DBB-Herren verlieren nach Verlängerung5. September 2013

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Herren hat bei der EuroBasket 2013 in Slowenien die erste Niederlage hinnehmen müssen. Nach dem Sensationserfolg gegen Frankreich vom Vortag unterlag man Belgien. Nach 40 Minuten plus Overtime hieß es 73:77 (16:14, 10:21, 15:13, 22:15, 10:13) aus deutscher Sicht. Robin Benzing zeichnete sich erneut als bester deutscher Korbjäger aus (24 Punkte). Morgen kommt es um 14.30 Uhr zum Duell gegen die Ukraine, ehe ein erster Ruhetag am Samstag auf dem Programm steht.

Unverändert zu den letzten Spielen nahm Deutschland die Partie auf. Auf beiden Seiten spürte man anfangs eine große Nervosität und Unsicherheit (4:4, 3. Min.). Belgien fand zuerst so etwas wie einen Rhythmus, während bei Deutschland kein Wurf fiel. Genau davor war man gewarnt und hatte sich darauf vorbereitet. Menz nahm dennoch eine frühe Auszeit (4:8, 5. Min.). Heiko Schaffartzik (Foto) scorte nach sieben Minuten per “and one” zum 9:10 und reparierte damit den Fehlstart. Menz agierte mit einer großen Rotation, Benzing besorgte die erste deutsche Führung (11:10, 8. Min.) und traf kurz später einen weiten Dreier. Per Günther zog engagiert zum Korb (16:12, 9. Min.) und nach den ersten zehn Minuten hatten die wieder rund 200 deutschen Fans in der nur spärlich besetzten Tivoli Arena keinen Grund zur Sorge.

Die Begegnung bewegte sich auf mäßigem Niveau, was Belgien entgegen zu kommen schien (16:20, 12. Min.). Trotz körperlicher Überlegenheit fand das DBB-Team zu selten den Weg zum Korb und traf weiterhin nicht gut genug, um den Gegner zu beeindrucken. Im Gegenteil, man musste in diesen Minuten aufpassen den Anschluss nicht zu verlieren (16:24, 15. Min.). Darüber hinaus wurden dem Gegner viel zu viele Rebounds gestattet (8:14). Nach einem 0:15-Lauf holte Menz seine Mannschaft erneut zusammen (16:27, 15. Min.). Ein “Ruck” wurde dringend benötigt, aber Belgien nutzte das Momentum voll aus (16:30, 16. Min.). Erst Schaffartzik stoppte die negative Serie mit seinen akrobatischen Punkten zum 18:30 (17. Min.). Aber auch eine Zonenverteidigung zeigte keinerlei Wirkung und Deutschland musste sich mühevoll durch Einzelaktionen am Leben halten (23:35, 19. Min., Dreier Schaffartzik). Zur Pause hatte man den Rückstand durch einen Dreier von Giffey und einen Stop zumindest etwas verkürzen können (26:35).

Deutschland verkürzt und rettet sich in die Overtime

Auch zum Start des dritten Viertels bekam die deutsche Defense den gegnerischen Center Sascha Massot nicht richtig in den Griff. 13 Punkte hatte man dem beweglichen Akteur bereits gestattet, davon viel zu viele einfache Lay-ups. Zudem hatte man mit einigen nur schwer verständlichen Entscheidungen der Unparteiischen zu kämpfen. Das alles trug nicht dazu bei, dass sich die Lage schnell besserte. Nur gut, dass auch Belgien nicht überzeugte und den Deutschen die Chance auf ein Comeback ließ (31:37, 3 Freiwürfe Benzing, 24. Min.). Zwiener schloss einen schönen Move zum 33:39 ab, man spürte das Bemühen der ING-DiBa-Korbjäger deutlich. 36:39 lautete der Stand nach einem weiteren Dreier von Schaffartzik (27. Min.), die deutschen Fans schöpften Hoffnung. Benzing legte per Dreier zum 39:41 nach, wurde aber umgehend aus der Distanz gekontert. Nach 30 Minuten blieb Belgien vorne (41:48).

Benzing wurde offensiv immer dominanter und trug die deutsche Mannschaft (45:48, 32.Min.), aber den Belgiern gelang es immer wieder die deutsche Defense auszuspielen und hochprozentig Dreier zu treffen (47:54, 33. Min.). Pleiß´ mutiges Anspiel auf Giffey brachte den 52:54-Anschluss (34. Min.). Doch man kam auch bei den nächsten Ballbesitzen einfach nicht vorbei am Gegner. PLeiß glich zwar an der Freiwurflinie aus, aber wieder gehörten die nächsten Szenen dem Nachbarn, der das ein oder andere Mal in Korbnähe einfach intensiver nachsetzte (54:57, 37. Min.). Pleiß war jetzt besser im Spiel und traf zum 56:57, aber bei allen Würfen zur Führung war der Korb wie vernagelt. Zwei Minuten vor dem Ende nahm Bundestrainer Frank Menz die Auszeit und gab die Richtung vor: “Auf geht’s, wir gewinnen das Ding jetzt”, waren seine Worte. Doch erst einmal traf Belgien per Dreier zum 56:60, Benzing erzielte im Gegenzug das 58:60. Robin Benzing war es auch, der 50 Sekunden vor dem Ende den 60:60 Ausgleich erzielte. Doch die Belgier erwiesen sich als zähe Gegner und trafen zum 60:63. Mit seinem ersten Dreier war es Lucca Staiger, der nach dem gestrigen Spiel auch heute in der Schlussphase keine Nerven zeigte und zum 63:63 traf und Deutschland damit in die Verlängerung brachte.

Schlechter Start in die Verlängerung

Doch die ersten Aktionen gehörten Belgien, die schnell wieder mit fünf Punkten in Führung lagen (63:68). Nach einem unsportlichen Foul an Robin Benzing konnte das DBB-Team auf 65:68 verkürzen (43. Min). 90 Sekunden vor dem Ende war es erneut Lucca Staiger mit einem wichtigen Dreier zum 68:70. Die Belgier profitierten eine Minute vor dem Ende von einem Ballverlust Deutschlands und traf auf der anderen Seite zum 68:73. An der Freiwurflinie war es Tibor Pleiß, der die ING-Diba-Korbjäger wieder auf Schlagdistanz heranbrachte (70:73). Eine gute Defensivaktion brachte den Ballgewinn und wenig später Heiko Schaffartzik an die Linie. Mit zwei Punkten Rückstand (71:73) ging es in die letzten 30 Sekunden, in der beide Teams durch Fouls die Uhr anhielten. 22 Sekunden vor der Schlusssirene brachte Schaffartzik Deutschland bis auf einen Punkt heran (73:74). Nach einem weiteren Freiwurf der Belgier hatte das deutsche Team die riesen Chance zum Ausgleich vier Sekunden vor dem Ende. Doch der Tip-In-Versuch von Pleiß fiel nicht und nach zwei verwandelten Freiwürfen durch die Belgier stand die 73:77 Niederlage fest. Nach dem Auftakterfolg musste das Team von Frank Menz die erste EM-Niederlage hinnehmen, hat aber bereits morgen gegen die Ukraine die nächste Chance, sich zu beweisen.

Enttäuscht aber nicht ohne Zuversicht stellten sich Robin Benzing und Frank Menz nach dem Spiel der Presse. Robin Benzing: “Gratulation an Belgien, sie haben 45 Minuten aggressiv und druckvoll gespielt und den Sieg am Ende verdient. Wir haben gekämpft und alles versucht, Belgien sind aber die richtigen und wichtigen Plays gelungen.” Frank Menz: “Es war das erwartet schwere Spiel gegen ein sehr gutes Team. Wir haben heute nicht so ausgesehen, wie wir es geplant hatten, sind nicht ins Laufen gekommen, auch weil wir physisch nicht auf der Höhe sein konnten. Aber wir haben einen großen Rückstand aufgeholt und hatten mit dem letzten Versuch noch die Chance, das Spiel zu gewinnen. Das stimmt uns zuversichtlich für die nächsten Aufgaben.”

Für Deutschland spielten:
Niels Giffey (University of Connecticut/USA, 9), Per Günther (ratiopharm ulm, 4), Philip Zwiener (Eisbären Bremerhaven, 2), Heiko Schaffartzik (FC Bayern München, 15), Karsten Tadda (Brose Baskets Bamberg), Lucca Staiger (FC Bayern München, 7), Tibor Pleiß (Laboral Kuxta Vitoria/ESP, 10), Robin Benzing (FC Bayern München, 24), Bastian Doreth (Artland Dragons), Andreas Seiferth (TBB Trier), Maik Zirbes (Brose Baskets Bamberg, 2), Alex King (ALBA Berlin).

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