DBB-Team wird von Slowenien überrannt10. September 2007

Deutschland wirkt mental blockiert und liefert beim 47:77 eine “indiskutable Leistung” ab

Nach zwei Niederlagen in Folge hat es die deutsche Nationalmannschaft der Herren versäumt, Selbstvertrauen für die wichtige Partie gegen Italien zu tanken. In ihrem zweiten Spiel der Zwischenrundengruppe F verlor die Truppe von Dirk Bauermann gegen die slowenische Auswahl mit 47:77 (9:30, 13:15, 12:18, 13:14). Deutschland bot eine enttäuschende Leistung und muss am Mittwoch gegen die Italiener gewinnen, um das Viertelfinale zu erreichen. Slowenien, das sich den Platz im Viertelfinale bereits zuvor gesichert hatte, bleibt mit fünf Siegen aus fünf Spielen neben Litauen die einzig ungeschlagene Mannschaft der Europameisterschaft.

Das DBB-Team hatte in der Anfangsphase Probleme, ihren Spielrhythmus zu finden. Zwar ging Deutschland durch einen Dreier von Ademola Okulaja nach einer Minute mit 3:2 in Führung, doch kam sie in den folgenden Minuten nicht zum Abschluss. Selbst nach erfolgreichem Zug zum Korb wurde der Ball zu leichtfertig verloren. Die Slowenen spielten hingegen ihre Systeme ruhig zu Ende und fanden gegen eine zu passive Verteidigung der Deutschen ihre freien Schützen. Nach fünf Punkten in Folge von NBA-Center Radoslav Nesterovic baute Slowenien seine Führung auf acht Punkte aus (13:5, 5. Min.). Dirk Nowitzki (Foto: FIBA Europe) war zwar auf der Gegenseite erfolgreich (7:13, 5. Min.), doch Deutschland ließ in den verbleibenden fünf Minuten des 1. Viertels einen 16:2-Lauf der slowenischen Auswahl zu. Die deutschen Herren schienen sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff wie eingefroren und ließen den Ball zu wenig laufen. Die deutsche Mannschaft ließ Aggressivität vermissen und erzwang in den ersten zehn Minuten keinen einzigen Freiwurf. Slowenien strotzte hingegen vor Selbstvertrauen, traf traumhafte 6/7 Zweier sowie 3/5 Dreier und ging mit einem 30:9-Vorsprung in die Viertelpause.

Im 2. Spielabschnitt konnte die deutsche Mannschaft die mentale Blockade nicht durchbrechen. Im Angriff kam kein Zusammenspiel zustande, auf dem deutschen Konto standen lediglich zwei Assists zu Buche. In der Verteidigung fehlte der Biss, was sich unter anderem daran zeigte, dass Slowenien in der ersten Hälfte ohne Ballverlust blieb. Zwar konnte das Team von Ales Pipan die hervorragende Trefferquote nicht halten, doch den deutschen Herren gelang es nicht, den Rückstand zu verkürzen. Ein Dreier von Demond Greene (16:39, 16. Min.) sowie ein anschließendes Drei-Punkt-Spiel von Dirk Nowitzki (19:39, 17. Min.) ließen Hoffnung aufkeimen, jedoch blieb ein erhoffter Lauf aus. Das Team von Dirk Bauermann wirkte wie gelähmt und schaffte es nicht, die negative Anspannung zu lösen. Zur Halbzeit lag die Mannschaft mit 22:45 in Rückstand.


Die deutschen Spieler zeigten sich angesichts der blamablen Leistung gegen Slowenien ratlos. (Foto: FIBA Europe)

Nach der Pause fand der unsichere Auftritt der Deutschen seine Fortsetzung. Die DBB-Auswahl war ideenlos im Angriff und erzwang zu viele Einzelaktionen. Slowenien blieb ruhig und konnte den Vorsprung kontinuierlich ausbauen. Ein weiterer Korberfolg des routinierten Nesterovic brachte die Slowenen sogar mit 30 Punkten in Führung (58:28, 27. Min.). Auf deutscher Seite fehlte eine mannschaftliche Trotzreaktion. Stattdessen machte sich Frust bemerkbar. Das Team fand keine Antwort und war der slowenischen Mannschaft immer einen Schritt hinterher. Die angekündigte Energieleistung war zu keiner Phase der Partie zu spüren. Im letzten Viertel schonten beide Trainer ihre Stammkräfte. Die Körpersprache der deutschen Spieler spiegelte die Verzweiflung wider. Fassungslosigkeit stand ihnen in die Gesichter geschrieben. Vier Punkte von Jan-Hendrik Jagla in den Schlusssekunden stellten den 47:77-Endstand her.

Nach der Partie war der Grund für die Blamage schwer zu finden. Auch Dirk Bauermann fand keine Erklärung. “Wir haben indiskutabel gespielt. Das einzig Gute ist, dass heute nicht Mittwoch ist. Wenn man mit dem Adler auf der Brust für Deutschland spielt, selbst auf dem Freiplatz, darf man eine solche Leistung nicht erbringen”, so der Bundestrainer. “Das Spiel war ein Desaster und es ist nicht entschuldbar, dass sich die gesamte Mannschaft hat auseinandernehmen lassen.”

Das deutsche Team ließ früh die Köpfe hängen und zeigte zu wenig Kampfgeist. “Es ist sehr enttäuschend und frustierend. Der Zug war bereits im 1. Viertel abgefahren. Der Biss hat gefehlt. Wir müssen vor allem in der Verteidigung aggressiver auftreten”, fasste Dirk Nowitzki zusammen. “Jeder hat seine Leistung heute nicht gebracht. Jeder muss sich an die eigene Nase fassen. Wir müssen zusehen, dass wir am Mittwoch auf der Höhe sind.”

Für Deutschland spielten:
Mithat Demirel (ohne Verein, 2), Patrick Femerling (ALBA Berlin, 2), Robert Garrett (Brose Baskets, 3), Demond Greene (Brose Baskets, 3), Guido Grünheid (Hanzevast Capitals Groningen/Niederlande, 3), Steffen Hamann (Brose Baskets, 2), Johannes Herber (ALBA Berlin), Jan-Hendrik Jagla (Joventut Badalona/Spanien, 7), Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks, 16), Ademola Okulaja (Brose Baskets, 5), Pascal Roller (Deutsche Bank Skyliners, 2), Stephen Arigbabu (Olimpia Larissa/Griechenland, 2).


Für Slowenien spielten:
Sandi Cebular (ohne Verein, 2), Jaka Lakovic (FC Barcelona/ESP, 12), Aleksandar Capin (dnp, Whirlpool Varese/ITA), Goran Dragic (TAU Ceramica/ESP, 5), Radoslav Nesterovic (Toronto Raptors, 13), Matjaz Smodis (CSKA Moskau/RUS, 22), Uros Slokar (Triumph Lyubertsy/RUS, 9), Jaka Klobucar (Geoplin Slovan), Goran Jagodnik (Hemofarm Vrsac/SER, 4), Domen Lorbek (Estudiantes Madrid/ESP, 6), Gasper Vidmar (Efes Pilsen Istanbul/TUR), Erazem Lorbek (Lottomatica Rom/ITA, 4). 


Letzter Spieltermin der Zwischenrunde:

Mittwoch, 12. September 2007, 16.30 Uhr Deutschland – Italien (ab 16.15 Uhr live im DSF)

Alle Spiele der Zwischen- und Finalrunde werden in Madrid ausgetragen.


Alle weiteren Informationen zur Europameisterschaft finden Sie auf der offiziellen Homepage www.eurobasket2007.org.

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