DBB-Herren: Niederlage gegen Spanien28. August 2007

Das deutsche Nationalteam unterlag dem Weltmeister Spanien mit 56:72

Beim letzten Testspiel vor der Europameisterschaft auf Mallorca verlor die DBB-Auswahl gegen Weltmeister Spanien mit 56:72 (4:16, 24:15, 9:18, 19:23).

Das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann startete mit der gewohnten Startaufstellung in das Spiel. Die Partie begann mit durchwachsenen ersten Minuten auf beiden Seiten. Den ersten Korb erzielte schließlich NBA-Star Pau Gasol (Memphis Grizzlies) zum 2:0 (3. Min) und setze gleich einen weiteren Treffer hinterher. Die Deutschen taten sich gegen die Zonenverteidigung der Spanier sichtlich schwer. Nowitzki erzielte mit zwei Freiwürfen (2:4, 4. Min) die ersten Punkte für Deutschland. Patrick Femerling legte auf Ademola Okulaja ab, der den Ausgleich zum 4:4 (4. Min) schaffte. Wie im Spiel gegen Italien fand das DBB-Team keinen Rhythmus in der Offense und ließ den Ball kaum laufen. Es folgten abgehakte Distanzwürfe, auch unterm Korb glückte der deutschen Nationalmannschaft kein Treffer. Beide Mannschaften hatten bis dahin Schwierigkeiten im Abschluss. Zu frühe Einzelaktionen bewirkten, dass das deutsche Team innerhalb von fünf Minuten keinen einzigen Punkt erzielte. Nach einem 12:0- Lauf der Spanier lag die DBB-Auswahl nach dem ersten Viertel mit 4:16 deutlich zurück. Die Deutschen hatten bis zu diesem Zeitpunkt eine miserable Trefferquote mit nur 1/12 Treffern aus dem Feld.

Nach der Viertelpause zeigten die Forwards Jan-Hendrik Jagla und Ademola Okulaja nun endlich Mut und besserten den Punktestand zum 9:19 (12. Min) auf. Jagla, der auch in der Defense Kampfgeist bewies, versenkte in der 13. Spielminute einen Dreier zum 12:19. Mit nun mehr Einsatz gelang den Deutschen ein 9-Punkte-Lauf, so dass sie mit 14:19 (14. Min) an den Weltmeister Spanien herankamen.  Die Reboundschwäche in der Verteidigung erlaubte es den Spaniern ein ums andere Mal anzugreifen und mit freien Würfen zu punkten. Demond Greenes punktete Dreier zum 17:25 (17. Min) leitete eine erneute Aufholjagd der Deutschen ein. Auch wenn Leistungsträger Nowitzki bisher schwach aus dem Feld traf, verkürzte Robert Garrett  auf 22:25 (18. Min), so dass die DBB- Auswahl wieder aufatmen konnte. Der mentale Druck war nun abgelegt und bat den Spaniern mit einem Nowitzkis Dunk (26:27, 19. Min) Paroli. Das überragende 2. Viertel gewann die deutsche Nationalmannschaft  deutlich (24:15) und ging mit einem 3-Punkte-Rückstand (28:31) in die Halbzeitpause.

Im dritten Viertel demonstrierten Nowitzki & Co jedoch wenig Eigeninitiative und schalteten zu langsam in die Verteidigung um. Mit zwei leichten Ballgewinnen und anschließenden Fast-Breaks baute Spanien die Führung auf 39:30 (24. Min) aus. Die Mannschaftsdynamik aus dem dritten Viertel konnten die Deutschen nicht aufrechterhalten und schlossen unkonzentriert ab. Das spanische Team, heute ohne die beiden Leistungsträger Juan Carlos Navarro und Jorge Garbajosa, spielte routiniert weiter und konnte ohne Probleme das deutsche Team hinter sich lassen (46:32, 28. Min). Das Selbstbewusstsein der Deutschen war völlig verschwunden. Demirel brachte durch seinen Dreier in der 29. Minute einen kleinen Lichtblick, was den weiten 14-Rückstand nur gering schrumpfen ließ. Das gegnerische Team um Trainer Pepu Hernández war der deutschen Auswahl sowohl in der Offense als auch der Defense immer einen Schritt voraus.


Das letzte Viertel begann vielversprechend mit einem Dreier von Garrett (40:49, 31. Min). Zu starr und passiv verhielten sich die Deutschen im Gegensatz zu den „abgezockten“ Spaniern. Hin und wieder gelangen ausgespielte gute Aktionen, die aber nur kurzen Aufwind aufkommen ließen. Die Generalprobe vor der EM verlief auf Seiten der Deutschen bis zum Spielende hin unspektakulär, womit die deutsche Nationalmannschaft das insgesamt punkteschwache Spiel mit 57:74 verlor.

Bundestrainer Dirk Bauermann zeigte sich insbesondere mit der Spielanlage der deutschen Auswahl unzufrieden. Ihm nach agierten die Deutschen zu nervös und unruhig. „Wir müssen disziplinierter und gelassener spielen und uns bei der EM als erfahrene Mannschaft präsentieren. Wir dürfen nicht wie ein junges Team verunsichert und verkrampft auftreten.“ Die Spanier stellten vor allem durch ihre sehr gute Verteidigung einen physischen sowie mentalen Härtetest vor der EM dar und nahmen Dirk Nowitzki aus dem Spiel. „Die Spieler müssen lernen, in solchen Situationen Verantwortung zu übernehmen. Umso bewundernswerter ist es, wie es die zweite Fünf geschafft hat, wieder zurück ins Spiel zu kommen“, so Bauermann.

Für Deutschland spielten:
Mithat Demirel (ohne Verein, 4), Patrick Femerling (ALBA Berlin, 5), Robert Garrett (Brose Baskets, 10), Demond Greene (Brose Baskets, 3), Guido Grünheid (Hanzevast Capitals Groningen/Niederlande, 3), Steffen Hamann (Brose Baskets, 4), Johannes Herber (ALBA Berlin, 5), Jan-Hendrik Jagla (Joventut Badalona/Spanien, 6), Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks, 8), Ademola Okulaja (Brose Baskets, 8), Pascal Roller (Deutsche Bank Skyliners), Sven Schultze (Snaidero Udine/Italien).

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