DBB-Team verpasst EM-Viertelfinale knapp15. September 2009

68:70-Niederlage gegen Kroatien – Tolle Leistung der deutschen Basketballer bei der EM
Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat mit 68:70 (19:20, 13:17, 18:12, 18:21) knapp gegen Kroatien verloren und damit den Einzug ins Viertelfinale bei der Europameisterschaft in Polen knapp verpasst. Die ING-DiBa-Korbjäger scheiden damit aus der Europameisterschaft aus, können aber angesichts der tollen Leistungen im bisherigen Turnierverlauf sehr stolz auf sich sein. Erst in der letzten Spielminute fiel die Entscheidung zu Gunsten der Kroaten, die nun in das EM-Viertelfinale einziehen. 

Bundestrainer Dirk Bauermann veränderte in diesem Endspiel in der Zwischenrunde seine Stammformation auf zwei Positionen und begann mit Steffen Hamann, Demond Greene, Konrad Wysocki, Tim Ohlbrecht und Patrick Femerling. Der deutsche Rekordnationalspieler eröffnete die Partie, doch Deutschland tat sich in den folgenden Angriffen schwer. Die Kroaten trafen auf der Gegenseite ihre Würfe und sorgten so für einen Fehlstart aus deutscher Sicht (2:8, 3. Min), auf die Bundestrainer Bauermann mit einer Auszeit reagierte. Doch es blieb dabei: Kroatien dominierte die Partie in der Anfangsphase und die DBB-Herren fanden in der Verteidigung kein Mittel, um die Mannschaft von Jasmin Repesa zu stoppen. Femerlings Akzente im deutschen Angriff waren zu wenig, um den Kroaten gefährlich zu werden (5:14, 6. Min.). Die Einwechselungen von Jan-Hendrik Jagla und Heiko Schaffartzik (Foto rechts) zahlten sich aus, denn das Duo sorgte für positive Aktionen im deutschen Angriff. Mit vier (je zwei) verwandelten Drei-Punkte-Würfen verkürzten Jagla und Schaffartzik zunächst den Vorsprung der Kroaten und sorgten dann für die erste Führung des DBB-Teams (19:18, 9. Min.). Nach sehr abwechselungsreichen ersten zehn Minuten, in denen die deutschen Basketballer einmal mehr ihr Kämpferherz unter Beweis stellten, war die Partie ausgeglichen (19:20).

Deutschlands Lauf am Ende des ersten Spielabschnitts hielt im zweiten Viertel nicht an. Nach einigen unglücklichen Aktionen im Angriff und drei Minuten ohne Korberfolg rief Bundestrainer Dirk Bauermann seine Mannschaft zu einer Auszeit zusammen. Danach war es Steffen Hamann, der für die deutschen Basketballer Akzente setzte: Zunächst zog der Aufbauspieler unnachahmlich zum Korb und sorgte dann mit einem tollen Anspiel auf Patrick Femerling, der ein Drei-Punkt-Spiel verwandelte, für den 24:27-Zwischenstand. (15. Min.). Die starke Phase der deutschen Mannschaft war jedoch nach wenigen Minuten vorbei. Kroatien sicherte sich im zweiten Viertel wichtige Offensiv-Rebounds und konnte unter dem Korb immer wieder erfolgreich nachsetzen. Dadurch erspielten sich die Kroaten wieder eine zweistellige Führung 27:37 (18. Min.), die Jagla mit fünf Punkten in Folge zum 32:37-Halbzeitstand verkürzte.

Auch in der zweiten Halbzeit dominierten die Verteidigungsreihen auf beiden Seiten, so dass nach drei Minuten erst vier Punkte gefallen waren (34:39). Roko-Leni Ukic blieb jedoch für die kroatische Mannschaft der Aktivposten und konnte auf sämtliche deutsche Angriffsbemühungen eine Antwort geben. Durch Femerlings Punkte unter dem Korb (Foto links) und Sven Schultzes verwandelten Distanzwurf verkürzte Deutschland in dieser spannenden Zwischenrundenpartie auf 41:43 (26. Min.). Der Führungswechsel war für die DBB-Herren in dieser Phase mehrfach möglich, doch selbst gute Würfe wollten einfach nicht fallen. Lucca Staigers Distanzwurf ebnete den Weg für den Führungswechsel, den Robin Benzing und Heiko Schaffartzik von der Freiwurflinie verwirklichten (48:47, 29. Min.). Vor den letzten zehn Minuten lag die deutsche Basketball-Nationalmannschaft nach weiteren Punkten von Steffen Hamann mit 50:49 in Front.

Zu Beginn des vierten Spielabschnitts sah es wieder nach einer nervenaufreibenden Schlussphase für alle deutschen Basketball-Fans aus. Lucca Staigers Drei-Punkte-Wurf und Heiko Schaffartziks Sprungwurf brachten etwas Sicherheit und eine kleinere Führung für das Team Deutschland (57:54, 34. Min.). Absetzen konnten sich die ING-DiBa-Korbjäger allerdings nicht, auch bedingt durch einige Ballverluste, die sich die deutsche Mannschaft im Spielaufbau und im Angriff leistete. Vier Minuten vor dem Ende war für beide Teams in diesem spannenden Endspiel alles drin (57:57). Ukic und Popovic trafen für Kroatien und sicherten sich zunächst das Momentum. Femerling verkürzte von der Freiwurflinie, jedoch traf Lobcor auf der Gegenseite einen für das deutsche Team schmerzhaften Drei-Punkte-Wurf zum 59:64 eine gute Minute vor dem Ende der Partie. Schaffartziks Dreier zu Beginn der Schlussminute gab berechtigte Hoffnung, dass Deutschland die Sensation doch noch möglich machen kann (62:65). Kroatien blieb jedoch eiskalt und konnte auch einen erneuten Wahnsinns-Dreier von Schaffartzik beantworten. Am Ende musste die deutsche Mannschaft in eine schmerzhafte 68:70-Niederlage einwilligen, kann aber ob der sensationellen Vorstellungen bei dieser top-besetzten Europameisterschaft stolz sein.

Für Deutschland spielten:

Lucca Staiger (Iowa State University / USA, 6), Heiko Schaffartzik (New Yorker Phantoms Braunschweig, 18), Sven Schultze (ohne Verein, 5), Tim Ohlbrecht (Telekom Baskets Bonn), Konrad Wysocki (Turow Zgorzelec / Polen), Steffen Hamann (ALBA Berlin, 8 Punkte, 7 Assists), Demond Greene (ohne Verein, 2), Tibor Pleiß (Brose Baskets Bamberg), Elias Harris (Gonzaga University / USA), Patrick Femerling (ohne Verein, 15), Robin Benzing (ratiopharm Ulm, 3) und Jan-Hendrik Jagla (ohne Verein, 11).

Weitere Informationen zur deutschen Mannschaft, den deutschen Gegnern in der Zwischenrunde und zur Europameisterschaft in Polen finden Sie auf der Turnier-Website.

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