Deutschland verliert Halbfinale gegen starke Kroaten19. Juli 2008

Olympia-Traum noch nicht geplatzt- Bärenstarke Leistung von Dirk Nowitzki

Die Herren des Deutschen Basketball Bundes haben das Halbfinale des vorolympischen Qualifikationsturniers in Athen mit 70:76 (14:24, 17:12, 17:11, 22:29) verloren. Damit muss die Mannschaft von DBB-Bundestrainer Dirk Bauermann am morgigen Sonntag gegen den Verlierer der Partie Griechenland – Puerto Rico (18.30 live im DSF) antreten, um sich das letzte verbleibende Ticket für die Olympischen Spiele zu sichern. Die Kroaten profitierten dabei vor allem von ihrer extrem starken Leistung in der Verteidigung, gegen die sich die ING-DiBa-Korbjäger über das gesamte Spiel hinweg sehr schwer taten. Ein überragender Dirk Nowitzki (30 Punkte und 13 Rebounds) konnte Deutschlands Niederlage nicht verhindern.

DBB-Bundestrainer Dirk Bauermann setzte wie am Vortag auf die Starting Five um Steffen Hamann, Demond Greene, Konrad Wysocki, Dirk Nowitzki und Chris Kaman. Kroatien stellte seine Gefahr von den Außenpositionen direkt unter Beweis und ging per Distanzwurf mit 3:0 in Führung. Für Deutschland markierte Konrad Wysocki von der Freiwurflinie den ersten Punkt der Partie. Nowitzki traf ebenfalls für Deutschland und verkürzte den Rückstand auf die im Angriff sicher agierenden Kroaten (3:7, 4. Min.). Gerade in der Anfangsphase versuchten die kroatischen Spieler, allen voran Marko Banic, die Anspiele auf Dirk Nowitzki (Foto rechts) mit legalen und illegalen Mitteln zu verhindern. Gleiches galt für Chris Kaman, der mit einer wunderschönen Bewegung für Deutschland punktete, im nächsten Angriff aber keinen Foulpfiff bekam und sich nach einem Disput mit dem Schiedsrichter ein technisches Foul einhandelte. Kroatien baute die Führung an der Freiwurflinie auf 9:5 aus. Den deutschen Basketballern gelang es in der Anfangsphase nur selten, gegen die intensive Verteidigung der Kroaten ihre Angriffe erfolgreich vorzutragen. Zudem konnten die von Bundestrainer Bauermann angesprochenen exzellenten Schützen der Kroaten nach Belieben von außen punkten: Marko Tomas traf mit der Schlusssirene zum 24:14 per Dreier. Kroatien hatte bis dato drei von fünf Distanzwürfen getroffen, Deutschland traf bisher gar nicht von außen.

Im zweiten Spielabschnitt war es vor allem Nowitzki zu verdanken, dass die DBB-Herren wieder heran kamen. Er alleine punktete bei Deutschlands 10:0-Lauf, holte zudem wichtige Rebounds und brachte die deutschen Basketballer auf 24:26 (14. Spielminute) heran. Doch Kroatien zeigte sich nur kurze Zeit beeindruckt und konnte nun auch in der Zone punkten. Die DBB-Herren ließen in dieser Phase der Partie zu oft zweite Wurfchancen der Kroaten zu und waren zu spät bei ihren Gegenspielern. Kroatien traf allerdings nicht mehr so sicher wie noch im ersten Viertel und hätte sogar noch höher führen können. Zur Halbzeitpause lagen die Kroaten daher nicht unverdient mit 36:31 in Front.

Die erwartete Initialzündung des DBB-Teams in der zweiten Spielhälfte blieb zunächst aus: Deutschland bemühte sich zwar im Angriff, doch viele gute Aktionen waren nicht von Erfolg gekrönt. Doch die Basketball-Herren waren nun aufmerksamer in der Verteidigung, die Ball-Raum-Verteidigung zwang die Kroaten zu vielen Fehlwürfen und brachte die erhofften Rebounds. Nach 26 Spielminuten war das Spiel wieder komplett offen: Kaman (Foto links) punktete für die DBB-Herren zum 39:40. Zwei Minuten später netzte Pascal Roller per Dreipunktewurf nach Jagla-Pass zum 42:42 ein, wenig später sorgte er für die umjubelte erste Führung des DBB-Teams. Vor dem Schlussviertel lag Deutschenland nach einem mit der Sirene abgeschlossenen Schnellangriff von Steffen Hamann denkbar knapp mit 48:47 in Front.

Die letzten zehn Minuten in Athen waren nichts für schwache Nerven: Nachdem Nowitzki noch vor offiziellem Beginn des Viertels einen Freiwurf für Deutschland traf, den die DBB-Herren durch ein technisches Foul gegen Kroatiens Trainer Jasim Repesa zugesprochen bekamen, fielen zwei Minuten keine Punkte. Dann waren es wieder die Kroaten, die aus der Distanz trafen (52:49). Die deutschen Basketballer, geschwächt durch den aussetzenden Chris Kaman, der sein viertes Foul kassierte, wirkten verunsichert. DBB-Bundestrainer Bauermann nahm eine Auszeit, um seine Mannschaft für die letzten Minuten der Partie zu motivieren. Nowitzki verkürzte von der Freiwurflinie zum 51:55 (35. Min.); für den NBA-Star standen zu diesem Zeitpunkt bereits 24 Punkte zu Buche. Doch was auch immer Deutschland versuchte, die Kroaten hatten eine Antwort: Nicevic und Kus trafen jenseits der Dreierlinie zur 63:53-Führung (37. Min.). In der Schlussminute wurde es in der Athener OAKA-Arena noch einmal richtig spannend. Deutschland traf durch Demond Greene und Nowitzki von außen und war bis auf zwei Punkte dran (67:69), doch die Kroaten verwandelten ihre Freiwürfe sicher. Durch die Nervenstärke im Schlussviertel und die intensive Verteidigung im gesamten Spiel siegte Kroatien verdient mit 76:70. Damit sicherte sich die Mannschaft von Trainer Jasim Repesa das erste von insgesamt drei Olympia-Tickets.

Deutschland trifft morgen (18.30 Uhr) auf den Verlierer der Begegnung Griechenland – Puerto Rico und kämpft um den letzten verbleibenden Platz, der für die Olympischen Spiele in Peking berechtigt.

Für Deutschland spielten:
Sven Schultze (Amatori Snaidero Udine/Italien), Robert Garrett (Brose Baskets Bamberg, 5), Steffen Hamann (ALBA Berlin, 10), Demond Greene (Brose Baskets Bamberg), Pascal Roller (Deutsche Bank Skyliners, 9), Chris Kaman (Los Angeles Clippers/USA, 12), Patrick Femerling (ALBA Berlin), Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks/USA, 30 Punkte, 13 Rebounds), Jan-Hendrik Jagla (DKV Joventut Badalona/Spanien), Konrad Wysocki (Deutsche Bank Skyliners, 4), Tim Ohlbrecht (Brose Baskets Bamberg) und Philip Zwiener (ALBA Berlin).

Für Kroatien spielten:
Roko-Leni Ukic (Lottomatica Roma), Davor Kus (Unicaja Malaga, 9), Marko Popovic (Zalgiris Kaunas, 6), Marin Rozic (Cibona Zagreb), Nikola Prkacin (Panathinaikos Athen, 10), Marko Tomas (Feunlabrada, 21), Zoran Planinic (Tau Vitoria, 8), Sandro Nicevic (Besiktas JK Istanbul, 4), Damir Markota (Zalgiris Kaunas), Marko Banic (Lagun Aro Bilbao Basket, 5), Kresimir Loncar (Lokomotive Rostov, 8) und Stanko Barac (Pemesa Valencia, 5).

Weitere Infos zu den DBB-Herren finden Sie auf der Turnierhomepage  

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