DBB-Herren gegen Weltmeister Spanien mit starker 1. Hälfte14. August 2008

59:72-Niederlage beim „Frühsport“ – Jetzt gilt die volle Konzentration dem Spiel am Samstag gegen China – Kräfte bündeln für den Viertelfinal-Einzug

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat bei den Olympischen Spielen die Gunst der frühen Stunde nicht genutzt und eine Überraschung gegen Weltmeister Spanien verpasst. Gegen die Iberer unterlag das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann nach starker erster Hälfte mit 59:72 (15:12, 21:27, 12:20, 11:13). Damit gilt die volle Konzentration jetzt dem Spiel gegen China am kommenden Samstag um 14.00 Uhr deutscher Zeit, wenn bei normalem Turnierverlauf der Viertelfinaleinzug perfekt gemacht werden kann. „Es läuft wohl alles auf dieses Spiel hinaus. Das heißt für uns, jetzt die Kräfte zu bündeln und am Samstag alles zu geben“, so Bauerman.

Morgens früh um 9 Uhr hatten die langen Kerls wohl zuletzt in der Jugend gespielt, aber das merkte man dem Spiel zu Beginn kaum an. Als erstes Team wurde Deutschland wach, als Chris Kaman, Dirk Nowitzki, und Steffen Hamann (Foto links) für die 8:2-Führung nach drei Minuten sorgten. Hamann musste dann mit zwei schnellen Fouls vom Feld und wurde durch Roller ersetzt. Besonders die deutsche Mann-Mann-Verteidigung (Kaman gegen Pau Gasol!) war auf dem Posten und verhinderte zunächst den typischen spanischen Tempo-Basketball, während der Angriff jetzt etwas ins Stocken geriet. Aber gegen die einsetzende spanische Pressverteidigung traf Demond Greene einen Dreier zum 13:7 (7. Min.). Jose Calderon legte einen kleinen Zwischenspurt ein, während die ersten Wechsel den Deutschen nicht gut taten und Nowitzki seinen Wurfrhythmus noch nicht gefunden hatte und während der gesamten Partie auch nicht finden sollte (13:12, 9. Min.). Mit der Schlusssirene des 1. Viertels machte Sven Schultze das 15:12 und damit den ordentlichen Start der Deutschen perfekt.

Jan-Hendrik Jagla mit schönem Fade away und per Dreier sowie Haman, der immer wieder stark penetrierte, punkteten Anfang des 2. Viertels zur deutschen 22:14-Führung (12. Min.). Doch Alex Mumbru und Pau Gasol brachten den Weltmeister nach 15 Minuten auf 24:22 heran, Dirk Bauermann nahm eíne Auszeit. Sorgen bereitete ihm bis dato am ehesten die dürftige Reboundbilanz, die klar von den Spaniern dominiert wurde. Hier hielt allerdings Kaman mit schon sechs Rebounds zu diesem Zeitpunkt dagegen. Der zweite Dreier von Greene zum 29:24 (16. Min.) stoppte den spanischen Ansturm, aber vor allem NBA-Star Pau Gasol kam jetzt besser ins Spiel. Offensiv am stärksten im deutschen Team agierte vor der Pause Steffen Hamann, der die richtige Mischung zwischen Penetration und Abschluss fand. Dennoch musste die DBB-Auswahl jetzt mehrere Ballverluste verkraften, Greene kassierte sein drittes Foul (18. Min.) und Spanien kam per Dunking von Pau Gasol zum 31:31-Ausgleich. Dann punktete endlich Nowitzki wieder, und Rollers Dreier zum 36:33 eine Minute vor der Pause tat gut, wurde aber umgehend von Calderon beantwortet (36:36, 20. Min.). Sehr ärgerlich, dass Schultze noch einmal den Ball verlor und Deutschland nach einem Dreier von Rudy Fernandez mit einem 36:39-Rückstand in die Kabine gehen musste.

Als Mumbru unmittelbar nach Wiederbeginn zum 36:42 traf und Greene ein Ballverlust unterlief, musste man Schlimmes für die deutsche Mannschaft fürchten. Es kam jetzt zum spanischen Run, und Jungstar Ricky Rubio punktete zum 36:47, Bauermann nahm sofort eine Auszeit. Bis auf 36:50 (Dreier Garbajosa) enteilten die Spanier binnen weniger Sekunden, ehe ein Dreier von Nowitzki zum 39:50 (22. Min.) saß. Doch weiter brachen alle Dämme im deutschen Spiel, jegliche Kontrolle ging verloren, und Spanien vergrößerte seinen Vorsprung Punkt um Punkt (39:55, 23. Min.). Eine erneute Auszeit von Bauermann sollte den spanischen Lauf stoppen. Das Spiel „beruhigte“ sich in der Folge auch, aber es blieb beim deutlichen spanischen Vorsprung. Spanien hatte die Partie in weniger als zwei Minuten vorentschieden (44:59, 28. Min.). Deutschland versuchte, mit größerer Konzentration und mit vollem Einsatz in das Spiel zurück zu kommen. Beide Teams ließen in dieser Phase viele Wurfchancen aus, aber Patrick Femerling traf nach exakt 30 Minuten zum 48:59 und beendete ein schwaches deutsches Viertel einigermaßen „glimpflich“.

Auch zu Beginn des Schlussabschnitts verfehlten die meisten Würfe auf beiden Seiten ihr Ziel. Doch als Nowitzki zum 50:60 einnetzte (32. Min.) keimte leise Hoffnung auf, die ein Dreier von Mumbru umgehend trübte. Nach wie vor gestattete man den Spaniern viel zu viele Offensiv-Rebounds (13 bis dahin), die diese aber nur selten zu einfachen Punkten nutzten. Hamann machte das 54:63 (33. Min.), die DBB-Auswahl hatte sich von dem Schock im 3. Viertel erholt, versäumte es aber trotz mehrerer Chancen, noch näher an den Weltmeister heran zu kommen, Minutenlang änderte sich nichts am Spielstand, ehe  Juan Carlos Navarro zum 54:65 punktete (36. Min.). Kaman verkürzte zum 56:65, aber der Dreier von Calderon zum 56:68 zwei Minuten vor dem Ende der Partie besiegelte die deutsche Niederlage endgültig.

Für Deutschland spielten:

Robert Garrett (Brose Baskets Bamberg, 2), Demond Greene (Brose Baskets Bamberg, 9), Steffen Hamann (ALBA Berlin, 15), Jan-Hendrik Jagla (DKV Joventut Badalona/Spanien, 5), Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks/USA, 11), Tim Ohlbrecht (Brose Baskets Bamberg), Pascal Roller (Deutsche Bank Skyliners, 3), Sven Schultze (Amatori Snaidero Udine/Italien, 2), Konrad Wysocki (Deutsche Bank Skyliners, 2), Philip Zwiener (ALBA Berlin), Chris Kaman (LA Clippers, 8) und Patrick Femerling (ALBA Berlin, 2).

Alle Informationen zum Olympischen Basketballturnier gibt es auf der offiziellen Turnier-Homepage

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