DBB-Herren schlagen Mazedonien21. August 2009

Patrick Femerling noch nicht dabei – Rund 4.000 Zuschauer in der JAKO Arena in Bamberg

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Herren hat ihr Auftaktspiel beim Supercup in Bamberg gewonnen. Gegen Mazedonien siegte das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann nach einem spannenden Spiel vor rund 4.000 Zuschauern in der JAKO Arena mit 78:77 (25:25, 15:23, 22:15, 16:14). Rekordnationalspieler Patrick Femerling, der seit Anfang der Woche mit der Mannschaft trainiert, kam gegen Mazedonien noch nicht zum Einsatz.

Steffen Hamann, Demond Greene, Robin Benzing, Sven Schultze und Tim Ohlbrecht begannen für Deutschland. Schultze machte den ersten Dreier zum 5:5, aber die körperlich sehr robusten Mazedonier konterten zwei Mal jenseits der 6,25-Meter-Linie zum 5:13 (3. Min.). Besonders der 35 Jahre alte Vrbica Stefanov stellt die deutsche Defense anfangs vor große Probleme (9:17, 5. Min.). Bauermann rief sein zu hektisch agierendes Team zur ersten Auszeit. Mazedonien zog aber weiter davon (9:21, 5. Min.), die deutschen Korbjäger fanden kein Mittel gegen die auf enorm hohen Niveau beginnenden Osteuropäer. Jaglas fünf Punkte in Serie gestalteten das Resultat freundlicher, Heiko Schaffartzik traf zum 16:21 nach sieben Minuten. Elias Harris (Foto) brachte die Halle per Dunking erstmals so richtig in Fahrt, Schaffartzik ließ einen Dreier folgen, und die Partie war nahezu ausgeglichen (20:23, 8. Min.). Harris „stopfte“ erneut und machte seinem Ruf als „Highflyer“ alle Ehre. Den Zuschauer in Bamberg gefiel es jedenfalls. Der stark auftrumpfende Jagla netzte zum 25:25 (10. Min.) ein, und nach einem Viertel war dem Publikum schon eine ganze Menge Basketball-Action geboten worden.

Den besseren Start ins 2. Viertel hatten die Gäste, die die einen Moment lang unkonzentrierte deutsche Mannschaft überrannten (25:33, 12. Min.). Bauermann musste erneut zur Auszeit „bitten“. Ein Dunk von Sven Schultze zum 29:33 erfreute das Publikum (14. Min.), aber Mazedonien hatte wieder eine gute Antwort parat und kam durch den eingebürgerten Guard Darius Washington und Center Pero Antic zum 29:37. Eine Spur zu ungenau agierten die Bauermänner in der Offensive, sodass der Gegner zu einigen Ballgewinnen und leichten Körben kam (29:40, 15. Min.). Kampfgeist und Einsatz waren da, aber jetzt gelang den Mazedoniern wieder fast alles, während den Deutschen mehrere Ballverluste in Serie passierten. Außerdem hatten Schultze und Jagla bereits drei Fouls auf ihrem Konto. Greene „meldete“ sich mit zwei Dreiern und brachte Deutschland etwas zurück ins Spiel (38:46, 19. Min.). Zur Halbzeitpause hatten sich die jungen Deutschen wieder ins Spiel zurück gekämpft (40:48).

Yassin Idbihi sorgte für einen guten Beginn für das deutsche Team im 3. Viertel (46:50, 24. Min.). Dann aber übernahmen die Mazedonier das Kommando und legten wieder zweistellig vor (46:56, 25. Min.). Mazedonien setzte mit Washington und Jeremiah Massey ihre beiden „Sternchen“-Spieler ein, ein Luxus, der ihnen bei der Europameisterschaft nicht gestattet sein wird. Das DBB-Team versuchte, mehr Ruhe ins eigene Spiel zu bringen und die Hektik herauszunehmen. Idbihi kämpfte um jeden Ball und wurde mit einigen Freiwürfen „belohnt“ (52:58, 27. Min.). Benzing netzte per Dreier zum 55:58 ein (29. Min.) und hatte weitere gute Aktionen, Mazedonien wirkte beeindruckt. Nach 30 Minuten war die Hoffnung auf einen Erfolg wieder geweckt (62:63, Dreier Jagla), obwohl Schultze das Feld mit fünf Fouls verlassen musste.

Das Schlussviertel begann auf beiden Seiten hektisch, bis Harris von der Freiwurflinie zunächst den Ausgleich markierte und mit seinem Drei-Punkte-Wurf zur 67:64-Führung der deutschen Mannschaft traf (33. Min.). Mazedonien ließ sich jedoch nicht abschütteln und blieb, wenn auch vornehmlich von der Freiwurflinie, gefährlich (67:69, 35. Min). Die Fans in der JAKO Arena erlebten ein spannendes und intensives Basketball-Spiel, in dem sich die beiden Teams nichts schenkten. Drei Minuten vor Spielende war die Begegnung ausgeglichen (72:72, Harris). Schaffartzik verwandelte umjubelte Freiwürfe zum 74:72 und ebenso sicher und nervenstark agierte Ohlbrecht von der Linie (76:72). Auch Mazedoniens Drei-Punkte-Wurf kurz vor dem Schlusspfiff brachte die deutsche Mannschaft nicht mehr in Bedrängnis und so gewann die Mannschaft von Dirk Bauermann mit 78:77.

„Zunächst einmal möchte ich den vielen Fans ganz herzlich danken. Auch durch ihre Unterstützung ist es uns gelungen, immer wieder ins Spiel zurückzukommen. Wir haben Moral bewiesen und waren auch spielerisch phasenweise richtig gut. Wenn die Sicherheit jetzt immer größer wird, dann ist noch einiges möglich. Es gibt noch viel zu verbessern, aber die Mannschaft macht richtig Spaß. Ein besonderes Lob haben sich heute Robin Benzing und Elias Harris verdient“, so der Bundestrainer nach der Partie. „Ich habe das gemacht, was ich kann, und es hat heute ganz gut geklappt“, meinte ein bescheidener Robin Benzing. „Es ist ein tolles Gefühl, in der deutschen Nationalmannschaft zu stehen. Die erfahrenen Spieler helfen uns sehr, und an das härtere Niveau kann man sich gewöhnen“, sagte der Youngster weiter.

Morgen spielt die deutsche Mannschaft um 19.15 Uhr (live im DSF) gegen die Sieger der Partie Polen gegen Kroatien.  

Für Deutschland spielten:
Lucca Staiger (Iowa State University/USA, dnp), Heiko Schaffartzik (New Yorker Phantoms Braunschweig, 13), Sven Schultze (ohne Verein, 5), Konrad Wysocki (ohne Verein, 3), Steffen Hamann (ALBA Berlin, 4), Demond Greene (ohne Verein, 6), Per Günther (ratiopharm Ulm, 0), Yassin Idbihi (CSP Limoges/FRA, 7), Jan-Hendrik Jagla (ohne Verein, 11), Tibor Pleiß (ohne Verein, 0), Tim Ohlbrecht (ohne Verein, 6), Robin Benzing (ratiopharm Ulm, 13), Elias Harris (Gonzaga University/USA/BiS Baskets Speyer, 10).

Hier finden Sie ein komplettes Scouting des Spiels.

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