DBB-Herren verpassen Auftaktsieg gegen Frankreich7. September 2009

Starke deutsche Mannschaft bietet favorisierten Franzosen lange Paroli – Frankreich mit den besseren Nerven und im Rebound überlegen – DBB-Team morgen gegen Europameister Russland
Die Basketball-Nationalmannschaft hat ihr Auftaktspiel bei der Europameisterschaft in Polen mit 65:70 (17:14, 20:19, 11:17, 17:20) knapp verloren. Die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann lieferte sich mit der französischen Auswahl einen offenen Schlagabtausch, lag über weite Strecken der Begegnung in Führung, musste aber in den Schlussminuten gegen die erfahrene Mannschaft um NBA-Superstar Tony Parker in die Niederlage einwilligen. Für die ING-DiBa-Korbjäger geht es bereits morgen (16.30 Uhr, live im DSF) gegen den Europameister Russland weiter.

Bundestrainer Dirk Bauermann begann mit Steffen Hamann, Demond Greene (Foto rechts), Robin Benzing, Jan-Hendrik Jagla und Patrick Femerling. Nach den Punkten des deutschen Rekordnationalspielers, die die Partie eröffneten, lag Deutschland zunächst zurück (2:5), dann aber sorgten Jan-Hendrik Jagla und Demond Greene jeweils mit Drei-Punkte-Würfen für die erneute Führung der ING-DiBa-Korbjäger (8:7, 3. Min.). Während die wechselnde Verteidigung gegen den Star der französischen Mannschaft, Tony Parker, sehr gut funktionierte, machte Deutschland vor allem NBA-Profi Ronny Turiaf zu schaffen, der in den ersten Minuten korbgefährlich agierte und die Führung für Frankreich zurückeroberte. Bundestrainer Dirk Bauermann rotierte mit vielen unterschiedlichen Formationen, um das Tempo hoch zu halten. Nach den tollen Aktionen von Elias Harris und Tim Ohlbrecht war die Partie wieder ausgeglichen (12:12, 8. Min.). Sven Schultze traf aus der Distanz zur erneuten deutschen Führung und auch nach den ersten zehn Minuten lagen die DBB-Herren in Front (17:14).

Der agile Turiaf traf zu Beginn des zweiten Spielabschnitts, doch die Antwort folgte von Konrad Wysocki, der nach tollem Anspiel von Jan-Hendrik Jagla zum 19:16 (12. Min.) traf. Frankreich hatte nun viel Wut im Bauch, war der bisherige Spielverlauf doch so gar nicht nach dem Geschmack der Equipe Tricolore. Die deutsche Mannschaft spielte weiterhin stark auf, verteidigte aggressiv und führte nach Steffen Hamanns Punkten von der Freiwurflinie mit fünf Punkten (24:19). Das DBB-Team hatte in dieser Phase immer die passende Antwort auf die Bemühungen Frankreichs; so konterte Greene den Distanzwurf von Koffi (27:24, 15. Min.). Parker war dank der engagierten deutschen Verteidigung weiterhin abgemeldet, einzig dank der sensationellen Vorstellung von Turiaf blieb Frankreich im Spiel. Femerling brachte Deutschland wieder mit fünf Punkten in Führung (31:26), beruhigend war dieser Zwischenstand aber noch nicht, auch weil die deutsche Mannschaft sich in der Defensive zu selten belohnte und viele Rebounds den Franzosen überließ. Vor dem Seitenwechsel traf Hamann einen wichtigen Korbleger und Sven Schultze verwandelte wichtige Freiwürfe zum 37:32. Parkers Freiwurftreffer sorgte für den 37:33-Halbzeitstand zu Gunsten der deutschen Mannschaft.

Mit Centerpunkten auf beiden Seiten begann der dritte Spielabschnitt; der stark agierende Femerling (Foto links) war für Deutschland erfolgreich, während sich auf der Gegenseite erneut Turiaf in Szene setzen konnte. Die Partie wurde zusehends ruppiger, was Frankreich mehr in die Karten spielte. Boris Diaw taf seinen ersten Distanzwurf und verkürzte auf einen Punkt (43:42 aus deutscher Sicht, 25. Min.). Jan-Hendrik Jagla war mit einer schönen Bewegung erfolgreich und hielt die DBB-Herren so knapp in Führung. Nach einigen unglücklichen Aktionen und keinem deutschen Korberfolg konnten die Franzosen mit Parker erstmals seit dem ersten Viertel wieder einen Führungswechsel herbeiführen (45:46). Schaffartzik war jedoch zur Stelle und traf nach Hamann-Pass zum 48:46. In der Schlussminute konnte Frankreich dem Spiel noch einmal eine Wendung geben und so lag die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann vor den letzten zehn Minuten knapp mit 48:50 zurück.

Großes Kämpferherz war nun für die letzten zehn Minuten gefragt und nach Sven Schultzes wichtigem Drei-Punkte-Wurf zu Beginn des Schlussviertels ging ein Ruck durch die Mannschaft. Wysocki legte nach, doch auch Frankreich war erneut erfolgreich und so blieb die Begegnung ausgeglichen (53:53). Schultze blieb der Mann des vierten Viertels, traf erneut von „downtown“ und Deutschland führte wieder. Dank der schwachen Freiwurfquote der Franzosen, die nur knapp über 50 Prozent lag, hatte die deutsche Führung trotz des Verlustes von Jagla (fünftes persönliches Foul) weiter Bestand. Doch auch Deutschland zeigte Nerven von der Linie, doch Greene blieb aus der Distanz eiskalt und verwandelte zum 61:59 (37. Min.). Nun zog Tony Parker das Spiel an sich, markierte fünf Punkte in Folge und eroberte für Frankreich die Führung zurück. Eine Minute vor Spielende lag das DBB-Team knapp mit 62:64 zurück. Parker traf zwei Freiwürfe, doch Steffen Hamann traf ein immens wichtiges Drei-Punkt-Spiel, das Deutschland wieder auf einen Zähler heran brachte (65:66). Angeführt von Parker agierte die französische Mannschaft aber zu clever und so wurde die tolle Leistung des DBB-Teams nicht mit einem Sieg belohnt. Den Endstand besorgte ebenfalls Parker, der zum 65:70 traf.

„Wir haben die deutlich stärker eingeschätzten Franzosen lange beherrscht. Wir haben über weite Strecken geführt, das Spiel gut kontrolliert, den Rhythmus clever verändert. Das war sehr gut. Aber als es darauf ankam, haben wir den Sack nicht zugemacht, dumme Ballverluste gehabt und in der Defensive nicht so gut gestanden“, sagte Bundestrainer Dirk Bauermann nach dem Spiel. „Alles in allem können wir dennoch mit der Leistung zufrieden sein, die die junge Mannschaft gezeigt hat.“

Morgen trifft Deutschland um 16.30 Uhr (live im DSF) auf die russischen Europameister, die ihr Auftaktspiel deutlich mit 81:68 gegen Lettland gewannen.

Für Deutschland spielten:

Lucca Staiger (Iowa State University / USA), Heiko Schaffartzik (New Yorker Phantoms Braunschweig, 5), Sven Schultze (ohne Verein, 13), Tim Ohlbrecht (Telekom Baskets Bonn, 2), Konrad Wysocki (Turow Zgorzelec / Polen, 4), Steffen Hamann (ALBA Berlin, 9), Demond Greene (ohne Verein, 12), Tibor Pleiß (ohne Verein, dnp), Elias Harris (Gonzaga University / USA, 4), Patrick Femerling (ohne Verein, 11), Robin Benzing (ratiopharm Ulm) und Jan-Hendrik Jagla (ohne Verein, 5).

Weitere Informationen zur deutschen Mannschaft und zur Europameisterschaft in Polen finden Sie auf der Turnier-Website.

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