DBB-Team im Viertelfinale!20. September 2005

66:57-Erfolg gegen die Türkei

Die deutsche Herren-Nationalmannschaft hat ihr Ausscheidungsspiel um den Einzug ins Viertelfinale bei der Europameisterschaft in Serbien und Montenegro gewonnen. Gegen die Türkei setzte sich das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann mit 66:57 (27:34) erfolgreich durch und hat sich somit für die Runde der letzten Acht qualifiziert. Am Freitag spielt Deutschland dabei gegen die bisher ungeschlagene Mannschaft aus Slowenien (Fr, 23.09., 17.45 Uhr live im DSF) um den Einzug ins Halbfinale.

Für Denis Wucherer stand erstmals Misan Nikagbatse in der Startformation der deutschen Nationalmannschaft, um vor allem Hidayet Türkoglu aus dem Spiel zu nehmen, hingegen auf türkischer Seite etwas überraschend NBA-Akteur Mehmet Okur zunächst nur auf der Bank saß. Dirk Nowitzki bekam es am Anfang mit Kaya Peker zu tun. Im Gegensatz zum Spiel gegen Russland, kam die deutsche Mannschaft zunächst besser ins Spiel, während die Türkei viele leichte Korbleger verlegte (6:4, 3. Minute). Insgesamt konnten jedoch beide Seiten ihr Spiel nicht dem Gegner aufdrängen. Türkoglu und zweimal Peker erhöhten jedoch für die Türken auf 6:10, nachdem das DBB-Team im Angriff vier Ballverluste hintereinander produzierte. Und auch die Wurfauswahl blieb zunächst schwach, während die Türkei immer mehr ins Laufen kam (8:15). Endlich traf Mithat Demirel einmal per Dreier und als Pascal Roller eigens für den letzten Angriff vor der Schlusssirene eingewechselt wurde, konnte dieser nach Pass von Demirel den nächsten Distanzwurf zum 14:15 versenken.

Erfolgreich schien Deutschland immer dann, wenn man, wie Marco Pesic zweimal zu Beginn des 2. Viertels, mutig zum Korb zog, der damit erstmals die deutsche Führung herstellte (18:17, 12. Minute). Doch Serkan Erdogan antwortete mit drei Dreiern in Folge (19:26). Dann erhöhte Mirsad Türkcan gar auf 12 Punkte Rückstand. In der Verteidigung wechselten die Nowitzki-Bewacher fast in jedem Angriff und setzten dem Topscorer der EM immer wieder hart zu. Dieser konnte zwar durch 6 Freiwürfe verkürzen (27:33, 19. Minute), kassierte aber Ende der Halbzeit sein 3. Foul und wurde von Dirk Bauermann sicherheitshalber auf die Bank beordert. Trotz eher durchwachsener Offensivleistung lag das deutsche Team zur Halbzeit nur mit 27:34 zurück.

Je länger das Spiel dauerte, desto mehr Nicklichkeiten stellten sich ein. Auf beiden Seiten wurden keine leichten Körbe zugelassen. Im Angriff spielten die Deutschen nun aggressiver, kreierten sich vereinzelt offene Würfe gegen die bärenstarke türkische Verteidigung. Pascal Roller versenkte zwei Dreier und auch Nowitzki traf von Draußen und verkürzte zum zwischenzeitlichen 38:40. Doch Nachlässigkeiten in der Defense ließen die Türken wieder auf 7 Punkte davonziehen (27. Minute). Angetrieben von den unermüdlich anfeuernden deutschen Fans nahm wiederum Nowitzki das Heft in die Hand und machte weitere 7 Punkte in Folge zum 45:45-Ausgleich. Dann, direkt ins Gesicht von NBA-Center Mehmet Okur, ein weiterer Dreier des 27jährigen Wunderkindes (48:46 nach dem 3. Viertel).

Mithat Demirel machte nun eine hervorragende Partie auf der Spielmacherposition, variierte immer wieder das Tempo und erzielte wichtige Punkte (53:46, in der 33. Minute). Dirk Nowitzki erhöhte, nachdem er beim Dreierversuch gefoult wurde auf einen 10 Punkte-Vorsprung. Kaya Peker (insgesamt 16 Punkte) hielt mit guten Aktionenen zunächst dagegen. Der Angriff des DBB-Teams lief nun deutlich strukturierter. Alle deutschen Spieler agierten äußerst selbstbewusst und drängten ihren Gegenspieler den eigenen Rhythmus auf. Robert Maras schloss mit zwei tollen Aktionen flüssige Passstaffetten ab (62:48, 36. Minute). Taktisch clever, spielte das Team von Dirk Bauermann die Angriffe aus, ließ gleichzeitig aber nicht in der Verteidigung nach und zwang besonders Türkuglu zu vielen gezwungenen Aktionen. Per Freiwürfe konnte dieser jedoch zum 62:53 verkürzen. Die Türkei gab nicht auf und erhöhte den Druck in der Defense nochmals. Doch es half nichts. Das deutsche Team brachte den Sieg souverän nach Haus.

Deutschland:
Stephen Arigbabu (Forward/Center, 2,06 m, ALBA Berlin, 1), Mithat Demirel (Guard, 1,82 m, Besiktas Istanbul/Türkei, 7), Robert Garrett (Guard, 1,93 m, Navigo.it Teramo/Italien), Demond Greene (Foto) (Guard, 1,85 m, ALBA Berlin), Robert Maras (Center, 2,15 m, CSF Sevilla/Spanien, 6), Dirk Nowitzki (Forward, 2,13 m, Dallas Mavericks/USA, 33), Marko Pesic (Guard, 1,98 m, RheinEnergie Köln, 4), Pascal Roller (Guard, 1,80 m, Deutsche Bank Skyliners, 9), Sven Schultze (Forward, 2,06 m, Armani Mailand/Italien), Denis Wucherer (Guard, 1,95 m, Telindus Oostende/Belgien), Patrick Femerling (Center, 2,13 m, Panathinakos Athen/Griechenland, 4), Misan Nikagbatse (Guard, 1,95 m, Vertical Vision Cantu/Italien, 2).

Stimmen:

Dirk Nowitzki: “Die Türken haben am Anfang einfach viel physischer gespielt. Wenn man dann aber ein paar Würfe hintereinander trift, gehen auch schon mal schwierige Dinger rein. Für mich war es wichtig, bei all der Provokation, nicht den Kopf zu verlieren, das kann dann leicht kippen. Die Slowenen haben bisher sehr dominant gespielt. Alle sind unglaublich athletisch und sie haben einige strake Schützen in ihren Reihen. Vor allem gegen Griechenland war Slowenien sehr stark. Dennoch werden wir wieder alles geben. Wenn wir von Anfang an hellwach sind und nicht so zögerlich agieren wie heute, dann ist alles drin.”

Dirk Bauermann: “Natürlich war das extrem harte Arbeit. Wir haben uns sehr schwer damit getan, ins Spiel zu finden. Aber Dirk hat uns fantastisch wieder zurück gebracht. Was der Junge hier macht, da kann einfach nur den Hut ziehen. Was die Mannschaft hier leistet, ist das Resultat von viel Arbeit, viel Herz und natürlich auch Dirk Nowitzki. Bei so einem schweren Turnier muss sich jeder bemühen, nicht Teil des Problems, sonder ein Teil der Lösung zu sein. Und bei dieser Mannschaft ist es so, dass alle 12 Spieler das sehr gut umsetzen und verstehen. Wenn man so lange zusammen ist, muss man normalerweise schon aufpassen, dass es keinen Lagerkoller gibt. Aber unsere Mannschaft und auch alle drum herum, der ganze Stab und die Fans arbeiten einfach fantastisch zusammen.”  

Statistik unter: www.eurobasket2005.com

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