DBB-Herren mit gelungener EM-Generalprobe11. September 2005

74:63-Erfolg gegen Bosnien-Herzegowina vor mehr als 10.000 Zuschauern in Hamburg

Die deutsche Herren-Nationalmannschaft hat die Generalprobe vor der Europameisterschaft in Serbien und Montenegro (16.-25. September) erfolgreich absolviert. Gegen Bosnien-Herzegowina gewann das deutsche Team vor 10.344 Zuschauern in der Hamburger Color Line Arena mit 74:63 (22:13, 17:24, 13:8, 22:18)

Die DBB-Auswahl trat ohne Ademola Okulaja (erneute Kniebeschwerden) und Mithat Demirel (Knie-OP vor zehn Tagen) an. Die 1. Fünf begann mit Pascal Roller, Demond Greene, Denis Wucherer, Patrick Femerling und Dirk Nowitzki. Vor allem die deutsche Defense stand zu Beginn. Die ersten vier Angriffe der Bosnier verpufften ohne Wirkung. Im Angriff fanden die ING-DiBa-Korbjäger allerdings den Rhythmus langsamer (4:0, 3. Min.). Nach der „Abtastphase“ entwickelte sich eine muntere Partie, der Dirk Nowitzki mit einem Monsterdunk (zwei Bosnier am Arm hängend) in der 6. Minute ihren vorläufigen Höhepunkt bescherte (10:4). Denis Wucherer erhöhte auf 13:4, das Hamburger Basketball-Publikum freute sich. Dann kamen die Gäste um den starken, eigebürgerten US-Guard Henry Domercant besser ins Spiel (15:11), um wieder einen Dunking von Dirk Nowitzki zu „fangen“ (17:11, 9. Min.). Marko Pesic machte mit der Schlusssirene des 1. Viertels das 22:13.

Auch ohne Dirk Nowitzki behielt Deutschland Anfang des 2. Viertels die Oberhand (26:17, 13. Min.). Viele Wechsel brachten den Spielfluss aber etwas zum Stocken. Das ärgerte Bundestrainer Dirk Bauerman, der am Spielfeldrand und dann in einer Auszeit lautstark auf seine Mannen einzuwirken versuchte (29:24, 17. Min.). Patrick Femerling machte einen guten und beweglichen Eindruck und tanzte seinen Gegenspieler Aleksandar Radojevic (2,20 m) mehrfach aus, Pascal Roller traf per Dreier zum 34:24, 18. Min. Gegen die bosnische Pressverteidigung offenbarte man dann in den letzten Minuten des 2. Viertels einige Schwierigkeiten (37:34, 20. Min.), Kenen Bajramovic traf per Dreier kurz vor der Halbzeit zum 39:37.

Dann glich Bosnien-Herzegowina sogar aus (39:39), doch die deutschen Spieler kämpften sich langsam aus der Krise (45:40, 25. Min.), Sven Schultze weckte die etwas verstummte Halle mit einem Dreier zum 48:40 (27. Min.). Der Härtetest entpuppte sich auch als einer, denn die Bosnier waren nicht gewillt, auch nur einen Zentimeter nachzugeben. Nach einem überharten Foul an Dirk Nowitzki handelten sich die Bosnier allerdings gleich zwei technische Fouls ein, hatten ihre Nerven nicht im Griff. Die DBB-Auswahl zog auf  52:43 davon (4 Freiwurftreffer bei 6 Versuchen von Dirk Nowitzki, 28. Min.). 

Dirk Nowitzki vollendete einen schönen Spielzug nach 33 Minuten per Dunking, Deutschland führte wieder zweistellig (58:47), Robert Garret „stopfte“ direkt hinterher (60:47). Das Hamburger Publikum, dem ja in naher Zukunft wieder hochklassiger Vereinsbasketball geboten werden soll, war wieder da und feuerte die deutsche Mannschaft lautstark an. Optimistisch stimmen darf, dass Center Patrick Femerling rechtzeitig wieder in EM-Form zu kommen scheint. Er agierte mit großer Spielfreude. Beim 64:52 (37. Min.) durch zwei Freiwurftreffer von Dirk Nowitzki war die Begegnung entschieden. Dem Publikum wurden noch einige schöne Szenen auf beiden Seiten geboten.

Deutschland:
Stephen Arigbabu (Forward/Center, 2,06 m, ALBA Berlin), Robert Garrett (Guard, 1,93 m, Navigo.it Teramo/Italien, 2), Demond Greene (Foto, Guard, 1,85 m, ALBA Berlin, 2), Robert Maras (Center, 2,15 m, CSF Sevilla/Spanien, 2), Dirk Nowitzki (Forward, 2,13 m, Dallas Mavericks/USA, 27),  Marko Pesic (Guard, 1,98 m, RheinEnergie Köln, 2), Pascal Roller (Guard, 1,80 m, Deutsche Bank Skyliners, 5), Sven Schultze (Forward, 2,06 m, Armani Mailand/Italien, 8), Denis Wucherer (Guard, 1,95 m, Telindus Oostende/Belgien, 13), Johannes Herber (Guard, 1,97 m, West Virginia University), Patrick Femerling (Center, 2,13 m, Panathinakos Athen, 8), Misan Nikagbatse (Guard  1,95 m, Vertical Vision Cantu/Italien, 5).

Statistik 

Stimmen

Dirk Nowitzki:
Hier war eine tolle Stimmung in einem tollen Umfeld. Die Color Line Arena ist eine der besten Hallen in Europa. Da ist man besonders motiviert, dem Publikum Einiges zu bieten. Zwar war unsere EM-Vorbereitung wegen der vielen Verletzungen nicht optimal, aber das zählt jetzt überhaupt nicht mehr. Wichtig ist jetzt nur unser erstes EM-Spiel gegen Italien. Da müssen wir voll da sein, denn das ist eine ganz schwere Aufgabe. Wir waren eigentlich immer eine gute Turniermannschaft. Es ist auch für mich bitter, dass Mithat und Ademola nicht fit sind. Hoffentlich bekommen wir das bis Freitag noch hin.
Seit ich in der Nationalmannschaft bin, ist das im Großen und Ganzen die gleiche Mannschaft geblieben. Es kommt zu wenig von unten nach. Das ist schade, und dagegen möchten wir mit unserer Aktion ´Made in Germany´ etwas tun.

Patrick Femerling:
Wir arbeiten mit aller Kraft auf den EM-Beginn hin. Jetzt soll es auch endlich losgehen. Bei mir ist soweit alles in Ordnung, es wird immer besser. Wichtig war, dass wir heute ein vernünftiges Spiel zum Abschluss der Vorbereitung gezeigt haben.
Bei ´Made in Germany` geht die Hauptinitiative von den Spielern aus, der DBB hat uns dabei geholfen. Wir haben uns zusammengesetzt und uns Gedanken gemacht, wie wir die Nachwuchssituation verbessern können. Die Nationalmannschaft muss eine Perspektive auf fünf bis zehn Jahre haben und darf nicht in drei Jahren einfach verschwinden. Mit den drei Punkten Patenprogramm, Camps und einer Art Förderverein fangen wir jetzt an und werden sehen, wie sich das Projekt entwickelt.

Dirk Bauermann:
Wir haben es geschafft, 35 Minuten lang auf hohem Niveau zu verteidigen. Die noch fehlenden fünf Minuten müssen wir bis zum Italien-Spiel drauflegen. Den Gegner unter 65 Punkten zu halten ist eine wichtige Basis um ein Spiel zu gewinnen. Gegen Italien müssen wir auch unsere Fehlerquote reduzieren, 19 Ballverluste sind dann sicher zu viel. Einige Male haben wir versucht, den Ball in den Korb zu tragen statt abzuschließen. Es war eine tolle Kulisse, wir hatten viel Spaß hier und eine optimale Betreuung. Die sensationellen Halle und das tolle Publikum machen Hamburg zu einem perfekten basketball-Standort. Bei Ademola ist es wie mit dem Hamburger Schmuddelwetter: mal so, mal so. Ob ein Einsatz bei der EM sinnvoll ist, werden wir jetzt bald entscheiden. Das Gleiche gilt für Mithat, der nicht nur als Spieler sondern auch als Stimmmungsfaktor wichtig für das Team wäre. Zusammenfassend kann man sagen, dass wir zur Zeit da sind, wo wir sein können. Das ist etwa 20 Prozent unter dem Optimum.

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