DBB-Herren schlagen Schweden24. August 2012

Die deutsche Herren-Nationalmannschaft hat sich ihre weiße Weste in der EM-Qualifikationsgruppe B bewahrt. Das Team von Bundestrainer Svetislav Pesic gewann in der ratiopharm arena in Neu-Ulm gegen Schweden mit 81:66 (19:17, 26:11, 21:14, 15:24) und steht nach drei Siegen weiter mit einer glänzenden Ausgangsposition da. Dabei erzielten Kapitän Heiko Schaffartzik und Robin Benzing die meisten Punkte für Deutschland (15). Am kommenden Montag steht nun das “komplizierte” (O-Ton Pesic) Auswärtsspiel in Aserbaidschan auf dem Programm.

Fast 6.000 Zuschauer waren gekommen, um die deutsche Mannschaft zu unterstützen. Ein weiterer Beleg dafür, wie groß die Basketballbegeisterung in Ulm und um Ulm herum ist. In der schmucken ratiopharm arena schickte Pesic anfangs wie gewohnt Per Günther, Heiko Schaffartzik, Robin Benzing, Jan-Hendrik Jagla und Tibor Pleiß aufs Parkett. Schweden erwischte den besseren Start (1:5), aber Center Kjellbom fing sich ganz schnell zwei Fouls und musste auf die Bank. Pleiß ackerte unter den Körben, während vorne das Wurfglück fehlte (5:8, 5. Min.). Günther kassierte schon sein drittes Foul und nach dem 5:11 durch Schwedens NBA-Profi Jonas Jerebko war die Anfangsphase verpatzt. Unermüdlich feuerten die deutschen Fans ihr Team an und durften das 9:11 durch Benzing bejubeln (6. Min.). Als Pleiß zum Ausgleich “stopfte”, brodelte die Halle, und erst recht, als Benzing (Foto) nur kurz später einen 3er versenkte (14:11, 7. Min.). Die großartige Atmosphäre schien die ING-DiBa-Korbjäger zu beflügeln. Sie agierten jetzt deutlich aggressiver und erhöhten den Druck auf die schwedischen Guards. Schweden brachte daraufhin den Ball über ihre Power Forwards Jerebko und Christian Maraker nach vorne. Das erste Viertel ging nach einem 3er von Lucca Staiger mit einer knappen 19:17-Führung für Deutschland zu Ende.

Deutschlands Topscorer in der EM-Qualifikation, Jan-Hendrik Jagla, suchte bis dahin vergeblich seine gefürchtete Wurfhand und sah sich hinten mit Jerebko und Maraker den schwierigsten Defensiv-Aufgaben gegenüber. Ein vor Selbstbewusstsein strotzender Staiger markierte das 23:19 (13. Min.), an der Freiwurflinie sorgte Bastian Doreth dann für die bis dato höchste deutsche Führung (27:21, 14. Min.). “Ich könnte etwas besser treffen!” hatte Heiko Schaffartzik unter der Woche in einem Interview gesagt. Gesagt, getan, denn der 28-Jährige Guard netzte von weit draußen zum 30:24 ein (15. Min.), ehe Benzing zwei Freiwürfe traf. Der Forward hatte allerdings auch schon drei Fouls gepfiffen bekommen. Drei Freiwurftreffer von “Neu”-Lokalmatador Philipp Schwethelm bedeuteten das 35:24 (16. Min.), dem Schafartzik mit seinem zweiten 3er das 38:24 folgen ließ und damit einen deutschen 11:0-Lauf perfekt machte (17. Min.). Staigers “moon ball” war ein weiterer Höhepunkt in einem nun tollen Spiel von deutscher Seite, ebenso Ohlbrechts Dunking (42:25, 28. Min.). Als dann auch noch Jagla seine ersten Punkte erzielte, lief alles perfekt für die DBB-Auswahl (44:25, 19. Min.). Bis zum Seitenwechsel erholten sich die Skanidinavier noch etwas von der zwischenzeitlichen “Abfuhr” (45:28).

Aus den Kabinen kamen die DBB-Akteure hellwach. wohlwissend, dass Schweden noch einmal alles versuchen würde. Schwethelm, Günther und Schaffartzik trafen ihre 3er (56:33, 24. Min.) und hielten den Gegner damit deutlich auf Distanz. Das Publikum dankte es mit lauten “Deutschland”-Sprechchören und ließen die Halle erbeben, als Schwethelm einen weiteren 3er durch den schwedischen Korb schickte. Auch Günther war jetzt voll im Spiel und begeisterte “seine” Fans in einem nun phasenweise etwas wilden “run and gun”-Spiel (61:40, 28. Min.). Schweden stelte fast schon verzweifelt auf Zonenverteidigung um, was Schaffartzik umgehend mit seinem vierten Distanztreffer “bestrafte”. Pesic forderte am Spielfeldrand weiter vollen Einsatz und war mitunter ebenso aktiv wie seine Spieler. 66:40 hieß es nach weiteren Punkten von Schaffartzik, die Partie schien rund elf Minuten vor dem Ende entschieden. Benzing erhielt sein viertes Foul noch vor der Viertelpause (66:42).

In den letzten zehn Minuten ließ die Konzentration der Deutschen doch etwas nach. Weiterhin verteidigten die Pesic-Schützlinge intensiv über das gesamte Feld, fingen sich jetzt aber einige ärgerliche Treffer der Schweden (70:58, 35. Min.). Das Momentum wechselte auf die Seite der Schweden und Pesic versuchte diese Entwicklung mit einer Auszeit zu stoppen. Schweden witterte noch einmal eine Chance und investierte die letzten Kräfte. Doch mit Unterstützung der fantastischen Zuschauer und mit einem starken Benzing kämpfte sich das deutsche Team aus dem Loch und entschied das Spiel letztlich sicher für sich.

“Die tollen Ulmer Fans haben uns heute sehr geholfen. Es ist eine von den besten Hallen, die ich bisher erlebt habe. Wir haben leider im letzten Viertel die Konzentration verloren und können mit dem Ende nich zufrieden sein. Aber vorher haben wir 30 Minuten exzellenten Basketball gespielt. In einem EM-Qualifikationsspiel ist es aber wichtig, die Konzentration bis zum Ende hochzuhalten. Die Richtung stimmt aber, ich kann sagen: weiter so! Jetzt geht es auf die lange Reise nach Baku und dann sehen wir weiter”, meinte Svetislav Pesic nach dem Spiel.

 Für Deutschland spielten:
Robin Benzing (FC Bayern München, 15), Bastian Doreth (TBB Trier, 2), Per Günther (ratiopharm Ulm, 7),  Jan-Hendrik Jagla (FC Bayern München, 4), Tim Ohlbrecht (ohne Verein, 8), Tibor Pleiß (Caja Laboral Vitoria/ESP, 7), Heiko Schaffartzik (ALBA Berlin, 15), Philipp Schwethelm (ratiopharm Ulm, 9), Lucca Staiger (Neckar RIESEN Ludwigsburg, 12), Karsten Tadda (Brose Baskets Bamberg, 2), Maik Zirbes (Brose Baskets Bamberg, dnp), Philip Zwiener (Eisbären Bremerhaven, dnp).

Schweden
Anton Saks 6, Johan Jeansson 6, Joakim Kjellbom 4, Andreas Person, Martin Pahlmblad 8, Thomas Massamba 4, Kenny Grant, Jonas Jerebko 22, Mikael Lindqvist 1, Christian Maraker 8, Erik Rush 3, Carl Engström 2.

Statistiken, Ergebnisse und Tabellen gibt es immer aktuell auf der Website der FIBA Europe

Weiteres Ergebnis vom Abend: Luxemburg – Bulgarien 68:94


Spieltermine EM-Qualifikation
(jeweils deutsche Zeit)
Montag, 27. August 2012, 17.00 Uhr: Aserbaidschan – Deutschland (Baku)

Sonntag, 2. September 2012, 16.00 Uhr: Luxemburg – Deutschland (Centre National Sportif, Luxemburg)
Mittwoch, 5. September 2012, 19.15 Uhr: Deutschland – Bulgarien (Arena Trier)
Samstag, 8. September 2012, 17.00 Uhr: Schweden – Deutschland (Norrköping)
Dienstag, 11. September 2012, 19.30 Uhr: Deutschland – Aserbaidschan (EWE Arena, Oldenburg)

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