DBB-Olympioniken unterliegen China 55:5916. August 2008

Viertelfinale verpasst – Katastrophale Wurfquote

Die deutsche Basketbal-Nationalmannschaft hat bei den Olympischen Spielen in Peking das Viertelfinale verpasst. Nach dem 55:59 (9:19, 22:8, 8:20, 16:12) gegen Gastgeber China muss die Truppe von Bundestrainer Dirk Bauermann nach dem bedeutungslosen Spiel am Montag gegen die USA Abschied vom Olympischen Basketball-Turnier nehmen.

Dirk Nowitzki (Foto) hatte sich anscheinend Einiges vorgenommen, denn anfangs lief jede Aktion über ihn, und er versenkte seine ersten beiden Würfe. Doch dabei blieb es lange, denn nur zwei der ersten neun deutschen Würfe trafen den Korb. Deutschland lag zurück (5:8, 6. Min.). Die Chinesen versuchten es nahezu ausschließlich über ihren 2,26 Meter langen Center Yao Ming. Beide Teams trafen vor 18.000 Zuschauern in der Wukesong Arena nur mäßig, aber China dominierte jetzt doch deutlich, ausgerechnet durch einen Dreier des im bisherigen Turnierverlaufes enttäuschenden Yi Jianlian (7:14, 8. Min.). Drei Mal wurden die deutschen Korbjäger geblockt, Bauermann rief seine Mannschaft zur Auszeit zusammen. Doch weiterhin traf kein Wurf das Ziel (3/17 = 18 Prozent), und man drohte früh in zweistelligen Rückstand zu geraten. So war es dann auch nach dem 1. Viertel (9:19).

Rollers zwei Dreier wurden unter der Kategorie “Endlich!!!” verbucht, Deutschland war auf 15:19 heran (12. Min.) und spielte in dieser Phase deutlich besser, hatte Ballgewinne und traf jetzt auch hin und wieder. Kaman fing den Rebound eines Nowitzki-Dreier-Versuches und machte das 19:20 (14. Min.). Ming erhielt bei seinen Offensiv-Aktionen jeden Pfiff, den er haben wollte, während die Pfeife der Unparteiischen bei den Deutschen oft stumm blieb. In der 16. Minute traf Ming sogar einen Dreier, seinen 2. im gesamten Turnier, und China hatte sich wieder etwas abgesetzt (19:25). Kaman kassierte sein 3. Foul, wurde aber ordentlich von Patrick Femerling vertreten. Nowitzki punktete überwiegend an der Freiwurflinie (23:25, 18. Min.), hatte aber nach seinen Anfangspunkten nicht mehr aus dem Feld gepunktet. Hamann (Foto unten) erzielte mit zwei beherzten Moves das 27:25, die erste deutsche Führung (19. Min.), Femrling traf zwei Freiwürfe, die Partie hatte sich gedreht. Hamann erhöhte ebenfalls an der Freiwurflinie auf 31:25, aber mit der Schlusssirene punkteten auch die Chinesen wieder.

Den besseren Start in das 3. Viertel hatten die Chinesen, die erneut die Führung übernahmen (31:32, 22. Min.). Man fühlte sich stark an das Auftaktviertel erinnert, denn nichts lief zusammen (31:35, 24. Min.). Dann traf Nowitzki endlich mal wieder aus dem Feld, und Kaman kehrte von der Bank zurück. Der hatte gleich einen tollen Pass auf Roller parat (35:37, 26. Min.). Doch man lief den Chinesen hinterher und traf katastrophal. Dass man überhaupt noch einigermaßen im Spiel war, hatte man nur den ebenfalls nicht überzeugenden Chinesen zu “verdanken”. Die Schiedsrichter taten ihr Übriges dazu (37:45, 30. Min.), ARD-Kommentator Andreas Witte sprach von “Verzweiflung”. Noch vor dem Ende des 3. Viertels bekam Kaman sein 4. Foul, China zog davon (37:47). Roller traf dann noch einmal.

Gleich zu Beginn des 4. Viertels nahm Bauermann eine weitere Auszeit und appellierte lautstark an die Einstellung seiner Mannschaft. “Wir haben das Herz!”, so lautete seine Aussage, mit der er versuchte, sein Team noch einmal wach zu rütteln. Aber Ming machte das 39:49 und 39:51, und es funktionierte wirklich überhaupt nichts im deutschen Spiel. Dann blitzte es bei Nowitzki mit einem Zweier und einem Dreier auf, und der Rückstand war wieder einstellig (46:54, 34. Min.). Roller legte zum 49:54 nach, vier Minuten waren noch zu spielen. China wackelte spürbar, als Nowitzki einen Move zum Korb mit Foul versenkte (51:54, 37. Min.) und auch den anschließenden Freiwurf verwandelte (52:54). Kaman glänzte mit einem Monsterblock trotz Foulbelastung, aber einer der Herren Schiedsrichter meinte einen Schrittfehler bei Nowitzki erkannt zu haben. Nowitzki schluckte den Frust runter und traf per Dreier zum 55:56 zwei Minuten vor dem Ende. Doch die Referees meinten es nicht gut mit dem NBA-Star, verhängten ein Offensiv-Foul, und China hatte eine Minute vor dem Ende den Ball, warf, holte den Offensiv-Rebound und ging 28 Sekunden vor Schluss durch Yi in Führung (55:58). Nowitzkis Dreier drehte sich 19 Sekunden vor Spielschluss aus dem Korb, Ming traf nach schnellem Foul einen Freiwurf zum entscheidenden 55:59. Da spielte dann der anschließende deutsche Ballverlust kaum noch eine Rolle. Der Traum vom olympischen Traum war ausgeträumt.   

Für Deutschland spielten:
Robert Garrett (Brose Baskets Bamberg), Demond Greene (Brose Baskets Bamberg), Steffen Hamann (ALBA Berlin, 6), Jan-Hendrik Jagla (DKV Joventut Badalona/Spanien), Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks/USA, 24), Tim Ohlbrecht (Brose Baskets Bamberg), Pascal Roller (Deutsche Bank Skyliners, 13), Sven Schultze (Amatori Snaidero Udine/Italien), Konrad Wysocki (Deutsche Bank Skyliners), Philip Zwiener (ALBA Berlin), Chris Kaman (LA Clippers, 10) und Patrick Femerling (ALBA Berlin, 2).

Alle Informationen zum Olympischen Basketballturnier gibt es auf der offiziellen Turnier-Homepage

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