen Österreich24. August 2014

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Herren hat Nerven bewiesen und mit einem Sieg gegen Österreich ihre Chancen auf eine Qualifikation zur EuroBasket 2015 gewahrt und verbessert. Eine endgültige Entscheidung wird aber erst am kommenden Mittwoch beim abschließenden Spieltag der EM-Qualifikation (Deutschland in Luxemburg) fallen.

Exkurs
Die FIBA Europe hat sich detailliert mit den einzelnen Qualifikationsgruppen beschäftigt. Hier der Link zur Analyse der Gruppensituationen.  Zur deutschen Gruppe C heißt es dort: Keiner der beiden Tabellenführer, Polen und Österreich, ist in einer Position, dass er schon am Sonntag die EM-Qualifikation feiern kann, auch wenn sie ihre jeweiligen Spiele gewinnen sollten. Für Deutschland ist das Spiel gegen Österreich in jedem Fall ein “must-win”, denn bei einer Niederlage ist man definitiv raus aus dem EM-Rennen. Luxemburg ist bereits ohne Chance auf eine Qualifikation.
Exkurs Ende

Gegen die Alpenländer setzte sich die DBB-Auswahl von Bundestrainer Emir Mutapcic in der fast ausverkauften ENERVIE Arena in Hagen vor 3.200 Zuschauern mit 88:69 (28:15, 17:26, 17:22, 26:6) durch. Dennis Schröder (Foto) war dabei der erfolgreichste deutsche Werfer (24 Punkte).

Mutapcic musste heute auf den angeschlagenen Elias Harris (muskuläre Probleme) verzichten. Dennis Schröder, Lucca Staiger, Karsten Tadda, Robin Benzing und Maik Zirbes bildeten die deutsche Startformation. Zirbes, der vor dem Spiel für sein 50. Länderspiel geehrt worden war, erzielte die ersten Punkte der Partie, Karsten Tadda ließ einen Dreier folgen und besonders die Defense stand (7:0, zwei Freiwürfe Schröder, 3. Min.). Sehr fokussiert agierten die ING-DiBa-Korbjäger, die die Österreicher gleich zu mehreren Ballverlusten veranlassten. Der zweite Dreier von Tadda bedeutete das 12:2 (5. Min.), der stark beginnende Schröder tankte sich zum 14:4 durch, holte sich aber auch bereits sein zweites Foul (6. Min.). Staiger traf von außen, wurde aber umgehend gekontert (17:9, 7. Min.). Extrem variabel traten die Deutschen auf, wechselten gut zwischen Distanzwürfen und Anspielen unter den Korb ab. Zirbes machte einen guten Job unter dem gegnerischen Korb, aber Österreich war jetzt etwas besser im Spiel (21:13, 9. Min.). Da kam der Dreier von Maximilian Kleber genau richtig (24:13), ebenso wie die Punkte von Tadda und Daniel Theis (28:14).

Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts ging die Konzentration beim DBB-Team etwas verloren (28:19, 12. Min.), aber ein spektakulärer Dunk mit Foul von Theis und der anschließende Freiwurf “weckten” die deutsche Mannschaft kurzzeitig. Die suchte danach aber weiter nach ihrem anfänglichen Rhythmus, während den Gästen jetzt deutlich mehr gelang. Urplötzlich war die Partie wieder völlig offen (32:29, 15. Min.), Mutapcic rief zur Auszeit. Der Faden aber war gerissen und es gelang der DBB-Auswahl zunächst nicht, die Partie wie zu Beginn zu dominieren (34:33, 16. Min.). Einen Führungswechsel konnte man allerdings vermeiden (40:35, Freiwurf und Dreier Benzing, 18. Min.). Zur Pause hieß es dank Schröder (12 Punkte) 45:41, was der deutschen Mannschaft noch eine ordentliche Aufgabe für die beiden abschließenden Viertel ließ.

Druckvoll in der Defense begann die deutsche Mannschaft, versäumte es aber, vorne für die nötige Distanz zum Gegner zu sorgen (46:42, 22. Min.). Zirbes kassierte sein viertes Foul, Österreich kam per Dreier zum 46:46-Ausgleich. Die Partie wurde zu einem echten Zitterspiel. Die Halle jubelte, als Schröder einen Dreier zum 49:46 versenkte und einen weiteren Distanztreffer zum 52:48 setzte (25. Min.). Österreich blieb dran, hatte jetzt das nötige Wurfglück und forderte die Deutschen voll (54:53, 26. Min.). Nach einem Wahnsinnsdreier von Thomas Schreiner aus acht Metern führten die Gäste (54:56), Mutapcic rief sein Team erneut zusammen. Staiger holte die Führung für sein Team an der Freiwurflinie zurück: 57:56 (27. Min.), aber Rasid Mahalbasic antwortete für Österreich (57:58). Die Begegnung stand auf des Messers Schneide, mehrfach wechselte die Führung hin und her. Die Distanzwürfe der Deutschen wollten einfach nicht fallen, die Foulbelastung stieg und auch bei den Rebounds sah es nicht gut aus. Nach drei Vierteln stand der Gastgeber weiter am Abgrund (62:63).

Schaffartzik eröffnete den Schlussabschnitt mit einem umjubelten Dreier und Kleber traf ebenfalls won weit draußen (68:65, 32. Min.), Auszeit Österreich. Ein “alley oop” von Schröder auf Theis riss die Halle mit, die jetzt wie eine Wand hinter der Mannschaft stand. Kleber schraubte den Vorsprung auf 72:65 (34. Min.), doch Durchschnaufen war nicht angesagt. Kapitän Schaffartzik netzte dann wieder einen Dreier ein (75:67, 35. Min.), Schröder musste am Knöchel verletzt vom Feld. Benzing machte das 78:69 (36. Min.) und holte hinten einen ganz wichtigen Rebound. Kleber schließlich war per Tip-in erfolgreich und beruhigte die Nerven etwas (80:69, 37. Min.). Der Vorsprung wuchs an der Freiwurflinie weiter (84:69, 38. Min.) und Benzing vollendete einen Fastbreak per Dunking zum 86:69. Den Schlusspunkt setzte wieder Benzing zum 88:69.

“Wir hatten heute in erster Linie zwei Ziele: erstens wollten wir das Spiel gewinnen und zweitens möglichst mit mehr als zehn Punkten, um eine gute Chance für die EM-Qualifikation zu haben. Beides hat gegen eine gute österreichische Mannschaft geklappt. Wir haben sehr gut angefangen und die Österreicher dann durch vier oder fünf einfache Ballverluste stark und wieder ins Spiel gebracht. Im vierten Viertel haben wir Charakter bewiesen und nicht nur gekämpft, sondern gut gespielt. Ich hoffe jetzt, dass wir mit diesem Sieg qualifiziert sind”, so der Bundestrainer anschließend.

Für Deutschland spielten:
Akeem Vargas (ALBA Berlin), Heiko Schaffartzik (FC Bayern München, 7), Karsten Tadda (Brose Baskets Bamberg, 8), Lucca Staiger (FC Bayern München, 4), Robin Benzing (FC Bayern München, 14), Bastian Doreth (Artland Dragons), Andreas Seiferth (Artland Dragons, dnp), Daniel Theis (Brose Baskets Bamberg, 10), Dennis Schröder (Atlanta Hawks/USA, 24), Maximilian Kleber (Rio Natura Monbus Obradoiro/ESP, 15), Johannes Voigtmann (FRAPORT SKYLINERS, dnp), Maik Zirbes (Roter Stern Belgrad, 6).

Statistiken, alle Gruppenergebnisse und weitere Informationen unter diesem Link

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