Die Europameisterschaft in Serbien & Montenegro kann beginnen15. September 2005

Starke Gegner für das deutsche Team

Am Mittwoch Morgen war es endlich soweit: Die von Bundestrainer Dirk Bauermann trainierte Herren-Nationalmannschaft ist zum diesjährigen Großereignis, zu den Europameisterschaften nach Serbien & Montenegro (16. bis 25. September), aufgebrochen. Seit am 10. August das Trainingslager auf Mallorca begonnen hatte, ist nun fast ein Monat intensivster Vorbereitungszeit vergangen. Mit unterschiedlichem Erfolg wurden viele Testspiele bestritten, wobei immer wieder zahlreiche Verletzungsprobleme bewältigt werden mussten und an deren Ende vor allem der Ausfall von Ademola Okulaja steht, der erstmals seit 1993 nicht an der Endrunde der Europameisterschaften teilnehmen kann. Trotzdem sind Spieler als auch Trainergespann optimistisch. Das Minimalziel ist mit dem Erreichen des 6. Platzes, und der damit einhergehenden Qualifikation für die WM 2006, klar gesteckt. Dafür muss zunächst jedoch die Gruppenphase überstanden werden. Der Sieger qualifiziert sich dabei direkt fürs Viertelfinale, wobei Zweit- und Drittplatzierte in eine Ausscheidungsrunde gelangen und sich durch einen Sieg über den Dritt- bzw. Zweitplatzierten der Gruppe B für die Runde der letzten Acht qualifizieren können. Doch zunächst heißt es für das deutsche Nationalteam, sich gegen die starke Konkurrenz aus der Gruppe A durchsetzen.

Obwohl eine der wenigen Mannschaften, die ohne NBA-Star auskommen, zählt Italien dieses Jahr zum engeren Kreis der Favoriten. Der Silbermedaillengewinner von Athen (2004) und drittplatzierte der letzten Europameisterschaften (2003) kann dabei weitestgehend auf seine erfolgreiche Stammformation zurückgreifen, die um einige interessante junge Spieler wie bspw. den vielseitigen Forward Stefano Mancinelli (Fortitudo Badalona/Spanien) ergänzt wird. Die Hauptlast wird jedoch von den erfahrenen Spieler getragen. Dabei dürfte dem hervorragenden Backcourt um Gianluca Baslie (FC Barcelona/Spanien), Massimo Bulleri (Armani Mailand) und Gianmarco Pozzecco (BC Chimki/Russland) eine besonders tragende Bedeutung eingeräumt werden. Doch gerade hier plagen Nationaltrainer Carlo Recalcati noch einige Sorgenfalten. Viele der zahlreichen Testspiele gegen fast alle EM-Teilnehmer (insgesamt 14 Spiele) mussten ohne Basile gestaltet werden und auch Pozzecco plagen derweil Probleme an der Achillessehne. Die zwischenzeitlich guten bis sehr guten Eindrücke beim Akropolis-Turnier, bei dem u.a. auch die deutsche Mannschaft die Spielstärke der „Azzura“ zu spüren bekam (Das DBB-Team verlor mit 79:97.), haben derweil im letzten Testspiel gegen Frankreich einen Dämpfer erlitten. Die ohne ihren NBA-Champion Tony Parker angetretenen Franzosen gewannen mit 83:75 gegen eher enttäuschende Italiener, die ihre Niederlage vor allem auf ihre Müdigkeit zurückführten. Man müsse sich eben an die neue Situation gewöhnen, dass man nunmehr als eines der ältesten Teams zu den Europameisterschaften anreise, gibt sich Trainer Recalcati bescheiden und auch Top-Guard Basile attestiert der Mannschaft einen Rückschritt gegenüber dem Akropolis-Turnier. Soviel Bescheidenheit stimmt verdächtig. Man kann man davon ausgehen, dass die Italiener auf den Zeitpunkt genau topfit sein werden und so gehen diese, trotz fast schon obligatorischer Tiefstapelei, als Favorit ins Eröffnungsspiel der Gruppe A gegen die deutsche Nationalmannschaft.

Das zweite Spiel bestreitet Deutschland gegen die Mannschaft aus der Ukraine. Zwar konnten die deutschen Korbjäger bei der letztjährigen EM-Qualifikation beide Spiele deutlich für sich entscheiden (81:61 [A] und 95:69 [H]), doch mussten die Ukrainer dabei auf ihre beiden NBA-Spieler Vitali Potapenko (Seattle Sonics) und Stanislav Medvedenko (L.A. Lakers) verzichten. Letzterer ist zumindest beim Endturnier in Serbien & Montenegro im Kader und hat trotz durchwachsener NBA-Saison in den letzten Testspielen immer mehr zu überzeugen gewusst. Trotzdem konnte auch er die Niederlagenserie in der Vorbereitung nicht verhindern. Vor allem der hochgelobte Stammcenter Sergej Listchuk (zuletzt bei Chimik Yuzhny), der mit Durchschnittlich 16 Punkten Topscorer der EM-Qualifikation war, scheint noch immer nicht seine EM-Form gefunden zu haben. Und so ruhen die Hoffnungen auf dem erst 20-jährigen Center Aleksej Petcherov (BC Kiev) der einer der großen Entdeckungen des Turniers werden könnte. Für die Mannschaft von Nationaltrainer Gennadi Zastchuk wird es im Wesentlichen darauf ankommen die Probleme und Fehler aus der Vorbereitung, die vor allem der Spielaufbau um Andrej Lebedev (zuletzt BC Kiev) und Artem Budsky (BC Kiev) offenbarte, zu minimieren, um in der stark besetzten Gruppe A überhaupt eine Chance aufs Weiterkommen zu haben. Zwar gilt die Ukraine nur als Außenseiter, doch bei entsprechender Tagesform könnten Medvedenko & Co. das Zünglein an der Waage sein und den einen oder anderen Konkurrenten vor arge Schwierigkeiten stellen.

Spätestens seit mit J.R. Holden (ZSKA Moskau) ein Nachfolger für den legendären Vassili Karassev gefunden wurde, zählt die russische Nationalmannschaft zumindest zum erweiterten Kreis der Favoriten auf den Titel. Der eingebürgerte US-Playmaker, der schon in der Europaliga für viel Furore sorgte, punktete auch in den Testspielen der Russen fast durchgehend zweistellig und ist neben NBA- Star Andrej Kirilenko die gefährlichste Offensivwaffe im System von Trainer Sergej Babkov. Zwar konnte Kirilenko nur die Hälfte der Saisonspiele für die Utah-Jazz bestreiten, doch ist der All-Star von 2004 pünktlich für die Titelkämpfe fit geworden und überzeugte schon in der Vorbereitung mit dem einen oder anderen Spiel jenseits der 20-Punkte-Marke. Auch die anderen beiden Akteure aus der Nordamerikanischen Profiliga, Sergej Monya und Viktor Khrjapa, die zusammen in der kommenden Saison für die Portland Trailblazers auf Korbjagd gehen werden, übernehmen immer mehr Verantwortung und sollten von ihren Gegenspielern nicht unterschätzt werden. Trotz positiver 5:2-Bilanz in den Testspielen, bei denen man sich nur Litauen und Italien geschlagen geben musste, zeigte zuletzt der Frontcourt um Aleksej Savrasenko (ZSKA Moskau) und Fjodor Licholitov (Dynamo Moskau) großen Schwächen. Zwar konnte die Generalprobe am Montag gegen Lettland mit 83:80 gewonnen werden, doch lief, wie schon beim vorletzten Vorbereitungsspiel  gegen arg dezimierte Litauer (77:71), nicht alles nach Plan. Dennoch zählen die Russen auch dieses Jahr wieder zu den unberechenbarsten Mannschaften des Turniers. An guten Tagen dürften sie in der Lage sein, jede Mannschaft zu schlagen – fragt sich nur, was an schlechten passiert.

Die Spieltermine der Gruppe A (in Vrsac):

Fr, 16.09.05, 18.00 Uhr            Deutschland                       Italien  (live im DSF)
Fr, 16.09.05, 21.00 Uhr            Russland                             Ukraine

Sa, 17.09.05, 18.00 Uhr           Italien                                  Russland  (live im DSF)
Sa, 17.09.05, 21.00 Uhr           Ukraine                               Deutschland  (live im DSF)

So, 18.09.05, 18.00 Uhr           Italien                                  Ukraine
So, 18.09.05, 21.00 Uhr           Russland                             Deutschland  (live im DSF)

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