DBB-Herren distanzieren Belgien klar15. September 2004

Ungefährdeter Erfolg vor 4.000 Zuschauern in Dortmund
Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Herren hat in ihrem 3. EM-Qualifikationsspiel ihren 3. Sieg gelandet und damit die Tabellenführung in der Qualifikationsgruppe C verteidigt. Beim 81:61(22:17, 17:13, 22:9, 20:22)-Sieg gegen Belgien vor 4.000 Zuschauern in der Dortmunder Westfalenhalle dominierte die DBB-Auswahl eindeutig ohne zu glänzen. „Pflichterfolg“ nennt man so etwas wohl.

Dieses Mal geriet die deutsche Mannschaft zu Beginn nicht ins Hintertreffen, sondern zog dank des starken Auftakts von Ademola Okulaja (Foto) recht schnell mit 12:6 in Front (5. Min.). Zwar hatte Patrick Femerling bereits nach drei Minuten zwei Fouls auf dem Konto, aber der Start gelang deutlich besser als in den ersten beiden Partien. Offensiv lief es rund, in der Verteidigung zeigten sich aber einige Lücken, die die Belgier nutzten (15:13, 7. Min.). Noch hatte Dirk Nowitzki nicht einen Punkt erzielt. Die fielen mit Freiwürfen zum 20:13 (8. Min.). Zur ersten Viertelpause spiegelte sich die deutsche Überlegenheit im Ergebnis noch nicht recht wieder.

Dann war einige Mnuten lang etwas Sand im Getriebe der DBB-Auswahl. Belgien nutzte das deutsche Nachlassen aber nur selten. Okulaja traf einen Dreier mit Foul zum 25:17 (12. Min.), Nowitzki „stopfte“ zum 27:19 und weckte das Publikum etwas. Die Belgier blieben im Spiel und „ärgerten“ die deutsche Verteidigung immer wieder. Gegen die belgische Zone offenbarten sich den ING-DiBa-Korbjägern zahlreiche Möglichkeiten, die langsam besser genutzt wurden (34:23, Dreier Hamann, 16. Min.). Auch der schöne Fastbreak zum 36:23 wurde von Steffen Hamann vollstreckt, Okulaja legte das 38:23 drauf (17. Min.). Binnen zwei Minuten war das DBB-Team deutlich davon gezogen. So richtig ans Laufen kam das deutsche Spiel aber immer noch nicht (39:29, 20. Min.).

Nach einer für ihn eher schwachen 1. Hälfte (6 Punkte) hatte sich Dirk Nowitzki für die beiden letzten Viertel offenbar einiges vorgenommen. Sein erster Feldkorb fiel bereits nach wenigen Sekunden durch die belgische Reuse, ein sehr schöner Fastbreak mit Dunking von Stefano Garris schloss sich an (43:30, 23. Min.). Ademola Okulaja erfreute die Zuschauer mit einer weiteren spektakulären Flugeinlage zum 51:35 (27. Min.). Belgien mühte sich vergebens Anschluss zu halten. Patrick Femerling brachte erstmals 20 Punkte zwischen sein Team und den Gegner (57:37, 29. Min.). Während Dirk Nowitzki mit einer leichten Verrenkung am Hals auf der Bank Platz nahm, baute die DBB-Auswahl den Vorsprung zunächst aus.

Dann allerdings ließen die Deutschen im Gefühl des ungefährdeten Sieges nach. Bundestrainer Dirk Bauermann nahm schnell eine Auszeit, um sein Team wieder „auf den Pfad der Tugend“ zurück zu führen. Doch erst einmal kassierte Patrick Femerling ein technisches Foul wegen Meckerns (61:46, 33. Min.). Niemand in der Halle befürchtete allerdings ernsthaft ein Comeback der Belgier. Besonders ein jetzt starker Demond Grene verhinderte das. Nowitzki traf per Dreier zum 70:50 (35. Min.), das Spiel war entschieden. Bauermann gab Joe Herber, Misan Nikagbatse und Jan-Hendrik Jagla einige Minuten Spielzeit und ließ die Schlussminuten ohne seine „Starting Five“ agieren.

„Wir haben erneut eine super Defense gespielt. Es war wichtig, Belgiens gefährliche 3-Punkte-Würfe zu verhindern. Gegen 40 Minuten Zonenverteidigung ist es schwer, aber uns sind einige sehr schöne Fastbreaks gelungen“, meinte Bundestrainer Dirk Bauermann. „Wir haben zwar nicht hübsch gespielt aber gewonnen. Das ist die Hauptsache. Ich fühle mich nicht so, als wenn ich im Schatten von Dirk Nowitzki stehe. Wir stehen alle nebeneinander und nicht hintereinander“, machte Ademola Okulaja auf der Pressekonferenz klar.

Deutschland
Johannes Herber, Ademola Okulaja (22), Demond Greene (16), Denis Wucherer (3), Robert Garrett (2), Steffen Hamann (10), Misan Nikagbatse, Stefano Garris (4), Stephen Arigbabu (3), Patrick Femerling (10), Dirk Nowitzki (11), Jan-Hendrik Jagla.

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