DBB-Herren schaffen die Sensation4. September 2013

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Herren hat zum Auftakt der EuroBasket 2013 in Slowenien eine Sensation geschafft. In der Partie gegen Frankreich brachte das Team von Bundestrainer Frank Menz den amtierenden Vize-Europameister und Medaillenkandidaten in arge Schwierigkeiten. Im letzten Viertel zeigten die ING-DiBa-Korbjäger keine Nerven und ließen die Sensation Realität werden, als sie die heutige Partie mit dem Schlussstand 80:74 beendeten (27:14, 16:25, 14:17, 23:18).  Robin Benzing war erfolgreichster deutscher Schütze (19 Punkte). Morgen steht um 17.45 Uhr die nächste Partie auf der Agenda, der Gegner heißt dann Belgien. Der Nachbar verlor heute in den Schlusssekunden gegen die Ukraine.

Wie schon während eines Großteiles der Vorbereitung schickte Menz Heiko Schaffartzik, Lucca Staiger, Niels Giffey (Foto), Robin Benzing und Tibor Pleiß auf das Spielfeld. Deutschland ging unbekümmert ins Spiel und lag nach zwei Dreiern von Giffey und Staiger sowie einem schönen Floater von Benzing mit 8:3 vorne (4.Min.). Bis zum 15:12 (6. Min., Dreier Schaffartzik) war fast jeder Wurf ein Treffer und die Partie kaum unterbrochen. Großartig agierten die jungen Deutschen in der Offensive und beeindruckten den Gegner (20:14, 7. Min.). Ein Dreier von Schaffartzik aus neun Metern brachte das 23:14 und veranlasste den französischen Coach zu einer Auszeit. Natürlich war es viel zu früh an eine Überraschung zu glauben, aber die DBB-Auswahl verkaufte sich großartig und kassierte erst nach acht Minuten ihr erstes Foul (27:14, Dreier Benzing, 9. Min., 10:0-Lauf). Fast schon ungläubiges Staunen auf den Rängen und auf der Medientribüne, als die klare Führung nach dem ersten Viertel Bestand hatte (Schaffartzik fünf Assists).

Frankreich riss sich zusammen, erhöhte den Druck in der Verteidigung und machte die ersten Punkte im zweiten Spielabschnitt (27:19, 13. Min.). Menz wollte diese Entwicklung so schnell wie möglich stoppen und rief seine Mannschaft zusammen. Dennoch dauerte es mehr als drei Minuten, ehe Deutschland durch einen engagierten Antritt von Giffey die ersten Punkte im zweiten Viertel verbuchen konnte (29:23). Einige vermeintlich einfache Würfe gingen jetzt daneben, während Frankreich hochprozentig abschließen konnte. Ein glänzend agierender Giffey hielt das DBB-Team mit weiteren Punkten vorne (32:25, 15. Min.). Als Andreas Seiferth für den mit drei Fouls belasteten Maik Zirbes in die Partie kam, hatte Menz bereits alle zwölf Spieler eingesetzt (32:29, 16. Min.). Ein Offensivfoul nach dem anderen wurde den Deutschen angehängt und die Franzosen kamen immer näher (32:31, 17. Min.). Vorbei ließ man den Favoriten aber zunächst nicht (37:31, Dreier Staiger, 18. Min.). So behaupteten die aufopferungsvoll Kämpfenden ihren Vorsprung nach einer sehr unterhaltsamen ersten Hälfte auch zum Seitenwechsel (43:39).

Deutschland fightet weiter

Frankreich musste wirklich alles investieren, um gegen die auch im dritten Viertel weiter unermüdlich fightenden Deutschen im Spiel zu bleiben. Die DBB-Fünf baute zunächst den Vorsprung wieder aus (49:41, 23. Min.), als Pleiß gekonnt vollstreckte. Auf französischer Seite übernahm NBA-Star Tony Parker jetzt viel Verantwortung und wurde von einem weiteren NBA-Akteur unterstützt: Dreier de Colo plus Foul: 51:47 (24. Min.). Deutschland befreite sich wieder (55:47, Zwiener, 26. Min.). Frankreich erneut eine frühe Auszeit, weil man einfach kein brauchbares Mittel gegen die DBB-Korbjäger fand. Die sicher 200 deutschen Fans unter den etwa 2.000 Zuschauern in der Tivoli Arena sahen zwei Punkte von Schaffartzik, die das 57:47 bedeuteten (27. Min.). Dann war wieder Frankreich an der Reihe und strebte mit Macht nach einer Wende (57:53, 29. Min.). Die gelang bis zum Ende des dritten Viertels aber immer noch nicht (57:56).

Antoine Diot brachte Frankreich nach 31 Minuten per Dreier in Front (57:59), Giffey glich umgehend aus. 61:61 hieß es sieben Minuten vor dem Ende, nichts war entschieden. Sollte es wirklich eine Siegchance für die DB-Youngster geben? Benzing holte an der Freiwurflinie die Führung für seine Mannschaft zurück (64:63, 35. Min.) und es bahnte sich eine ganz heiße Schlussphase an. Deutschland ging bei jedem Foul an die Freiwurflinie (65:65, 36. Min.). Pleiß stopfte zum 67:65 und die mögliche Sensation rückte immer näher (37. Min.). Nach einer Auszeit der Franzosen musste Deutschland dann zwei Treffer von Nicolas Batum hinnehmen (67:70). Nach einer Auszeit von Frank Menz traf Robin Benzing zum 69:70, im Gegenzug machte Frankreich das 69:72. Knapp zwei Minuten vor dem Ende war es Lucca Staiger, der von jenseits der Drei-Punkte-Linie zum Ausgleich vollstreckte. Frankreich zeigte Nerven, im Gegensatz zu Staiger. Erneuter Dreier und das Foul, leider konnte er den Freiwurf nicht verwandeln (75:72). Frankreich holte auf (75:74), die deutsche Mannschaft spielte aber wie entfesselt. 30 Sekunden vor dem Ende traf Robin Benzing per Dreier zum 78:74. Die deutsche Bank fing bereits an zu feiern und sie sollte Recht behalten. Frankreich hielt dem Druck nicht stand, vergab den letzten Wurf und Robin Benzing verwandelte mit einem Lächeln im Gesicht von der Freiwurflinie zum 80:74 Endstand. Wahnsinn.

Lucca Staiger zeigte sich nach dem Sieg mehr als zufrieden: “Es war ein unglaublicher Teamerfolg heute, aber es war vielleicht auch unser leichtestes Spiel, denn wir hatten nichts zu verlieren. Jetzt haben wir keine Zeit zu feiern, denn die ganz wichtigen Spiele warten auf uns.” Bundestrainer Frank Menz ist stolz auf seine Mannschaft, denkt aber auch an die kommenden Spiele: “Ich bin sehr stolz auf mein Team und habe versucht, in den vergangenen Tagen den Druck zu nehmen. Die beiden Testspiele gegen Frankreich haben sich als sehr nützlich erwiesen, weil wir ein wenig Respekt abbauen konnten. Das Spiel muss jetzt aber schnell aus unseren Köpfen und wir müssen uns auf die nächsten Tage konzentrieren.”

Für Deutschland spielten:
Niels Giffey (University of Connecticut/USA, 14), Per Günther (ratiopharm ulm, 2), Philip Zwiener (Eisbären Bremerhaven, 2), Heiko Schaffartzik (FC Bayern München, 12), Karsten Tadda (Brose Baskets Bamberg), Lucca Staiger (FC Bayern München, 14), Tibor Pleiß (Laboral Kuxta Vitoria/ESP, 11), Robin Benzing (FC Bayern München, 19), Bastian Doreth (Artland Dragons), Andreas Seiferth (TBB Trier, 2), Maik Zirbes (Brose Baskets Bamberg, 3), Alex King (ALBA Berlin).

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