Deutschland trotz Niederlage gegen Lettland in der Zwischenrunde9. September 2009

Jagla trifft entscheidende Würfe – Schultze mit 100. Länderspiel – Zwischenrunde beginnt am Freitag
Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat ihr abschließendes Vorrundenspiel bei der Europameisterschaft in Polen verloren, zieht aber dennoch in die Zwischenrunde ein. Mit 62:68 (13:14, 16:21, 13:16, 20:17) unterlag das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann zwar gegen Lettland, steht aber dank der nicht zu hoch ausgefallenen Niederlage in der Zwischenrunde, die am Freitag in Bydgoszcz beginnt.

Im ersten Spiel in der deutschen Vorrundengruppe gewann Frankreich mit 69:64 (15:17, 19:18, 18:16, 17:13) so dass sich die deutsche Mannschaft eine Niederlage mit bis zu acht Punkten erlauben konnte.

Mit der bewährten ersten Fünf, bestehend aus Steffen Hamann, Demond Greene (Foto oben rechts), Robin Benzing, Jan-Hendrik Jagla und Patrick Femerling, startete die deutsche Mannschaft in die Partie, die in der Anfangsphase von der Nervosität beider Teams geprägt war. Jan-Hendrik Jagla eröffnete die Begegnung für Deutschland, Steffen Hamann erhöhte aus der Distanz zur 4:0-Führung der ING-DiBa-Korbjäger. Lettland ließ das DBB-Team aber nicht davonziehen und glich die Partie schnell wieder aus (6:6, 3. Min.). Es blieb der von Bundestrainer Dirk Bauermann erwartete schwere Kampf für die deutsche Mannschaft; Patrick Femerling musste mit einer blutenden Wunde im Gesicht vom Feld. Sven Schultze (Foto unten links), der heute sein 100. Länderspiel absolvierte, und Konrad Wysocki kamen für Deutschland in die Partie. Die Verteidigungsarbeit dominierte auf beiden Seiten und so stand es nach sieben Minuten nach Freiwürfen von Wysocki 8:8. Gegen die massigen lettischen Center schlug sich die deutsche Abwehrreihe sehr gut; und auch im Angriff lief es zum Ende des ersten Spielabschnitts besser (Dreier Schultze, 13:13). Nach zehn Minuten lag die deutsche Mannschaft knapp zurück (13:14), war aber im Soll.

Fünf unbeantwortete Punkte der Letten (Kambala, Blums) zwangen Bundestrainer Bauermann zu einer Auszeit. Elias Harris traf einen Drei-Punkte-Wurf und verkürzte aus deutscher Sicht wieder (16:19, 13. Min.). Die Atmosphäre blieb aber hektisch und ruppig, der vom Teamarzt Dr. Tom Neundorfer mit drei Stichen an der Nase genähte Femerling kam zurück aufs Feld und nahm den Kampf mit Kambala wieder auf. Demond Greene besorgte den Ausgleich für das DBB-Team, Jagla verwandelte nach Femerling-Pass ein Drei-Punkt-Spiel, das den erneuten Führungswechsel bedeutete (22:21, 15. Min.). Der ehemalige Bundesliga-Profi Uvis Helmanis antwortete jedoch direkt auf der Gegenseite und gab die Initialzündung für eine starke Phase der Letten, die auf 22:29 davonzogen. Deutschland agierte in der Offensive unglücklich und verpasste es, sich selbst durch erfolgreiche Aktionen ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Kurz vor der Halbzeit fingen sich die deutschen Basketballer noch einen Wurf der Letten, der den 29:35-Rückstand bedeutete. Dieses Ergebnis stellte das knappste Resultat dar, mit dem Deutschland die Zwischenrunde erreichen würde.

Wichtige Punkte von Jagla und Greene eröffneten den dritten Spielabschnitt für die deutsche Mannschaft, die damit den Rückstand auf die Letten bis auf zwei Punkte verkleinerte (35:37). Glücklicherweise agierten die Letten ähnlich schwach von der Freiwurflinie wie die russische Mannschaft gestern, allerdings trafen die Spieler von Head Coach Kestutis Kemzura wichtige Distanzwürfe und konnten die Führung wieder ausbauen (37:45, 25. Min.). Es blieb allerdings ein Kampf auf Biegen und Brechen, bei dem sich beide Mannschaften nichts schenkten. Heiko Schaffartziks Drei-Punkte-Wurf war wichtig, auch um in der von lettischen Fans dominierten Halle nicht in einen höheren Rückstand zu geraten. In der hitzigen Schlussphase des dritten Viertels gelang es der lettischen Mannschaft durch einen Freiwurf von Valters, den Abstand zu Deutschland auf neun Punkte zu vergrößern (42:51). Mit diesem Ergebnis wäre die deutsche Mannschaft ausgeschieden, doch noch hatte die deutsche Mannschaft ein Viertel, um das Spiel wieder zu ihren Gunsten zu entscheiden.

Dies änderten Hamann und Greene durch schnelle Punkte zu Beginn des Schlussviertels. Deutschland musste für diese so wichtigen letzten zehn Minuten auf ihren Routinier Sven Schultze verzichten, der nach seinem fünften persönlichen Foul das Feld verlassen musste. Nach Kambalas verwandelten Freiwürfen war der Rückstand der deutschen Mannschaft erstmals zweistellig (46:57, 34. Min.). Die DBB-Herren taten sich allerdings nach wie vor im Angriff schwer und kamen gegen die starke lettische Zone nur selten zum Erfolg. Jaglas Freiwürfe waren ebenso wichtig wie Greenes Distanzwurf, der das 51:57 markierte. Greene war es auch, der einen weiteren wichtigen Wurf versenkte und sich damit in diesem Basketball-Krimi gegen die Letten stemmte (54:62, 37. Min.). Als Skele vierzig Sekunde vor dem Ende der Partie einen Fastbreak verwandelte und den lettischen Vorsprung auf zehn Punkte vergrößerte, nahm Bauermann eine Auszeit. Femerling ging danach an die Freiwurflinie, traf allerdings nur einen der beiden Würfe. Janicenoks verwandelte in der Schlussminute auf der Gegenseite beide Freiwürfe, doch Jagla nahm das Heft in die Hand und sorgte mit einem Drei-Punkte-Wurf und zwei Freiwürfen für den 62:68-Endstand, der Deutschland die Teilnahme an der Zwischenrunde sicherte.

Für Deutschland spielten:

Lucca Staiger (Iowa State University / USA), Heiko Schaffartzik (New Yorker Phantoms Braunschweig, 7), Sven Schultze (ohne Verein, 4), Tim Ohlbrecht (Telekom Baskets Bonn, 3), Konrad Wysocki (Turow Zgorzelec / Polen, 2), Steffen Hamann (ALBA Berlin, 5), Demond Greene (ohne Verein, 16), Tibor Pleiß (Brose Baskets Bamberg, dnp), Elias Harris (Gonzaga University / USA, 5), Patrick Femerling (ohne Verein, 5), Robin Benzing (ratiopharm Ulm, 2) und Jan-Hendrik Jagla (ohne Verein, 13 Punkte).

Weitere Informationen zur deutschen Mannschaft, den deutschen Gegnern in der Zwischenrunde und zur Europameisterschaft in Polen finden Sie auf der Turnier-Website.

Weitere News

24. Juli 2017

U18-Jungen auf dem Weg zur EM

Stein nominiert zwölf Spieler

24. Juli 2017

U16-Jungs testen in Italien und Griechenland

Bundestrainer Alan Ibrahimagic nominiert Kader

23. Juli 2017

Stankovic Cup: Universiadeteam holt Gold

69:65 im Finale gegen Kroatien - MVP Robin Amaize