DBB-Herren: Comeback-Sieg gegen Belgien11. Juli 2014

Die deutsche A-Nationalmannschaft der Herren hat die deutliche 59:91-Niederlage gegen Italien gut verkraftet und sich beim Turnier in Trento /ITA heute nach großem Rückstand und mit großartigem Kampfgeist gegen Belgien durchgesetzt. Damit gelang zumindest eine kleine Revanche für die EM-Niederlage im vergangenen Jahr. Deutschland gewann mit 74:71 (13:27, 13:11, 23:17, 25:16) und hatte in Robin Benzing den erfolgreichsten Werfer (18 Punkte). Morgen geht es zum Abschluss des Turnieres gegen die Niederlande (18.00 Uhr).

Immerhin sechs Spieler standen im deutschen Team, die die bittere Pleite bei der EuroBasket 2013 auf dem Feld miterlebt hatten. Der Start in die Partie misslang gründlich (2:9, 3. Min.), ehe Akeem Vargas (Foto) einen Dreier versenkte. Vargas hatte gemeinsam mit Bastian Doreth, Robin Benzing, Andreas Seiferth und Maik Zirbes die Erste Fünf gebildet. Es passte nicht in der deutschen Defense, die mit dem 7:17 nach fünf Minuten bereits den dritten Dreier der Belgier hinnehmen musste: Auszeit Deutschland.

Auch die Einwechslung von Geburtstagskind Bogdan Radosavljevic, der damit zu seinem ersten Einsatz in der A-Nationalmannschaft kam, brachte zunächst keine Besserung (7:21, 7. Min.). Deutschland war verzweifelt bemüht um eine Bindung zum Spiel (10:21, 8. Min., Freiwurf Radosavljevic), und zumindest die Defense war jetzt deutlich stabiler und hatte mehrere “stops” zu verzeichnen. Radosavljevic führte sich bestens ein, reboundete fleißig und traf zum 12:21. Doch die letzten Minuten des ersten Spielabschnitts wurden wieder den Belgiern überlassen (13:27). Deutschland hatte bis dahin nur einen einzigen Feldkorb erzielt (1/11).

Mit Maodo Lo kam dann auch der letzte der insgesamt sechs deutschen Debütanten bei diesem Turnier zu einem Einsatz. Der Dreier von Tadda nach 13 Minuten bedeutete das 17:27 und ließ wieder auf eine bessere Phase hoffen. Staiger legte zum 19:27 nach und auch bei den freien Bällen ging man jetzt wesentlich energischer ans Werk (21:27, 14. Min., Maximilian Kleber). Enormer Kampf war auf beiden Seiten angesagt. Belgien traf nach längerer Zeit wieder einen Dreier und setzte sich erneut deutlicher ab. Bei den Deutschen wollte in diesen Minuten bis zu Staigers Dreier offensiv nicht viel gelingen (26:36, 19. Min.). Zur Pause blieb der Rückstand konstant, bei einer Wurfquote der ING-DiBa-Korbjäger von 24 Prozent (6/25), und 9/4 Ballverlusten kein Wunder (26:38).

Der Beginn des dritten Viertels war geprägt vom Bemühen des DBB-Teams, endlich in das Spiel hineinzufinden. Ein Dreier von Benzing und zwei Punkte des bis dahin unglücklich agierenden Maik Zirbes brachten das 31:38 (23. Min.). Deutschland gelang es, die “Lions” unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen. Doch die passierten fortan auf beiden Seiten, bevor Belgien sich wieder mit einem Dreier “befreien” konnte (31:41, 26. Min.). Immer, wenn die Deutschen drauf und dran waren den Anschluss herzustellen, schienen die Belgier die passende Antwort zu haben (31:44, Dreier Loic Schwartz, 27. Min.). Doch unbeirrt setzten die Mannen von Headcoach Emir Mutapcic ihr Bemühen um eine Wende fort (40:48, Dreier Kleber, 42:48, Vargas, 28. Min.). Nach dem “obligatorischen” Distanztreffer des Gegners, den der wieder starke Kleber ebenfalls von “downtowon” beantwortete und dem Radosavljevic weitere Punkte folgen ließ, hieß es nach 30 Minuten 49:55.

Ein spannendes Schlussviertel bahnte sich an. Radosavljevic blockte und Vargas und Benzing besorgten das 53:55. Belgien wackelte erheblich und nahm sofort eine Auszeit. Der Ausgleich war fällig, als erneut Benzing nach 32 Minuten traf. Fast schon klar, dass jetzt die Belgier einen Dreier versenkten und Deutschland nicht vorbei ließen. Zwei deutsche Dreierversuche von Lo und Vargas verfehlten ihr Ziel, es war jetzt ein Kampf auf Biegen und Brechen (55:58, 35. Min.). Die DBB-Auswahl passte mittlerweile sehr gut auf den Ball auf und blieb dran (57:58, Lo, 59:60, Benzing, 36. Min.). Der Dreier von Tadda brachte sein Team dann in Führung (62:60), es folgte die zweite Auszeit von Belgien.

Die letzten vier Minuten waren dann nichts für schwache Nerven. Tadda erhöhte auf 64:60 und Benzing beantwortete einen belgischen Dreier eiskalt (66:63, 37. Min.). Belgien leistete sich anschließend ein technisches Foul, das Deutschland aber nur zum 67:63 nutzen konnte. Das 69:63 durch den jetzt kaum zu stoppenden Benzing zwei Minuten vor dem Ende schien ein recht sicheres Polster zu bedeuten. Belgien versuchte es – natürlich! – wieder aus der Dreierdistanz, aber ohne Erfolg. 1´17 vor dem Ende hatten die Lions auf 69:65 verkürzt, 14 Sekunden später dann auf 69:67. Zwei Dreierversuche von Benzing wollten nicht fallen und an der Freiwurflinie machte Maxime de Zeeuw 13 Sekunden vor Schluss das 69:68. Belgien schickte Doreth an die Freiwurflinie, der zwei Mal sicher verwandelte. Gleiches galt kurz später auch für Staiger (72:69), Belgien machte fünf Sekunden vor dem Ende das 72:71. Zwei Freiwurftreffer von Staiger folgten und entschieden die dramatische Partie.

“Das war heute ein wichtiger Sieg für unsere neu formierte Mannschaft. Wir haben gut gekämpft und in der zweiten Halbzeit endlich unsere Defense und Offense in eine Balance gebracht. In der ersten Halbzeit waren wir nicht konsequent genug, danach waren wir auch physisch da. Wir haben Geduld gezeigt und Ausdauer bewiesen. Man hat heute gesehen, welch´ großes Potenzial Maximilian Kleber und Maodo Lo besitzen. Robin Benzing hat uns am Schluss getragen und stark gespielt”, lobte der Bundestrainer anschließend.

Deutschland:
Maodo Lo (Columbia University/USA, 2), Akeem Vargas (ALBA Berlin, 9), Karsten Tadda (Brose Baskets Bamberg, 11), Lucca Staiger (FC Bayern München, 8), Robin Benzing (FC Bayern München, 18), Bastian Doreth (Artland Dragons, 2), Andreas Seiferth (Artland Dragons), Maik Zirbes (Brose Baskets Bamberg, 7), Maximilian Kleber (Rio Natura Monbus Obradoiro/ESP, 12), Johannes Voigtmann (FRAPORT SKYLINERS, dnp), Andrej Mangold (Telekom Baskets Bonn), Bogdan Radosavljevic (WALTER Tigers Tübingen, 5).

Turniertermine Trento/Italien
Sa., 12. Juli 2014, 18.00 Uhr: Deutschland – Niederlande

Livescore und Stats:  http://statbasket.azurewebsites.net/

Niederlande – Belgien 56:53
Italien – Deutschland 91:59

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