DBB-Herren siegen in Bulgarien21. August 2012

Die deutsche Herren-Nationalmannschaft hat sich mit ihrem ersten Auswärtssieg in der EM-Qualifikationsgruppe B eine gute Ausgangsposition für die weiteren Spiele verschafft. In Sofia gewann das Team von Bundestrainer Svetislav Pesic gegen Bulgarien nach ganz starker erster Hälfte mit 82:70 (22:14, 19:14, 17:22, 24:20) und bleibt damit nach dem Auftakterfolg gegen Luxemburg ungeschlagen. Erfolgreichster deutscher Werfer war vor etwa 1.500 Zuschauern Jan-Hendrik Jagla (19 Punkte). Am kommenden Freitag geht es für die ING-DiBa-Korbjäger mit dem Heimspiel gegen Schweden weiter (20.15 Uhr, ratiopharm arena, Neu-Ulm, live in SPORT1).

Pesic machte anfangs keine Kompromisse und schickte mit Per Günther, Heiko Schafartzik, Robin Benzing, Jan-Hendrik Jagla und Tibor Pleiß seine bewährte Erste Fünf ins Rennen. Deutschland legte einen glänzenden Start hin. Die sehr aggressive Defense über das gesamte Feld schien Bulgarien zu beeindrucken. Pleiß, Günther und Jagla per 3-Punkt-Spiel brachten die DBB-Auswahl mit 7:0 in Front. Die 3er-Versuche der Gastgeber fielen nicht und Benzing netzte einen schönen “fade away jumper” zum 11:2 ein, Bulgarien nahm nach vier Minuten die erste Auszeit. Schaffartzik und der sehr stark beginnende Günther schraubten den Vorsprung mit zwei 3ern auf 17:4, ehe Bulgariens Center Cedric Simmons mit ein paar erfolgreichen Aktionen für Unruhe in der deutschen Verteidigung sorgte (17:11, 7. Min.). Aber das DBB-Team, in dem jetzt auch Bastian Doreth, Lucca Staiger (Foto) und Maik Zirbes mitwirkten, hielt durch Jaglas 3er und anschließenden Dunking aus dem Fastbeak heraus erfolgreich dagegen (22:11, 9. Min.). Simmons schließlich stellte per Distanztreffer den Stand nach dem ersten Viertel her (22:14).

Gegen die bulgariche Zonenverteidigung gingen nun einige Distanzwürfe daneben, aber gute Reboundarbeit an den offensiven Brettern offenbarte den DBB-Akteuren mehrfach zweite Wurfchancen, von denen Doreth eine per 3er nutzte (25:14, 12. Min.). Die Pesic-Truppe versuchte den Verteidigungsdruck hoch zu halten. Staiger rechtfertigte die Geduld des Bundestrainers und versenkte nach mehreren Fehlversuchen von weit draußen zum 28:16 (14. Min.). Jagla erhöhte an der Freiwurflinie auf 30:16, und man durfte mit dem Auftritt der deutschen Mannschaft bis dahin hochzufrieden sein. Es folgten allerdings einige Fehler im deutschen Spiel, die Bulgarien umgehend nutzte (32:23, 16. Min.) und Pesic zu einer Auszeit veranlassten. Deutschland erhöhte das Tempo, konzentrierte sich in der Defense und feierte durch Günther, Schaffartzik und einen Pleiß-Dunking wieder Erfolgserlebnisse (38:23, 18. Min.). Tim Ohlbrecht und Philipp Schwethelm kamen in die Partie und assistierten beim Schaffartzik-3er zum 41:23 (19. Min.). Wie aus einem Guss spielten die DBB-Korbjäger in dieser Phase, dominierten eindeutig. Doch wieder schlichen sich Nachlässigkeiten ein, sodass Bulgarien beim Seitenwechsel wieder Hoffnung geschöpft hatte (41:28).

Bulgarien schien sich in der Pause Einiges vorgenommen zu haben, denn die ersten Aktionen gehörten den Gastgebern, die duch einen krachenden Dunking des starken Simmons auf 41:32 heran kamen (22. Min.). Die 3er von Benzing und Günther beruhigten die Gemüter auf der deutschen Bank zunächst (47:34, 23. Min.), aber Bulgarien ließ nicht locker und profitierte wieder von deutschen Unkonzentriertheiten (47:38, 25. Min.). Deutschland musste jetzt aufpassen, das Spiel nicht aus der Hand zu geben. Das bis dahin sehr ruhige Publikum wachte auf und freute sich über das 49:41 nach 26 Minuten. An der Freiwurflinie hielten die Deutschen ihren Gegner jetzt auf Distanz (Schaffartzik, Jagla), Staiger besorgte per 3er das wichtige 54:41. Deutschland kassierte ein technisches Foul gegen die Bank, aber Bulgarien konnte gleich mehrere Freiwürfe nicht nutzen. So plätscherte das Spiel jetzt etwas dahin, scheinbar immer unter deutscher Kontrolle. Jagla versenkte einen Freiwurf nach einem technischen Foul der Bulgaren und sorgte für den 57:42-Vorsprung (29. Min.). Kaum eine Minute später allerdings hatte sich das nicht aufsteckende Bulgarien wieder heran gekämpft (58:50).

Im Schlussabschnitt mobilisierten die Bulgaren noch einmal alle Kräfte, da tat Staigers 3er richtig gut (61:50). Günthers 4. Foul machte Sorgen, Deutschland ließ die Gastgeber ins Spiel zurückkommen (61:55, 32. Min.) und hatte jetzt Probleme souverän zu bleiben. Über starke Defense und einige gut vorgetragene Angriffe schafften es die jungen Deutschen, sich wieder etwas zu befreien (67:58, Günther, 34. Min.). Pleiß gelang ein wichtiger Block, vorne netzte das “Händchen” von Staiger blitzsauber den schon vierten Dreier ein (70:58, 35. Min.). Bulgarien gab sich immer noch nicht auf und Deutschland durfte sich überhaupt nicht sicher fühlen (72:64, 36. Min.). Letztlich brachte die deutsche Mannschaft den so wichtigen Auswärtssieg aber relativ ungefährdet nach Hause.

“Ich möchte meinen Spielern gratulieren. Sie haben sich für heute viel vorgenommen und haben ein solches Spiel vorher noch nie gespielt. In der ersten Halbzeit haben wir eine Defense gespielt, wie ich sie mir vorstelle. Dadurch hatten wir auch Selbstvertrauen im Angriff. Wir hatten erwartet, dass die Bulgaren in der zweiten Halbzeit mit hohem Risiko versuchen würden, das Spiel zu drehen, aber dann nicht immer gut reagiert. Wir müssen schnell lernen, in solchen Situationen nicht die Kontrolle zu verlieren. Wir denken ab sofort an das Spiel gegen Schweden, müssen schnell regenerieren und dann gut trainieren”, so Svetislav Pesic nach der Partie.

Für Deutschland spielten:
Robin Benzing (FC Bayern München, 9/8 Rebounds), Bastian Doreth (TBB Trier, 3), Per Günther (ratiopharm Ulm, 16),  Jan-Hendrik Jagla (FC Bayern München, 19/10 Rebounds), Tim Ohlbrecht (ohne Verein), Tibor Pleiß (Caja Laboral Vitoria/ESP, 10/9 Rebounds), Heiko Schaffartzik (ALBA Berlin, 12/10 Assists), Philipp Schwethelm (ratiopharm Ulm), Lucca Staiger (Neckar RIESEN Ludwigsburg, 12), Karsten Tadda (Brose Baskets Bamberg, dnp), Maik Zirbes (Brose Baskets Bamberg, 1), Philip Zwiener (Eisbären Bremerhaven, dnp).

Statistiken, Ergebnisse und Tabellen gibt es immer aktuell auf der Website der FIBA Europe


Spieltermine EM-Qualifikation
(jeweils deutsche Zeit)
Freitag, 24. August 2012, 20.15 Uhr: Deutschland – Schweden (ratiopharm arena, Neu-Ulm)
Montag, 27. August 2012, 17.00 Uhr: Aserbaidschan – Deutschland (Baku)

Sonntag, 2. September 2012, 16.00 Uhr: Luxemburg – Deutschland (Centre National Sportif, Luxemburg)
Mittwoch, 5. September 2012, 19.15 Uhr: Deutschland – Bulgarien (Arena Trier)
Samstag, 8. September 2012, 17.00 Uhr: Schweden – Deutschland (Norrköping)
Dienstag, 11. September 2012, 19.30 Uhr: Deutschland – Aserbaidschan (EWE Arena, Oldenburg)

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