DBB-Herren: Zweiter Platz in Istanbul3. August 2012

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Herren hat den “Basketball Worldcup” in Istanbul auf dem zweiten Platz beendet. Im Finale unterlag das Team von Bundestrainer Svetislav Pesic der Türkei mit 67:71 (15:14, 14:12, 8:24, 30:21). Für Jan-Hendrik Jagla wurden auf deutscher Seite die meisten Punkte notiert (20). Weiter geht es für die ING-DiBa-Korbjäger am 11./12. August 2012 in Bamberg mit dem BEKO-Supercup.

Pesic verzichtete heute auf den Einsatz von Philipp Schwethelm, alle anderen 14 Akteure standen auf dem Spielberichtsbogen. Heiko Schaffartzik, Karsten Tadda, Robin Benzing, Jan-Hendrik Jagla (Foto) und Tibor Pleiß begannen für Deutschland. In den ersten Spielminuten bestimmte der türkische NBA-Center Semih Erden (Cleveland Cavaliers) das Spiel für sein Team, erzielte sechs der ersten acht Punkte. Aber das DBB-Team hielt mit Pleiß und Jagla (je 4 Punkte) dagegen (8:8, 5. Min.). Dann schloss Tim Ohlbrecht einen wunderbaren Fastbreak “gefüttert” von Schaffartzik per Dunk ab (10:8, 7. Min.). Beiden Teams unterliefen viele Fehler, aber Deutschland war nach Benzing-3er zum 13:8 besser im Spiel (8. Min.). Die nur ganz wenigen Zuschauer in der riesigen Abdi Ikpeci Arena freuen sich anschließend über einen Zwischenspurt ihrer Mannschaft, der Pesic zu einer Auszeit veranlasste (13:14, 9. Min.). Nach dem ersten Viertel war noch alles offen (15:14, Bastian Doreth).

Das interessante Duell zweier neu formierter Mannschaften – auch die Türkei tritt in diesem Sommer mit vielen jungen und unerfahrenen Spielern an – blieb auch im zweiten Viertel von vielen Fehlern behaftet. Pesic trieb seine Spieler an, die versuchten, nach jedem Ballgewinn mit Volldampf in den Fastbreak zu kommen, dabei aber gelegentlich die Passgenauigkeit vermissen ließen. Erst nach über drei Minuten gelangen Pleiß die ersten deutschen Punkte im zweiten Viertel (17:18), beide Mannschaften waren bis dahin vergeblich auf der Suche nach einem Rhythmus. Elf Ballverluste auf deutscher Seite nach 14 Minuten waren einfach zu viel (Türkei acht). Jagla hielt Deutschland mit drei Treffern in Folge zum 23:23 im Spiel (17. Min.). Es blieb aber hektisch. Der bärenstake Jagla versenkte einen 3er zur Führung (26:25, 19. Min.), sein schon 13. Punkt. Jetzt kam die DBB-Auswahl bis zur Pausensirene noch ein paar Mal ins Laufen (29:26, Pleiß, 20. Min.).

Erden brachte die Türkei unmittelbar nach Wiederbeginn im Alleingang wieder nach vorne (29:30), Deutschland agierte jetzt unaufmerksam und unkonzentriert.  Kaum ein Pass kam ungefährdet zum Mitpieler, die Türkei übernahm eindeutig das Kommando (29:34, 22. Min.). Pesic stoppte das Geschehen mit einer Auszeit. Aber das Momentum blieb auf Seite der Gastgeber, während die DBB-Akteure vorne einen Pass nach dem anderen im Aus platzierten. Doch das Pesic-Team biss sich in das Spiel hinein, versuchte über die Defense wieder ins Spiel zu kommen (31:39, 25. Min.). Vorne lief es aber weiterhin überhaupt nicht, die Deutschen kamen einfach nicht zu einem kontrollierten Angriffsspiel (31:42, 26. Min.). Nach drei Vierteln hatte sich das nicht geändert (37:50).

An der Freiwurflinie punktete Jagla nach längerer Durststrecke und Schaffartzik versenkte einen 3er zum 42:49 (32. Min,), Deutschland -jetzt mit Zonenverteidigung – hatte sich noch nicht aufgegeben. Jaglas 3er bedeutete das 47:52 (33. Min,). Jetzt nahm die Türkei, die in der EM-Qualifkation in Gruppe F gegen  Italien, die Tschechische Republik, Weißrussland und Portugal antreten muss, eine Auszeit. Benzing verkürzte weiter auf 49:52, ehe auch die Türken wieder trafen. Es war jetzt eine spannende Partie, in der sich das DBB-Team deutlich gesteigert hatte. Ein Pleiß-3er (!) brachte das 56:57 (36. Min.) und Benzing scorte kurz später ebenfalls aus der Distanz zum 59:59-Ausgleich. Doch wieder Erden stoppte den deutschen Lauf per Dunking.

Pesic rief seine Mannschaft drei Minuten vor dem Ende beim Stand von 59:63 zusammen. Die ING-DiBa-Korbjäger fighteten mit letzter Kraft, aber Erden setzte sich noch einmal durch und verwandelte auch den fälligen “and one” (61:66, 39. Min). Schaffartziks 3er fiel zum 64:66 in den türkischen Korb, aber wer anderes als Erden (am Ende 29 Punkte und als MVP ausgezeichnet) konterte (64:68, ´46). Der 3er-Versuch von Schaffartzik ging 36 Sekunden vor dem Ende daneben, Pesic forderte laut “gute Defense”. Letztlich setzte sich die Türkei aber durch.

“Wir haben heute gegen eine Mannschaft gespielt, die sehr hart und aggressiv verteidigt hat. Das hat mich gefreut, denn davon profitieren wir sehr. Nur so können wir uns entwickeln und lernen. Das heutige Spiel war sicher wichtiger als das gestrige, aber insgesamt war das Turnier hier wieder eine ganz wichtige Erfahrung für meine Mannschaft. Es hat uns viel gebracht, es war ein weiterer Schritt nach vorne. Ich habe nichts Negatives zu sagen, es fehlt nur noch etwas Erfahrung”, lautete die Bilanz von Svetislav Pesic nach dem Turnier.

Für Deutschland spielten
Tim Ohlbrecht (ohne Verein, 6), Lucca Staiger (Neckar RIESEN Ludwigsburg, 3), Per Günther (ratiopharm Ulm), Philip Zwiener (Eisbären Bremerhaven), Heiko Schaffartzik (ALBA Berlin, 11), Karsten Tadda (Brose Baskets Bamberg, 1), Tibor Pleiß (Caja Laboral Vitoria/ESP, 14), Robin Benzing (FC Bayern  München, 10), Bastian Doreth (TBB Trier, 2), Andreas Seiferth (TBB Trier, dnp), Jan-Hendrik Jagla (FC Bayern München, 20), Patrick Heckmann (Boston College/USA, dnp), Mathis Mönninghoff (TBB Trier, dnp), Maik Zirbes (Brose Baskets Bamberg).

Der Basketball Worldcup wird im Internet sowohl per Live Stream als auch per Live Score unter folgender Adresse präsentiert: http://www.tbf.org.tr

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