DBB-Team und US-Boys feiern sensationelles Basketballfest in der Kölnarena5. August 2004

18.500 Zuschauer sehen 80:77 für die USA
Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Herren hat das Länderspiel gegen die Olympiamannschaft der USA in der ausverkauften Kölnarena mit 77:80 (24:25, 16:19, 21:16, 16:20) verloren. Beide Teams lieferten dem enthusiastischen Publikum ein Basketballfest allererster Klasse.

Völlig anders als noch einen Tag zuvor kamen die US-Amerikaner aus den Kabinen. Voller Motivation, voller spürbarem Willen, die Schlappe gegen Italien vergessen zu machen. Die DBB-Auswahl brauchte einige Minuten, um sich auf das Spiel einzustellen (2:8, 3. Min.). Dann lief es besser, und der anfänglich übergroße Respekt legte sich. Denis Wucherer verkürzte noch in der selben Minute zum 9:10. Dann brachte Ademola Okulaja sein Team mit 11:10 in Front. Bis dahin hatten die mehr als 18.000 Zuschauer schon eine ganze Reihe spektakulärer Szenen erlebt, da es vor allem den US-Amerikaner immer wieder gelang, durch Dunkings zu punkten (Tim Duncan, Lamar Odom, Richard Jefferson). Nach sechs Minuten erzielte Dirk Nowitzki seine ersten Punkte zum 17:14. Es sollten bei weitem nicht seine letzten bleiben.

Hochinteressant gestaltete sich das Duell zwischen Steffen Hamann und Allen Iverson auf der Guard-Position. Der Amerikaner versuchte mehrfach, den jungen deutschen Playmaker zu düpieren, zunächst ohne großen Erfolg. Nowitzki lief warm (21:17, 8. Min.), und Tim Duncan wurde nach starker Anfangsphase jetzt besser kontrolliert. Mit der Schlussirene des 1. Viertels brachte Dwayne Wade die US-Amerikaner mit einem Dreier 25:24 in Front.

Nach einigen Unkonzentriertheiten sah sich das deutsche Team mit 26:31 (12. Min.) im Rückstand, auch weil die US-Boys viel besser mit der Zonenverteidigung zurecht kamen als noch gegen Italien. Deutschland blieb dran (32:33), doch es wurde , gegen den konstant hohen Druck der Amerikaner nun zunehmend schwieriger zu punkten (35:40, Dunking Tim Duncan, 16. Min.). Nowitzki verzeichnete einige Fehlwürfe, um kurz später wieder aufzutauchen (40:42, 20. Min.). Zum Seitenwechsel war noch alles offen, Dirk Nowitzki hatte 15 Punkte erzielt, Tim Duncan auf US-amerikanischer Seite elf.

Zu Beginn des 3. Viertels behaupteten die US-Amerikaner die Führung, doch das DBB-Team um den mutigen Steffen Hamann blieb in Reichweite (49:51, 24. Min.). Die großartige Kulisse wurde weiterhin erstklassig unterhalten und feierte kurz später die nächste deutsche Führung (53:51, Nino Garris, 25. Min.), die aber umgehend von einem Iverson-Dreier gekontert wurde. „La Ola“ rauschte durch die Halle, ein Zeugnis besten Entertainments (57:54, Denis Wucherer, 27. Min.). Minutenlang kochte die Arena, begeistert vom attraktiven Spitzenbasketball.

Die Auswechslungen von Nowitzki und Hamann nutzten die US-Amerikaner zur eigenen 60:59-Führung (30. Min.), doch nach dem 3. Viertel lagen die Deutschen mit 61:60 in Front. Beim 63:63 (32. Min.) kehrte Nowitzki zurück auf das Spielfeld. Dann traf Carmelo Anthony zwei Dreier, im deutschen Spielaufbau gingen einige Bälle verloren (65:68, 34. Min.). Hamann kam ebenfalls zurück, Okulaja traf einen Dreier, aber Nowitzki musste drei „Fahrkarten“ verkraften, ehe er den Ausgleich besorgte (70:70), 45 Sekunden später das 72:70.

Die Schlussphase übertraf alles, was bisher passiert war und mündete in einem Finale in den letzten drei Sekunden, das wohl keiner der Zuschauer so schnell vergessen wird. Ohrenbetäubend ist nur eine mehr als unzureichende Beschreibung für den Lärm, den das Publikum bei Nowitzkis Dreier zum 77:77 drei Sekunden vor dem Ende veranstaltete. Alles freute sich auf eine Verlängerung, nur einer nicht: Mit der Schlussirene traf Allen Iverson von kurz hinter der Mittellinie zum Sieg. Die US-Amerikaner jubelten, die Kölnarena zollte beiden Teams mit lang anhaltendem Beifall den verdienten Respekt. Ein sensationelles Basketballfest war beendet.

Für Deutschland spielten:
Ademola Okulaja 10, Demond Greene 5, Robert Garrett, Denis Wucherer 6, Steffen Hamann 9 (Foto), Misan Nikagbatse, Nino Garris 2, Stephen Arigbabu 4, Patrick Femerling 9, Dirk Nowitzki 32, Jan-Hendrik Jagla, Branko Klepac. Bei den USA punkteten Tim Duncan (19), Carmelo Anthony (16) und Allen Iverson (15) am besten.

Stimmen: Dieses Spiel hatte keinen Sieger verdient. Es ging rauf und runter und war eine echte Basketball-Werbung. Ich habe Allen Iverson direkt nach dem Spiel wegen seines Wurfes einen Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag gewünscht. Ich denke, wir können auf dieser ersten Woche aufbauen und optimistisch der EM-Qualifikation entgegen sehen.

Dirk Nowitzki:

Dirk Bauermann:
Die USA hat heute wesentlich konzentrierter und intensiver gespielt als gestern. Mich macht es stolz, dass wir sie dennoch an den Rand einer Niederlage gebracht haben. Dirk war sicher überragend, aber auch die anderen Spieler haben sehr gut gespielt. Wir haben unser Ziel erreicht und viel für den Basketball getan. Es hat wohl heute keiner bedauert, in die Kölnarena gekommen zu sein.

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