Deutschland im Halbfinale!23. September 2005

76:62-Sieg gegen Slowenien

Die deutsche Herren-Nationalmannschaft hat ihr Viertelfinalspiel bei der  Europameisterschaft in Serbien und Montenegro gewonnen. Vor rund 15.000 Zuschauern siegte Deutschland in Belgrad gegen die vormals ungeschlagene Mannschaft aus Slowenien mit 76:62 (34:34) und hat sich somit gleichzeitig für die Weltmeisterschaft in Japan 2006 qualifiziert. Damit trifft das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann im Halbfinale auf Titelfavorit Spanien (Sa, 24.09., 20.45 Uhr live im DSF), das am Abend Kroatien erst nach Verlängerung mit 101:85 ausschalten konnte.

Marko Pesic stand zum zweiten Mal bei dieser Europameisterschaft in der Startformation der deutschen Mannschaft. Für die ersten Punkte der Partie sorgte jedoch NBA-Profi Bostjan Nachbar, die Patrick Femerling allerdings gleich im Gegenzug ausgleichen konnte (2:2, 2. Minute). Von Anfang an war das DBB-Team hellwach und konnte durch gute Offensivaktionen von Demond Greene und zweimal Pascal Roller schnell mit 10:4 in Führung gehen. Slowenien zeigte zunächst Schwächen gegen eine aggressive Verteidigung, die vor allem NBA-Champion Radoslav Nesterovic gut im Griff hatte. Zudem kontrollierte das deutsche Team den Defensivrebound ausgesprochen sicher. Mithat Demirel (Foto, rechts) brachte Deutschland gar mit 13:4 in Führung, nachdem er erst wenige Sekunden zuvor eingewechselt worden war, um Pascal Roller im Spielaufbau zu ersetzen. Wenig später streute Demirel erneut von jenseits der 6,25-Markierung und erhöhte auf 19:9. Von mehreren Tausend Fans frenetisch angefeuert, kamen die Slowenen nun etwas besser ins Spiel und wühlten sich  Richtung Korb, doch wieder antwortete der 1,80m große  deutsche Aufbaubauspieler; diesmal mit dynamischem Zug zum Korb (21:12).

Von Außen tat sich Slowenien weiter schwer (0/7 3PFG im 1. Viertel), doch es gelang ihnen die schwache Trefferquote, durch einige gelungene Aktionen am Brett, zumindest teilweise, zu kompensieren (21:16, 12. Minute). Auch der Angriff der deutschen Mannschaft hatte zu Beginn des 2. Viertels viele Probleme, sich offene Würfe zu kreieren. Dirk Nowitzki (Foto, links) wurde weiterhin hervorragend abgeschirmt und auch das Selbstvertrauen, das die deutschen Spieler zu Beginn ausstrahlten, schien verflogen. Langsam aber sicher kippte das Spiel zugunsten der Slowenen, die immer wieder ihren Fehlwürfen hintergingen und aggressiv zum Korb zogen (21:19, 16. Minute). Dirk Nowitzki machte die ersten Punkte in diesem Viertel für Deutschland mit einem Sprungwurf (16. Minute), wobei Dirk Bauermann ein Foul an seinem Schlüsselspieler gesehen haben wollte. Die ansonsten souverän wirkenden Schiedsrichter, ließen nicht mit sich spaßen und quittierten die Ausführungen des Bundestrainers mit einem Technischen Foul, sodass der Topguard von Panathinaikos Athen, Jaka Lakovic, den geschenkten Angriff nutzen konnte, um seinen ersten Dreier zu versenken. Doch Nowitzki schien es nicht zu kümmern, dass er weiterhin hart verteidigt wurde und antwortete mit einem Vier-Punkte-Spiel zum 29:27. Das Spiel war nun völlig offen. Beide Mannschaften fanden nun bessere Ausstiege in der Offensive. Auf deutscher Seite glänzte Demond Greene mit Dreier und hübschem Pass auf Robert Maras. Bei den Slowenen fand Lakovic immer besser ins Spiel und versenkte 2 Sekunden vor der Schlusssirene den letzten Dreier der Halbzeit zum 34:34 Pausenstand.

Dirk Nowitzki sorgte für die ersten Zähler in der zweiten Spielhälfte und auch der überragende Mithat Demirel (3/3 3PFG) machte dort weiter, wo er in der 1. Spielhälfte aufgehört hatte und traf per Dreier zum 39:34. Radoslav Nesterovic konterte mit seinen ersten Punkten und verkürzte (41:40, 15. Minute). Doch Dirk Bauermann schien in der Halbzeitpause seinen Jungs die richtigen Ratschläge gegeben zu haben, denn selbstbewusst trafen Greene und Roller gut heraus gespielte Würfe von der Dreierlinie und erhöhten zum zwischenzeitlichen 49:40. Weiterhin hatte das Spiel eine hohe Intensität. Auf beiden Spielhälften mussten sich die Teams ihre Würfe hart erarbeiten. Bei Slowenien überraschte Erazem Lorbek mit hervorragender Verteidigung gegen Dirk Nowitzki und konnte auch am Angriff punkten (52:45, 29.Minute). Ende des 3. Spielabschnitts hieß es 52:47 für die deutsche Mannschaft.

Denis Wucherer staubte seine ersten Punkte ab, nachdem Roller beim Fast-Break-Korbleger abgeräumt wurde. Doch der etatmäßige Aufbauspieler des DBB-Teams ging in den beiden folgenden Angriffen lieber auf „Nummer sicher“, ging weiter vom Korb weg und schenkte den Slowenen zwei Dreier in Folge ein (62:47). Die deutsche Verteidigung arbeitete weiter aggressiv und gönnte dem slowenischen Team keinerlei Freiräume. Patrick Femerling (10 Rebounds, 2 Blocks) und Dirk Nowitzki (9 Rebounds, 3 Blocks) blockten einige sicher geglaubte Würfe der Slowenen eindrucksvoll ab und pflückten sicher die zahlreichen Fehlwürfe des Gegners am eigenen Brett. Im Angriff traf die deutsche Mannschaft stark von Außen (11/23 3PFG). Zunächst war es Nowitzki, dann Robert Garrett, der einen Dreier versenken konnte (66:50, 34. Minute). Slowenien erhöhte den Druck in der Verteidigung nochmals und presste jetzt übers ganze Feld. Dirk Bauermann reagierte und brachte Pascal Roller, der neben Demirel für Ruhe im Spielangriff sorgen sollte. Der starke Sani Becirovic ließ durch einen Dreier wieder Hoffnung aufkeimen bei den slowenischen Fans (68:54), doch Demond Greene hatte seine Explosivität nun endgültig wiedergefunden und düpierte die slowenische Variante der Zonenverteidigung mit unwiderstehlichem Zug zum Korb (70:54, 37. Minute). An der Linie zeigten die Slowenen zum wiederholten Male Nerven (59,2% FT), hingegen das DBB-Team seine Freiwürfe sicher verwandelte (80,9% FT). Und so rettete die deutsche Mannschaft den herausgespielten Vorsprung über die Zeit und gewann durch eine fantastische Teamleistung letztendlich mit 76:62.

Deutschland:
Stephen Arigbabu (Forward/Center, 2,06 m, ALBA Berlin), Mithat Demirel (Guard, 1,82 m, Besiktas Istanbul/Türkei, 15), Robert Garrett (Guard, 1,93 m, Navigo.it Teramo/Italien, 3), Demond Greene (Guard, 1,85 m, ALBA Berlin, 10), Robert Maras (Center, 2,15 m, CSF Sevilla/Spanien, 3), Dirk Nowitzki (Forward, 2,13 m, Dallas Mavericks/USA, 22), Marko Pesic (Guard, 1,98 m, RheinEnergie Köln), Pascal Roller (Guard, 1,80 m, Deutsche Bank Skyliners, 15), Sven Schultze (Forward, 2,06 m, Armani Mailand/Italien), Denis Wucherer (Guard, 1,95 m, Telindus Oostende/Belgien, 2), Patrick Femerling (Center, 2,13 m, Panathinakos Athen/Griechenland, 6), Misan Nikagbatse (Guard, 1,95 m, Vertical Vision Cantu/Italien).

Stimmen:

Mithat Demirel: „Erstmal muss ich mich bei den Physios bedanken, die mich wieder zusammengeflickt haben. Heute war von meiner Physis her der beste Tag. Aber für uns ist es noch nicht vorbei bei dieser EM. Wir sind hierher gefahren, um aufs Treppchen zu kommen. Jetzt wollen wir Gold! Ich grüße dabei Ademola Okulaja ganz herzlich.“

Pascal Roller: „Ich hab vor der Partie schon gesagt, dass es egal ist, gegen wen wir spielen. Es zählt nur wie wir spielen. Die gegnerischen Teams wissen jetzt, dass wir ein Team sind und nicht nur aus Dirk Nowitzki bestehen. Das hat man heute gesehen. Ich grüße mein´ Schatzi!“

Statistik unter:

www.eurobasket2005.com 
 

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