DBB-Herren: Tolle Partie gegen Frankreich6. August 2013

Die ersatzgeschwächte deutsche Herrenbasketball-Nationalmannschaft hat dem hochfavorisierten Gegner aus Frankreich eine tolle Partie geboten. Vor 6.240 Zuschauern in der Mannheimer SAP Arena mussten sich die ING-DiBa-Korbjäger zwar mit 84:89 (19:24, 13:24, 27:19, 25:22) geschlagen geben, durften aber erhobenen Hauptes die Halle verlassen. Besonders gut trafen auf deutscher Seite Heiko Schaffartzik und Niels Giffey, die jeweils 13 Punkte erzielten.

Kurz vor Spielbeginn wurde Dr. Norbert Esser von DBB-Präsident Ingo Weiss mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Basketball Bundes ausgezeichnet. Außerdem erhielt Beatrice Angrand, Generalsekretärin des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW), aus den Händen von Ingo Weiss, der gleichzeitig auch Vorsitzender der Deutschen Sportjugend (dsj) ist, sowie Jean-Pierre Siutat, Präsident des französischen Basketball-Verbandes, den “Diskus” der dsj. Auch die beiden Teamkapitäne Boris Diaw und Heiko Schaffartzik nahmen an der Ehrung anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des DFJW teil (siehe Fotos am Ende des Textes).

Bundestrainer Frank Menz musste kurzfristig neben Robin Benzing (Trainingsrückstand nach Rehabilitation) und Patrick Heckmann (Knöchelprobleme) auch auf Center Tibor Pleiß verzichten, der aufgrund eines ausgekugelten Mittelfingers an der Wurfhand vorsichtshalber pausierte. Für ihn stand Maik Zirbes in der Startformation, der auch noch Niels Giffey, Heiko Schaffartzik, Lucca Staiger, und Alex King angehörten. Frankreich bot zu Beginn mit Nicolas Batum, Antoine Diot, Johan Petro, Nando De Colo und Boris Diaw gleich vier ihrer sechs im Kader stehenden NBA-Akteure auf.

9:5 hieß es nach Dreiern von Giffey, Schaffartzik und Staiger (3. Min.). Ohne Angst traten die DBB-Akteure auf. In einer sehr kurzweiligen Partie glich Batum nach fünf Minuten ebenfalls aus großer Distanz aus (11:11). Die individuelle Klasse der Franzosen konnte sich bis dahin nicht durchsetzen, weil Deutschland sehr couragiert dagegen hielt (16:16, 7. Min.). Menz wechselte gewohnt hochfrequentig, aber es wurde für die deutsche Mannschaft in der Folge zunehmend schwieriger gegen die nun druckvoller werdende Defense der Franzosen zu Abschlüssen zu kommen (18:24, 10. Min.).

King netzte von “downtown” zum 24:26 ein (12. Min.), die Zuschauer durften sich weiter über eine tolle Begegnung freuen. Immer wieder konnte sich der Gegner durch seine überragende Athletik Vorteile verschaffen, aber das Spiel war trotzdem noch offen. Jonas Wohlfarth-Bottermann kam in der 13. Minute zu seinem Länderspieldebüt, Lischka (Foto) tankte sich zum 28:33 durch (15. Min.). Es folgte eine ganz schwierige Phase für die jungen Deutschen. Bei 10-Punkte-Rückstand nahm Menz eine Auszeit, aber sein Team fiel in der Folge weiter zurück (28:44, 18. Min.). Frankreich übte bis zum Seitenwechsel enormen Druck aus, dem die DBB-Auswahl in diesen Minuten nicht gewachsen war (32:48). 69 Prozent Wurfquote erzielten die Franzosen in den ersten beiden Vierteln.

Wahnsinns-Aufholjagd im dritten Viertel

Nach der Pause wurde Schiedsrichter Jürgen Unger nach 900 Spielen in den deutschen Bundesligen von DBB-Vizepräsident Michael Geisler verabschiedet. Dann ging es auf dem Spielfeld weiter und Frankreich zeigte sofort wieder seine Extraklasse (32:53, 21. Min.). Deutschland wehrte sich in Person von Schaffartzik, der zwei weite Dreier in Folge versenkte (38:53, 23. Min.). 40:62 leuchtete es von der Anzeigetafel, als Menz eine weitere Auszeit nahm (25. Min.). Trotz des hohen Rückstandes steckte die deutsche Mannschaft nicht auf, kämpfte mit voller Leidenschaft weiter und wurde dafür auch belohnt (49:67, 28. Min., Doreth). Simon traf zum 51:67, das “Reinknien” der Deutschen begann sich auszuzahlen (29. Min.). An der Freiwurflinie besorgte Seiferth das 53:67, das Publikum bejubelte kurz danach zwei weitere Freiwurftreffer von Tadda (55:67). Die stärkste deutsche Phase mit einem 16:0-Lauf brachte den Gewinn des dritten Viertels (59:67), die Halle stand Kopf.

Das Schlussviertel begann mit einer sich aufopferungsvoll wehrenden deutschen Mannschaft, die Frankreich weiter unter Druck setzte (62:70, 31. Min.). Als Wohlfarth-Bottermann in großer Bedrängnis das 64:72 besorgte und dabei gefoult wurde, hatten alle 13 deutschen Spieler gepunktet (33. Min.). Keiner der Zuschauer musste sein Kommen bereuen, es war eine wahre Freude, den deutschen Korbjägern zuzusehen (66:72). Frankreich musste all seine Kräfte aufbieten, um die DBB-Youngster in Schach zu halten (70:77, 35. Min.). Giffey traf mit Foul und auch den anchließenden Freiwurf, eine Sensation schien möglich (73:77), 36. Min.). So weit ließen es die Franzosen um die “eiskalten” De Colo und Batum aber doch nicht kommen, obwohl Staiger noch einen ganz weiten Dreier versenkte (84:87, ´9). Dennoch hatte die unerfahrene deutsche Mannschaft sehr viel Herz bewiesen und gezeigt, dass man in diesem Sommer noch mit ihr rechnen darf.

“Ich bin sehr erleichtert über die zweite Hälfte und darüber, dass wir uns am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen haben. Frankreich war im zweiten Viertel überragend. Aber dann haben wir es geschafft, dass der Funke auf das Publikum überspringt, man konnte die Leidenschaft deutlich sehen. Ich freue mich auch über das Reboundverhältnis von 30:32, das beweist, wie stark wir dagegen gehalten haben. Wir haben extra solch´ starke Gegner gewählt und wenn wir so weiter spielen, werden wir auch Spiele gewinnen. Wir nehmen das, was man uns gibt. Ich bedanke mich für die tolle Unterstützung hier”, so der Bundestrainer nach der Partie.

Für Deutschland spielten:
Niels Giffey (University of Connecticut/USA, 13), Per Günther (ratiopharm ulm, 4), Philip Zwiener (Eisbären Bremerhaven, 6), Heiko Schaffartzik (FC Bayern München, 13), Karsten Tadda (Brose Baskets Bamberg, 7), Lucca Staiger (FC Bayern München, 9), Bastian Doreth (Artland Dragons, 2), Andreas Seiferth (TBB Trier, 10), Maik Zirbes (Brose Baskets Bamberg, 5), Jonas Wohlfarth-Bottermann (ALBA Berlin, 2), Alex King (ALBA Berlin, 5), Nicolai Simon (medi Bayreuth, 2), Johannes Lischka (WALTER Tigers Tübingen, 6).

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