DBB-Team verschläft Auftakt in die Zwischenrunde8. September 2007

Nowitzki gegen die geschlossenen Franzosen auf sich allein gestellt

Das erste Zwischenrundenspiel bei der EM in Madrid verlor die deutsche Nationalmannschaft der Herren gegen Frankreich mit 66:78 (20:26; 19:21; 10:15; 17:16).

Nationaltrainer Dirk Bauermann startete mit einer neuen Ersten Fünf, bei der Johannes Herber an Stelle von Patrick Femerling eingesetzt wurde. Damit rutschte Nowitzki auf die Position des Centers und spielte gegen Frankreichs reboundstarken Frédéric Weis.

Bauermanns Taktik ging sofort mit dem ersten erfolgreichen Dreier von Herber auf und Nowitzki agierte unterm Korb zum 5:2 (2.Min). Der dreimalige NBA-Champion Tony Parker (Foto: FIBA Europe) drehte trotz aggressiver Verteidigung des athletischen Demond Greenes auf und erzielte in den ersten 5.Minuten 7 Punkte (9:10, 5.Min.). Deutschland hatte, wie im Vorfeld befürchtet, mit der Schnelligkeit der Franzosen zu kämpfen und war den flinken Aktionen des Gegners nicht gewachsen. Nach mehreren Treffern und zusätzlich verwandelten Freiwürfen hatte Frankreich einen 12-Punkte-Lauf und Deutschland lag somit in der 7. Minute mit 13:21 zurück. Das DBB-Team, das in den bisherigen Spielen immer wieder Höhen und Tiefen durchlebte, behielt den Anschluss und ging mit 20:26 in das 2. Viertel.

Das Rezept gegen das Team von Claude Bergeaud war nach der kurzen Pause gefunden und Nowitzki & Co. glichen mit einem vorbildlichen Passspiel zum 28:28 (13.Min) aus. Die Franzosen zeigten sich jedoch von der Aufholjagd unbeeindruckt und verwandelten zwei Dreier in Folge (34:28, 15. Min.). In den nächsten Minuten konnte Deutschland den 6-Punkte Rückstand gegen die hellwachen Franzosen nicht knacken. Gute Angriffsinitiativen Nowitzkis und Okulajas störten das dominate Spiel der Franzosen wenig. Leichtsinnige Verteidigungslücken rächte die französische Auswahl mit einem starken Drang zum Korb. Durch Topspieler Nowitzki, der sich als Einziger neben Okulaja bemerkbar machte und bisher 19 Punkte erzielte, blieb der Rückstand zur Halbzeitpause unter 10 Punkten (39:47, 20.Min.). Die Trefferquote (2er 54,1%, 3er 42,8%) der Deutschen ließ zwar keine Kritik zu, dennoch wies die Statistik der ausgeglichenen französischen Mannschaft eine noch bessere Quote (2er 65%, 3er 45,4%) auf.

Nach der Halbzeitpause holten die Deutschen mit einem engagierten Steffen Hamann zum 45:47 (22. Min.) auf. Schnell folgten jedoch unbedachte Abschlüsse der Bauermann – Schützlinge, womit die erhoffte Wende nicht einkehrte (56:45, 26. Min.). Die Franzosen behielten mit Führungsspieler Tony Parker das Spiel völlig unter Kontrolle und bremsten die Deutschen wörtlich aus. Die erfahrene deutsche Mannschaft schien wenig abgeklärt, brachte nicht die notwendige Geduld in ihr Angriffsspiel und war in der Verteidigung den Franzosen an Gewandtheit unterlegen. Während Spielmacher Parker die Partie völlig unter Kontrolle hatte, konnte im deutschen Team neben Nowitzki (Foto: FIBA Europe), der zu unbequemen Würfen gezwungen wurde, kein Spieler Verantwortung übernehmen. Die Franzosen verstanden es mit ungestörter Leichtigkeit ihren Vorsprung auf 18 Punkte auszubauen (69:51, 34. Min.). Auch wenn die Deutschen zu Spielende hin mit einem überragendem Nowitzki aufmerksamer wurden, gelang es ihnen nicht, der ausgeglichenen Teamleistung Frankreichs Herr zu werden (78:64, 39. Min.).

Die ernüchternde Partie endete mit 66:78 gegen Deutschland. Die Mannschaftsleistung der Deutschen ließ im Gegensatz zur Geschlossenheit der Franzosen (14 Assists) zu Wünschen übrig. Parker & Co. bedrängten Schlüsselspieler Nowitzki, womit dieser schwer zu machbaren Würfen kam.

Headcoach Bauermann beschrieb die Niederlage als ein typisches Spiel, in dem man sich schwer tut seinen Rhythmus zu finden: „Wir haben Frankreich mit einem starken Tony Parker nicht in den Griff bekommen. Das Team hat nicht die notwendige Energieleistung gezeigt und war in der Defensive mit nur vier Mannschaftsfouls in der ersten Spielhälfte zu passiv. Man kann jedoch kein Turnier spielen, ohne sich einen leichten Ausrutscher zu leisten.“
Bauermann behält dennoch das große Ziel im Visier und verspricht für die Begegnung am Montag das notwendige „Knistern“: „Nach wie vor bin ich optimistisch, dass wir uns gegen Slowenien gut präsentieren werden.“

Für Deutschland spielten:
Mithat Demirel (ohne Verein), Patrick Femerling (ALBA Berlin, 4), Robert Garrett (Brose Baskets, 1), Demond Greene (Brose Baskets, 2), Guido Grünheid (dnp, Hanzevast Capitals Groningen/Niederlande), Steffen Hamann (Brose Baskets, 8), Johannes Herber (ALBA Berlin, 7), Jan-Hendrik Jagla (Joventut Badalona/Spanien, 2), Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks, 28), Ademola Okulaja (Brose Baskets, 14), Pascal Roller (Deutsche Bank Skyliners), Stephen Arigbabu (Olimpia Larissa/Griechenland).

Für Frankreich spielten:
Joseph Gomis (Grupo Capitol Valladolid/ESP), Pape Badiane (dnp, Chorale de Roanne), Sascha Giffa (Strasbourg IG), Yoann Sangare (Asvel Villeurbanne), Yakhouba Diawara (Denver Nuggets, 5), Tony Parker (San Antonio Spurs, 23), Cédric Ferchaud (Pau-Orthez, 6), Florent Pietrus (MMT Estudiantes Madrid/ESP, 12), Tariq Kirksay (Unics Kazan/RUS, 12), Boris Diaw (Phoenix Suns, 7), Ronny Turiaf (Los Angeles Lakers, 11), Frédéric Weis (Iurbentia Bilbao/ESP, 2).

Spieltermine der Zwischenrunde:
Montag, 10. September 2007, 21.30 Uhr Deutschland – Slowenien (ab 21.15 Uhr live im DSF)
Mittwoch, 12. September 2007, 16.30 Uhr Deutschland – Italien (ab 16.15 Uhr live im DSF)

Alle Spiele werden in Madrid ausgetragen.


Alle weiteren Informationen zur Europameisterschaft finden Sie auf der offiziellen Homepage www.eurobasket2007.org.

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