DBB-Herren verpassen Revanche gegen Kroatien28. August 2009

62:75-Niederlage gegen DBB-Supercup-Gewinner – Morgen im Halbfinale gegen Mazedonien

Die Herren-Nationalmannschaft des Deutschen Basketball Bundes hat die Revanche vom DBB-Supercup-Finale am vergangenen Wochenende in Bamberg verpasst. Gegen die Auswahl Kroatiens verloren die ING-DiBa-Korbjäger in ihrem zweiten Spiel beim EFES PILSEN WORLD CUP in Ankara/Türkei vor rund 1500 Zuschauern mit 62:75 (16:25, 15:17, 15:15, 16:18). Konrad Wysocki (Foto links) (17 Punkte) und Tibor Pleiss (11 Punkte) waren die besten Werfer im DBB-Team. Im morgigen Halbfinale, das Deutschland nach dem gestrigen 74:67-Erfolg gegen Gastgeber Türkei bereits erreicht hatte, trifft die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann morgen (voraussichtlich um 20 Uhr deutscher Zeit) auf Mazedonien. Damit kommt es zu einer Neuauflage der Halbfinal-Begegnung beim DBB-Supercup am vergangenen Wochenende, das Deutschland gewinnen konnte.

Die DBB-Herren spielten ohne Patrick Femerling und Robin Benzing und begann die Begegnung mit Steffen Hamann, Demond Greene, Konrad Wysocki, Jan-Hendrik Jagla und Tim Ohlbrecht. Doch die Anfangsminuten verliefen so gar nicht nach dem Geschmack der deutschen Mannschaft. Roko-Leni Ukic und Mario Kasun sorgten für sechs schnelle Punkte und dafür, dass Bundestrainer Bauermann seine Mannen bereits in der dritten Spielminute zu einer Auszeit rief. Der Rückstand wuchs auf elf Punkte, ehe Jan-Hendrik Jagla die ersten Punkte für Deutschland markierte (3:11, 4. Min.). Vor allem NBA-Legionär Ukic war in den Anfangsminuten kaum zu stoppen. Konrad Wysockis Drei-Punkte-Wurf zum zwischenzeitlichen 6:13 (5. Min.) folgte die direkte Antwort von Davor Kus. Bauermann brachte mit Yassin Idbihi und Elias Harris zwei neue Spieler, deren Einwechslung sich direkt bemerkbar machte (10:19, 8. Min.). Heiko Schaffartzik verkürzte auf 12:19, doch die Antwort Kroatiens ließ nicht lange auf sich warten (12:23, Planinic). Schaffartziks Punkte von der Freiwurflinie hielten den Rückstand nach zehn Minuten einstellig (16:25).

Auch im zweiten Spielabschnitt verzeichneten die Kroaten durch vier Punke von Marko Banic den besseren Start. Demond Greene (Foto rechts) traf aus der Distanz zum 19:29 (13. Min.) und spiegelte damit die bisherige Wurfausbeute der beiden EM-Teilnehmer wider. Das DBB-Team verwandelte zu diesem Zeitpunkt von jenseits der 6,25 Meter solide (3/6), zeigte sich aber schwach aus dem Zwei-Punkt-Bereich (4/11). Die Kroaten offenbarten ihrerseits Schwächen von der Drei-Punkte-Linie (2/8), während sie aus der Nahdistanz (8/11) hochprozentig trafen. Kroatien überzeugte mit konzentrierter und engagierter Verteidigung, die das DBB-Team unter Druck setzte. Die ING-DiBa-Korbjäger ließen die kroatische Mannschaft jedoch nicht davon ziehen und konnten mittels Wysocki-Dreier nach Günther-Pass erneut verkürzen (25:33, 16. Min.). Deutschland agierte im Angriff unglücklich und nach Popovic‘ schmerzhaftem Drei-Punkte-Wurf rief Bauermann seine Spieler zu einer Auszeit, um sie für die letzten Minuten in der ersten Halbzeit einzustellen. Wysockis dritter Distanzwurf und Schaffartziks Punkte kurz vor dem Halbzeitpfiff sorgten für den 31:42-Zwischenstand vor dem Seitenwechsel, der laut DBB-Sportdirektor Steven Clauss den Spielverlauf auf Grund der „guten Mannschaftsleistung der Kroaten“ widerspiegelt.

Sven Schultze eröffnete die zweite Halbzeit mit einem Drei-Punkt-Wurf zum 34:44 (23. Min.). Es entwickelte sich nun ein offenes Spiel zwischen zwei spielstarken Mannschaften. Besonders Wysocki trumpfte groß auf und sorgte mit fünf Punkten in Folge für eine spannende Partie (40:48, 26. Min.). Der kroatische Trainer Jasmin Repesa nahm eine Auszeit, um den Spielfluss der deutschen Mannschaft zu unterbrechen. Im Anschluss daran gelang es seiner Mannschaft, Deutschland wieder den Schneid abzukaufen und trotz Lucca Staigers Gegenwehr (zum 44:52) den zweistelligen Vorsprung vor dem Schlussviertel zu sichern (46:57 aus deutscher Sicht).

Ein denkbar schlechter Start in die letzten zehn Minuten waren der erneute Drei-Punkte-Wurf von Popovic sowie das fünf persönlich Foul von Elias Harris. Bundestrainer Dirk Bauermann brachte Topscorer Konrad Wysocki in die Partie, der auch gleich punktete (47:62, 33. Min.). Die Vorentscheidung zu Gunsten der kroatischen Mannschaft war aber nun gefallen. Dennoch setzte die deutsche Mannschaft im Angriff Akzente und kam mit Tibor Pleiss nach Zuspiel von Per Günther zu einem Drei-Punkt-Spiel (50:67, 34. Min.). Nach Harris musste die deutsche Mannschaft in der Schlussphase auch auf Lucca Staiger verzichten, der ebenfalls sein fünftes Foul ‚kassierte‘. Neben Pleiss war Ohlbrecht in den letzten Minuten ein Aktivposten im deutschen Team (56:72, Ohlbrecht). Den Schlusspunkt aus deutscher Sicht markierte Pleiss von der Freiwurflinie. Am Ende musste die Mannschaft von Dirk Bauermann in die 62:75-Niederlage einwilligen, konnte aber auf die kämpferische Leistung stolz sein.

Dies hob auch Bundestrainer Bauermann nach der Partie hervor: „Wir haben eine sehr ordentliche Leistung gezeigt und nach der Kraftanstrengung gestern gegen die Türken ein gutes Spiel gemacht. Ich habe den jungen Spielern heute bewusst früh die Chance gegeben, sich gegen einen Medaillen-Anwärter bei der Europameisterschaft zu beweisen und sie haben ihre Sache sehr gut gemacht. Die Leistung von Konrad Wysocki war heute sehr erfreulich, Tibor Pleiss hat super gespielt und auch Elias Harris hat seine Sache sehr gut gemacht. Jetzt freuen wir uns auf das Halbfinale morgen“, resümierte Bauermann.

Morgen trifft Deutschland im Halbfinale des EFES PILSEN WORLD CUPS auf Mazedonien, die sich in der Gruppe B gegen Lettland und Großbritannien behaupten konnten.

Für Deutschland spielten:

Lucca Staiger (Iowa State University/USA, 2), Heiko Schaffartzik (New Yorker Phantoms Braunschweig, 8), Sven Schultze (ohne Verein, 3), Konrad Wysocki (ohne Verein, 17, 5/6 Dreiern), Steffen Hamann (ALBA Berlin, 0), Demond Greene (ohne Verein, 3), Per Günther (ratiopharm Ulm, 7 Assists), Yassin Idbihi (ohne Verein, 6), Jan-Hendrik Jagla (ohne Verein, 3), Tim Ohlbrecht (ohne Verein, 6), Tibor Pleiss (ohne Verein, 11 Punkte, 8 Rebounds), Elias Harris (Gonzaga University/USA/BiS Baskets Speyer, 3).

Hier finden Sie mehr Informationen: www.efesworldcup.com

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