DBB-Herren unterliegen der Niederlande7. August 2009

Sechs Spieler feiern ihr Debüt – Völlig neu formiertes deutsches Team verkauft sich in Leiden achtbar – Morgen Spiel gegen Israel

„Debütantenball“ lautet das passende Stichwort, wenn man sich mit dem heutigen Länderspiel der DBB-Herren gegen die Niederlande beschäftigt. Nicht weniger als sechs deutsche Spieler (u.a. Johannes Lischka, Foto) absolvierten ihr erstes A-Länderspiel bei der 56:77 (15:20, 16:15, 17:25, 8:17)-Niederlage im niederländischen Leiden. Morgen kommt es ebenfalls in Leiden zum Spiel gegen Israel (16.00 Uhr).

Im zugleich ersten Testspiel der Nationalmannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann ging es in erster Linie um eine Standortbestimmung und um das Sammeln von internationaler Erfahrung. Und wie ernst es der Coach damit meinte, zeigt, dass er die „Routiniers“ Sven Schultze, Jan Jagla, Steffen Hamann und Konrad Wysocki überhaupt nicht einsetzte. Die Niederlande hingegen bot ihren NBA-Center Francisco Elson (Milwaukee Bucks) auf. Das DBB-Team begann mit Heiko Schaffartzik, Lucca Staiger, Johannes Lischka, Yassin Idbihi und Tim Ohlbrecht. Idbihi erzielte nach zwei Minuten die ersten deutschen Punkte zum 2:5, als die Anfangsnervosität so langsam geringer wurde. Deutschland kam zu guten Würfen, aber in den ersten fünf Minuten wollte keiner fallen. Ebenso wie beim Gegner, so dass das 4:5 von Schaffartzik das Ende einer langen Phase ohne Punkte bedeutete (6. Min.). Zu aufgeregt wirkte die deutsche Auswahl, wodurch sowohl in Offense als auch in Defense einiges daneben ging. Das schlug sich dann auch im Resultat nieder (7:16, 8. Min.). Schaffartzik ließ sich von der Hektik nicht anstecken, versenkte seinen zweiten Dreier zum 10:16 und traf auch zum 15:20 nach zehn Minuten.

Dann durfte Günther ran und brachte Deutschland mit drei Freiwurftreffern in Front (22:20, 14. Min.). Die Niederländer hatten sichtlich Probleme gegen die mit viel Herz verteidigenden ING-DiBa-Korbjäger, die jetzt auch offensiv einige Erfolgserlebnisse feiern konnten. Aber die Gastgeber kamen aus ihrer Schwächephase heraus und setzten die DBB-Auswahl wieder unter Druck (22:29, 16. Min.). Zu schnell wurde jetzt der Abschluss im deutschen Angriff gesucht. Philipp Zwiener tankte sich dann mit schöner Einzelleistung zum 26:32 durch, Staiger ließ einen Dreier folgen (29:32, 19. Min.). Schaffartzik und Idbihi harmonierten schon sehr ordentlich, sodass zum Seitenwechsel noch alles drin war (31:35).

Nach der Pause sahen die rund 1.000 Zuschauer in der „altehrwürdigen“ Halle in Leiden ein weiter aufopferungsvoll kämpfendes DBB-Team, das Lischka per Dreipunktspiel auf 36:37 heran brachte (22. Min.). Idbihi erzielte sogar die Führung (41:40, 23. Min.), und Deutschland war richtig gut im Spiel. Dann deutete Elson mit Dunking und Monsterblock seine Klasse an, aber Staiger traf per Dreier (44:43, 25. Min.). Probleme bereitete im Anschluss die niederländische Zonenverteidigung (45:49, 27. Min.), aber die deutschen Youngster dachten nicht daran nachzulassen. Nach 30 Minuten war der Rückstand aber angewachsen (48:60).

Die Gastgeber, die in diesem Sommer noch um den Aufstieg in die A-Gruppe Europas kämpfen und in Bestbesetzung antraten, ließen sich jetzt nicht mehr überraschen. Bei den Deutschen ließen nach dem harten Trainingslager jetzt auch zunehmend die Kräfte und damit die Konzentration nach. So dauerte es bis zur 36. Minute Minute, ehe Deutschland durch Dominik Bahiense de Mello die ersten Punkte im Schlussabschnitt erzielen konnte (51:70). Da war das Spiel bereits entschieden.

„Man muss diese Niederlage richtig einordnen. Es war für die neuen Spieler sehr wichtig, diese Erfahrungen zu sammeln. Wir haben in der 28. Minute noch geführt, das kann man hoch bewerten. Dass am Ende die Kräfte nachlassen, war zu erwarten und macht mir keine Sorgen. Ich bin zufrieden mit den Jungs“, meinte Bauermann nach der Partie.

Für Deutschland spielten:
Dominik Bahiense de Mello (Deutsche Bank Skyliners, 5), Per Günther (ratiopharm Ulm, 4), Steffen Hamann (ALBA Berlin, dnp), Yassin Idbihi (CSP Limoges/FRA, 12), Jan-Hendrik Jagla (ohne Verein, dnp), Johannes Lischka (Lti Gießen 46ers, 7), Tim Ohlbrecht (ohne Verein), Heiko Schaffartzik (New Yorker Phantoms Braunschweig, 13), Sven Schultze (ohne Verein, dnp), Lucca Staiger (Iowa State University/USA, 9), Konrad Wysocki (ohne Verein, dnp), Maik Zirbes (TBB Trier), Philip Zwiener (ALBA Berlin, 6).

Weitere Informationen zum Turnier gibt es auf der Turnier-Homepage 

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