EM: Deutschland scheidet nach großem Kampf aus11. September 2011

11-Punkte-Siegpflicht gegen Gastgeber Litauen war eine zu hohe Hürde – 12.000 litauische Fans feuern ihre Mannschaft über 40 Minuten lang enthusiastisch an
In der “Lärmhölle von Vilnius” hat es für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Herren bei der Europameisterschaft trotz einer Vorstellung mit Herz und Courage nicht zum Einzug in das Viertelfinale gereicht. Die 11-Punkte-Siegpflicht erwies sich letztlich als zu hohe Hürde gegen Gastgeber Litauen, das von 12.000 frenetischen Fans ununterbrochen angefeuert wurde. Letztlich unterlag das DBB-Team von Bundestrainer Dirk Bauermann mit 75:84 (17:21, 16:16, 19:21, 23:26). Chris Kaman traf für Deutschland am besten (25 Punkte).

Philipp Schwethelm war für Joe Herber in die deutsche Starting Five gerückt. Deutschland begann entschlossen und punktete wiederholt am Korb (Kaman, Benzing 8:9, 5. Min.), aber die ersten Wurfversuche des mit allen Mitteln angegangenen Dirk Nowitzki verfehlten ihr Ziel. Heiko Schaffartzik warf die Halle mit einem Dreier für einen Moment ruhig (13:13, 7. Min.), der unermüdlich rackernde Kaman besorgte mit seinem bereits achten Punkt die deutsche 15:13-Führung. Bauermann brachte Sven Schultze für den glücklosen Nowitzki. Litauen kam einige Male ins Laufen und drehte das Spiel unter dem ohrenbetäubenden Jubel der Fans zum 15:21 (9. Min.). Nowitzki kehrte umgehend zurück aufs Feld. Mit 17:21 ging ein turbulentes Auftaktviertel zu Ende, in dem die Unparteiischen das sehr körperliche Spiel gegen Nowitzki zum wiederholten Male im Turnier ungeahndet ließen.

Noch immer ohne einzigen Zähler von Nowitzki hielt sich die deutsche Mannschaft im Spiel (19:23, 13. Min.). Dafür überragte Kaman am gegnerischen Brett und hatte beim 21:25 alle seine sechs Würfe versenkt (14. Min.). Nach 13 Minuten und 39 Sekunden traf Nowitzki erstmals von der Freiwurflinie (23:27), so lange hatte es im Nationaltrikot nur ganz selten bis zu seinen ersten Punkten gedauert. Wieder gestattete man den Litauern durch eine Unaufmerksamkeit einen Fastbreak, den diese gnadenlos verwandelten (24:31, 16. Min.). Es fehlte gegen die keineswegs überragenden Gastgeber zu diesem Zeitpunkt der allerletzte Biss … und ein aus dem Feld treffender Nowitzki. Der tat das dann und netzte zum 26:31 ein. Kaman legte das 28:31 nach, die Dezibelzahl in der Siemens Arena fiel einen Moment lang auf ein erträgliches Maß. Ein mit aller Macht um seine Würfe kämpfender Nowitzki überdrehte gelegentlich etwas, hängte sich aber auch in der Defense voll rein. Benzings Dreier kam genau zum richtigen Zeitpunkt (31:35, 19. Min.). Zum Seitenwechsel war es Litauen nicht gelungen, einen größeren Abstand vorzulegen (33:37). Nowitzki wirkte ob der pausenlosen Ackerei um jeden Zentimeter beim Gang in die Kabinen ausgepowert und konnte die 15 Minuten Pause gut gebrauchen.

Es war wieder Kaman, der das dritte Viertel für sein Team eröffnete (35:37). Nowitzki traf kurz später seinen ersten Dreier (38:39, 22. Min.), Litauen schien etwas beeindruckt, als Kaman mit Foul traf und an der Freiwurflinie das 41:39 machte. Doch wieder gelang Litauen der Konter, und nur zwei Minuten später war das Momentum wieder auf Seiten der Balten (41:46, 24. Min.). Es wurde jetzt brenzlig für die DBB-Auswahl, die mit neun Punkten in Rückstand geriet (43:52, 26. Min.). Aber die ING-DiBa-Korbjäger steckten nicht auf, und nach einem Dreier von Schaffartzik stand es 48:52 (27. Min.). Jetzt kam auch Lucca Staiger erstmals aufs Feld, ehe Schaffartzik unwiderstehlich zum Korb zog und punktete (52:56, 29. Min.). Nach 30 Minuten hieß es 52:58, man ging also quasi mit einem 17-Punkte-Rückstand in den Schlussbschnitt.

Was konnte jetzt noch helfen? Schnelle Abschlüsse und Wurfglück. Benzing zog zwei Mal erfolgreich zum Korb (56:60, 32. Min.). Deutschland blieb am Drücker und forderte die Litauer voll, auch wenn ein 11-Punkte-Erfolg in immer weitere Ferne geriet. Es fehlt ein deutscher Run, der Litauen beeindruckt hätte. Benzing trumpfte in dieser Phase groß auf und brachte sein Team ganz nahe heran (60:62, 33. Min.). Mehrere Chancen zur Führung wurden vergeben, bis Kaman den Ausgleich beorgte (62:62, 35. Min.) und dann auch für die deutsche Führung verantwortlich zeichnete (64:63, 35. Min.). Wieder erhielt der gefoulte Nowitzki keinen Pfiff, Litauen war erneut vorne (64:67, 36. Min.). Den erneuten Ausgleich für die deutsche Mannschaft besorgte Heiko Schaffartzik mit einem Wahnsinns-Dreier (67:67). Doch Litauen zeigte sich weiterhin unbeeindruckt und holte sich die Führung zurück. Die Halle in Vilnius explodierte förmlich. Dreier von Robin Benzing und Philipp Schwethelm glichen die Partie nach zwei erfolgreichen Dreiern zum 75:75 aus. Eine starke Leistung zum Schluss reichte der DBB-Auswahl allerdings nicht mehr und so verlor Deutschland die Partie mit 75:84.

Bundestrainer Dirk Bauermann: „Die Jungs haben alles gegeben und hatten Litauen am Rande der Niederlage. Dafür gebührt der gesamten Mannschaft der größte Respekt. Schade, dass es nicht gereicht hat.“

Für Deutschland spielten:
Robin Benzing (FC Bayern München, 18), Johannes Herber (Fraport Skyliners Frankfurt), Steffen Hamann (FC Bayern München), Sven Schultze (ALBA Berlin), Heiko Schaffartzik (ALBA Berlin, 13), Tim Ohlbrecht (Fraport Skyliners Frankfurt), Philipp Schwethelm (FC Bayern München, 3), Tibor Pleiß (Brose Baskets Bamberg), Chris Kaman (Los Angeles Clippers/USA, 25, 11 Rebounds), Lucca Staiger (ALBA Berlin), Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks/USA, 16), Jan-Hendrik Jagla (FC Bayer München).

Alle Ergebnisse, Statistiken etc. auch im großen DBB-EM-Spezial unter http://em2011.basketball-bund.de und auf www.eurobasket2011.com

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