DBB-Herren verlieren gegen EM-Favorit Slowenien2. September 2009

3.800 Zuschauer im Telekom Dome in Bonn – Günther verletzt sich am Fuß – Morgen letzter EM-Test in Karlsruhe
Die deutsche Herren-Nationalmannschaft hat ihr vorletztes Testspiel auf dem Weg zur Europameisterschaft in Polen (7.-20. September 2009) verloren. Gegen Slowenien – für viele Experten einer der Favoriten auf den EM-Titel – gab es im Telekom Dome in Bonn eine 53:70 (17:10, 6:21, 22:22, 8:17)-Niederlage. 3.800 Zuschauer sahen eine unterhaltsame Partie, in der sich beide Teams nichts schenkten.

Bundestrainer Dirk Bauermann, der auf die mit Magen- und Darmbeschwerden pausierenden Robin Benzing und Elias Harris verzichten musste, schickte zu Beginn der Partie Steffen Hamann, Demond Greene (Foto), Konrad Wysocki, Tim Ohlbrecht und Patrick Femerling aufs Parkett. Hamann erzielte die ersten fünf deutschen Punkte zum 5:3 (3. Min.), Femerling traf fast aus Dreierdistanz sogar zum 9:3 (4. Min.). Trotz intensiver Defense der mit drei NBA-Spielern angetretenen Slowenen kamen die DBB-Korbjäger zunächst gut zurecht und wurden häufig an die Freiwurflinie geschickt (12:6, 5. Min.). Greene netzte zur Freude des Publikums per Dreier zum 15:8 ein (6. Min.), ehe Slowenien besser ins Spiel kam, den Druck erhöhte, den Rückstand aber nicht verkürzen konnte (17:10, 9. Min.). Bauermann hatte nach einem Viertel bereits all seine Spieler außer Yassin Idbihi und Per Günther auf dem Feld gehabt.  

Dann „checkten“ auch die Beiden ein, während auch Sloweniens Coach Jure Zdovc munter wechselte. In der Offense ging jetzt Einiges schief bei den Deutschen, aber das trat in den Hintergrund, als sich Günther nach elf Minuten am Fuß verletzte und in die Kabine getragen werden musste. Der junge Guard wurde mit starkem Druckschmerz am Mittelfuß umgehend in der Mediapark-Klinik in Köln gebracht und dort radiologisch untersucht. Slowenien nutzte die Irritation der deutschen Mannschaft und glich aus (19:19, 14. Min.). Wysocki „wehrte“ sich und machte das 21:19, aber Jaka Lakovic erzielte per Dreier die erste slowenische Führung nach 15 Minuten. Das Spiel war jetzt sehr zerfahren, während sich beide Teams bemühten, einen Rhythmus zu finden. Bauermann probte nach dem Ausfall von Günther den Ernstfall und schickte Greene auf die Position des Playmakers (22:26, 18. Min.). Bis zum Seitenwechsel hatte sich Slowenien einen deutlicheren Abstand erspielt (23:31).

Nach 14-Punkte-Rückstand zu Beginn des 3. Viertels taten der deutschen Mannschaft zwei Dreipunktspiele durch Femerling und Jagla sehr gut (32:38, 24. Min.). Femerling erwies sich in dieser Phase als effektivster deutscher Korbjäger und harmonierte gut mit Jagla. Dennoch bestimmten die Gäste die Partie und versetzten die deutsche Defense ein ums andere Mal. Schaffartziks Dreier zum 42:50 nach 29 Minuten machte Hoffnung, aber Slowenien blieb am Drücker und gab der DBB-Auswahl nur wenig Chancen. Nach drei Vierteln war für die aufopferungsvoll kämpfenden Deutschen noch nicht alles verloren (45:53).

Mit Tim Ohlbrechts erfolgreichen Distanzwurf startete das Schlussviertel ganz nach dem Geschmack der Bonner Basketball-Fans. Doch die starken slowenischen Distanzschützen trafen ein ums andere Mal schmerzliche Dreier und blieben zweistellig in Front (48:61, 34. Min.). Die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann gab nicht auf und versuchte sich über die Bretter, den Rückstand zu verringern (27:27 – Reboundbilanz). Doch im Angriff wollte den DBB-Herren wahrlich nichts gelingen und Slowenien nutzte die Chance, weiter davonzuziehen. Sven Schultze brach nach minutenlanger Flaute den Bann und traf zum 51:66. Am Ende musste Deutschland in die 53:70-Niederlage einwilligen, hat aber morgen (ab 19 Uhr live auf DSF) beim zweiten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften in der Europahalle in Karlsruhe die Chance auf Wiedergutmachung.

Für Deutschland spielten:

Lucca Staiger (Iowa State University, 1), Heiko Schaffartzik (New Yorker Phantoms Braunschweig, 5), Sven Schultze (ohne Verein, 5), Konrad Wysocki (Turow/POL, 5), Steffen Hamann (ALBA Berlin, 9), Demond Greene (ohne Verein, 6), Yassin Idbihi (New Yorker Phantoms Braunschweig, 3), Patrick Femerling (ohne Verein, 9), Tim Ohlbrecht (Telekom Baskets Bonn, 3), Jan-Hendrik Jagla (ohne Verein, 7), Tibor Pleiss (ohne Verein) und Per Günther (ratiopharm Ulm).

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