DBB-Herren: EM-Abschied mit Erfolg9. September 2013

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Herren hat sich mit einem Sieg von der EuroBasket 2013 in Slowenien verabschiedet. Gegen Israel hieß es am Ende 80:76 (12:20, 19:10, 22:19, 27:27). Im fünften und letzten Vorrundenspiel waren Lucca Staiger und Per Günther mit je 15 Punkten die erfolgreichsten deutschen Werfer. Tibor Pleiß legte ein Double-Double auf (14 Punkte, 14 Rebounds). Schon zuvor hatte festgestanden, dass sich die DBB-Auswahl nicht mehr für die Zwischenrunde qualifizieren kann.

Bundestrainer Frank Menz schickte mit Per Günther, Heiko Schaffartzik, Niels Giffey, Robin Benzing und Tibor Pleiß eine leicht veränderte Startformation in Rennen. In der mit rund 2.500 Zuschauern überraschend gut gefüllten Tivoli Arena begann Günther mit zwei Dreiern für Deutschland, die dafür sorgten, dass man gegen die enormes Selbstbewusstsein ausstrahlenden Israelis den anfänglichen Rückstand in Grenzen hielt (8:13, 5. Min.). Zu leicht wurde es dem Gegner gemacht, zu wenig Druck ausgeübt, während man Israel anmerkte, dass es mit einem Sieg aller Wahrscheinlichkeit nach in die Zwischenrunde einziehen würde. Israel baute den Vorsprung aus (10:18, 7. Min.), weil Deutschland es nach wie vor nicht verstand, für Stops zu sorgen.

Dann begann das zweite Viertel, dass den Deutschen im Turnierverlauf so häufig das Genick gebrochen hatte. Staiger (Foto) brachte sein Team aber zunächst auf 16:20 heran (12. Min.). Menz versuchte es gegen die eher “kleinen” Israelis mit verschiedenen Formationen, u.a. auch mit Benzing und King auf den Positionen vier und fünf. Aber es war wieder Staiger per Dreier, der zum 19:24 traf (14. Min.). Sage und schreibe 14 Spielminuten dauerte es, bis Israel das erste Foul begehen musste um einen deutschen Angriff zu stoppen. Aber das DBB-Team kämpfte und ließ sich in keinster Weise hängen (21:24, Zwiener, 15. Min.). Die Defense stand jetzt minutenlang sehr gut, Zwiener schaffte den Anschluss (23:24, 17. Min.), ehe Tadda mit seinen ersten EM-Punkten die Führung besorgte. Die hatte durch weitere Dreier von Staiger und Tadda auch nach 20 Minuten Bestand (31:30).

Auf deutsche Distanzschützen ist Verlass

Nach einer punktlosen ersten Hälfte erzielte Schaffartzik die ersten fünf deutschen Punkte in Viertel drei, gefolgt von einem Benzing-Dreier (39:35, 22. Min.). Günther zeigte offensiv seine beste EM-Vorstellung und traf zwei Mal in kurzer Folge von jenseits der Dreipunktelinie (44:37, 24. Min.). Israel hatte angesichts der Bedeutung des Spieles sehr viel mit sich selbst zu tun und wirkte jetzt verkrampft. Die DBB-Auswahl konnte sich in diesen Minuten auf die Distanzschützen verlassen (47:39, Dreier Staiger, 26. Min.) und brillierte phasenweise offensiv. Man versäumte es aber, noch viel mehr Kapital aus der israelischen Schwäche zu schlagen und gestattete dem Gegner zu viele einfache Punkte. So blieb Israel im Spiel (50:47, 28. Min.). Schaffartzik mit wunderbarem Anspiel auf Pleiß, der mit Dunking vollstreckt: 53:49 (30. Min.).

Im Schlussabschnitt wehrte sich die junge deutsche Mannschaft weiter mit allen verbliebenen Kräften gegen ein Comeback der Israelis. Tadda traf an der Freiwurflinie zum 56:51 und legte direkt anschließend das 58:51 nach (32. Min.). In einem Kampf um jeden Zentimeter agierte Deutschland weiter hoch engagiert, kam durch Günther und Benzing zum 64:54 (35. Min.) und schien die favorisierten Israelis im Griff zu haben. Aber das große Zittern begann, als Israel mit dem Mute der Verzweiflung aufholte und sich einige deutsche Würfe aus dem Korb heraus drehten (64:60, 37. Min.). Pleiß brachte an der Freiwurflinie Entlastung, Heiko Schaffartzik von der Dreier-Linie (70:63, 38. Min.). Ein weiterer Dunk von Tibor Pleiß brachte die neun Punkte-Führung, ehe Israel zum 72:66 verkürzte und die Partie weiter offen hielt. Nach dem 72:68 brachte Robin Benzing von der Linie etwas Ruhe in das deutsche Spiel, allerdings erarbeiteten sich die Israelis weitere Wurfchancen, ohne aber aus dem Feld erfolgreich zu sein (73:69, 39. Min.). Es begann eine hektische letzte Minute, in der Pleiß erfolgreich abschloss (75:69). Israel punktete per Dunking und von der Freiwurflinie und verkürzte auf 77:74. An der Freiwurflinie sicherten Staiger und Benzing den Sieg der DBB-Herren. Nach dem Auftakterfolg gegen Frankreich gewann Deutschland das letzte Spiel der EM mit 80:76.

Spieler und Trainer zeigen sich nach dem Spiel erleichtert, aber auch selbstkritisch: Heiko Schaffartzik: “Ich bin stolz, dass wir das letzte Spiel gewonnen haben. Es war ein halbwegs versöhnlicher Abschluss der EM, versöhnlich wäre es gewesen, wenn wir die Zwischenrunde erreicht hätten. Aber wir haben gezeigt, dass wir kämpfen können, uns fehlt aber noch in den entscheidenden Situationen die Erfahrung und die Cleverness.”

Bundestrainer Frank Menz: “Ich bin erleichtert – für das Team, für den Staff, die die letzten zwei Monate so hart gearbeitet haben. Wir wollen weiter arbeiten und weiter lernen. Die Spieler müssen lernen, wann sie hart spielen müssen, wann sie dazwischen gehen sollen und das ist eine Erfahrungssache. Auch ich kann mich noch weiterentwickeln und auf diesem Niveau Erfahrungen sammeln. Leider haben wir die Zwischenrunde nicht erreicht, aber ich sehe positiv in die Zukunft. So ein Umbruch geht nicht innerhalb von sechs Wochen, sondern das dauert. Wenn die NBA-Spieler zurückkommen und sich die jungen Spieler weiter so gut entwickeln, dann haben wir in der Zukunft gute Chancen und eine gute Perspektive.”

Niels Giffey: “Ich nehme nur positive Sachen aus der EM mit. Ich habe meine persönlichen Wünsche und Ziele erreicht, die Siege waren gute Erfahrungen, aber aus den Niederlagen lernen wir. Wir haben die Spiele knapp verloren und gezeigt, dass wir eigentlich mithalten können. Wenn die Erfahrung noch dazu kommt, dann können wir mehr erreichen. Auch ich persönlich brauche noch mehr Erfahrung auf diesem Niveau, aber ich bin mit meiner Rolle zufrieden. Klar hätte ich mir noch den ein oder anderen Sieg mehr gewünscht, aber insgesamt war es eine gute Erfahrung für mich und die Mannschaft.”

Tibor Pleiß: “Wir sind schon ein wenig enttäuscht. Wir hatten uns mehr vorgenommen, wollten die Zwischenrunde erreichen, das haben wir nicht geschafft. In den engen Situationen hat uns die Erfahrung gefehlt. Die meisten Jungs haben noch kein großes Turnier gespielt, das hat man phasenweise gemerkt. Die Konstanz war noch nicht da, aber das Team hat immer gekämpft und sich nie aufgegeben. Wir haben uns immer wieder herangekämpft und heute haben wir uns endlich belohnt. Daher ist es ein versöhnlicher Abschluss der EM, auch wenn wir alle noch das Ausscheiden verarbeiten müssen.”

 

Für Deutschland spielten:
Niels Giffey (University of Connecticut/USA, 2), Per Günther (ratiopharm ulm, 15), Philip Zwiener (Eisbären Bremerhaven, 4), Heiko Schaffartzik (FC Bayern München, 9), Karsten Tadda (Brose Baskets Bamberg, 9), Lucca Staiger (FC Bayern München, 15), Tibor Pleiß (Laboral Kuxta Vitoria/ESP, 14), Robin Benzing (FC Bayern München, 12), Bastian Doreth (Artland Dragons), Andreas Seiferth (TBB Trier), Maik Zirbes (Brose Baskets Bamberg), Alex King (ALBA Berlin).

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