DBB-Herren bezwingen Kanada11. Juli 2008

Chris Kaman muss weiter auf Debüt warten – Wichtiger Sieg vor Olympia-Quali in Athen

Die deutschen Basketball-Herren haben ihre letzte Standortbestimmung in Deutschland erfolgreich hinter sich gebracht. In der Mannheimer SAP Arena gewannen die DBB-Herren mit 84:74 (23:22, 24:10, 21:19, 16:23) gegen das Nationalteam Kanadas. Im Vergleich zu der Partie vor zwei Tagen in Hamburg zeigte die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann eine deutliche Leistungssteigerung. Mit engagierter Verteidigung, einem deutlichen Reboundvorteil und einer sicheren Wurfausbeute tankten die ING-DiBa-Korbjäger viel Selbstbewusstsein für das vorolympische Qualifikationsturnier in Athen (14. bis 20. Juli 2008). Die 8074 Zuschauer in Mannheim verabschiedeten die DBB-Herren mit minutenlangen Applaus zum wichtigen Turnier nach Athen. Zum Zuschauen verurteilt war erneut Chris Kaman, der weiter auf sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft warten muss. Bis kurz vor Spielbeginn hofften die Verantwortlichen des DBB, die Mannschaft und nicht zuletzt Kaman selbst auf die Freigabe der NBA.

Dirk Bauermann vertraute beim letzten Testspiel in Deutschland erneut der Starting Five Steffen Hamann, Demond Greene, Konrad Wysocki, Dirk Nowitzki (Foto oben rechts) und Mannschaftskapitän Patrick Femerling. Deutschland begann konzentriert und ließ sich nicht wie beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften im ersten Viertel den Schneid abkaufen. Nach sechs Minuten gingen die deutschen Basketballer durch einen Dreier von Geburtstagskind Sven Schultze (30) zum 13:12 erstmals in Führung. Ebenfalls Geburtstag feierte DBB-Physiotherapeut Klaus Breitung, der die Mannschaft seit Jahren begleitet. Die Kanadier versuchten durch eine Zone die Wege zum Brett eng zu machen, doch dem DBB-Team gelang es immer wieder, sich in der Zone durchsetzen (Foto unten links). Robert Garrett brachte Deutschland zum Ende des ersten Viertels von der Freiwurflinie mit 23:22 in Front.

Jan Jagla erhöhte zu Beginn des zweiten Spielabschnitts aus der Distanz und sorgte alleine mit vier Defensivrebounds dafür, dass der kanadischen Nationalmannschaft zweite Wurfchancen verwehrt bleiben. In dieser Phase wurde die Partie zunehmend hitziger und aggressiver geführt. Nachdem die beiden Trainer Dirk Bauermann und Leo Rautins bereits im ersten Viertel aneinander geraten waren, holte sich auch einer der Topscorer der ersten Partie, Carl English, sein technisches Foul ab. Die DBB-Herren ließen sich dadurch jedoch nicht aus dem Konzept bringen: Pascal Roller baute den Vorsprung per Dreipunktewurf auf 32:26 (16. Min.) aus. Kanada leistete sich viele Missverständnisse im Passspiel, technische Fehler und agierte längst nicht mehr so sicher aus der Distanz. Für Deutschland punkteten Jagla und Greene zum 47:32-Pausenstand.

Die zweite Spielhälfte startete wie die erste aufgehört hatte: mit Punkten für Deutschland. Kanada fand überhaupt nicht ins Spiel und ließ sich von der intensiven Verteidigung der deutschen Basketballer nun völlig aus dem Konzept bringen. Den NBA-Stars Sam Delembert und vor allem Joel Anthony gelang wenig – ganz im Gegensatz zu ihrem deutschen Pendang Nowitzki. Allein im dritten Viertel netzte der Würzburger zehn Punkte ein. Zudem traf Steffen Hamann sicher von außen und führte die ING-DiBa-Korbjäger zur 68:51-Führung vor dem Schlussviertel.

Die DBB-Herren legten im vierten Viertel einen Gang zurück, was Kanada sofort ausnutzte und durch zwei Distanzwürfe von Tyler Kepkay und dem bis dato abgemeldeten English wieder auf acht Punkte heran kamen. DBB-Bundestrainer Bauermann rief seine Mannschaft zur Auszeit und forderte mehr Engagement in der Defensive. Die Basketball-Herren reagierten und stellten durch Garrett und Schultze per Dreier wieder einen zweistelligen Abstand her (74:63, 35. Min.). Bei den Kanadiern foulten sich vier Minuten vor Schluss Delembert, Rans Brempong und Levon Kendall aus dem Spiel. Bauermann schonte sein Stammpersonal für die letzten Spielminuten, was jedoch zu keinem Bruch im Spiel führte. Das DBB-Team agierte souverän und gewann verdient mit 84:74.

Am morgigen Samstag reist die DBB-Delegation mittags nach Athen zum vorolympischen Qualifikationsturnier. Am ersten Spieltag des Turniers haben die ING-DiBa-Korbjäger spielfrei und können bei der Begegnung Kapverden gegen Neuseeland ihre Gruppengegner genauestens beobachten. Am Dienstag, 15. Juli 2008, wird es dann ernst: das erste Spiel um die Olympia-Qualifikation steht an. Der erste Gegner heißt Kapverdische Inseln und am Folgetag geht es gegen die Mannschaft aus Neuseeland.

Für Deutschland spielten:
Sven Schultze (Amatori Snaidero Udine/Italien, 8), Robert Garrett (Brose Baskets Bamberg, 5), Steffen Hamann (ALBA Berlin, 11), Demond Greene (Brose Baskets Bamberg, 6), Pascal Roller (Deutsche Bank Skyliners, 6), Patrick Femerling (ALBA Berlin, 6), Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks/USA, 25), Jan-Hendrik Jagla (DKV Joventut Badalona/Spanien, 12), Konrad Wysocki (Deutsche Bank Skyliners, 4), Tim Ohlbrecht (Brose Baskets Bamberg), Gordon Geib (ohne Verein) und Philip Zwiener (ALBA Berlin, 1).

Für Kanada spielten:

Jermaine Anderson (Walter Tigers Tübingen, 11), Joel Anthony (Miami Heat, 4), Samuel Dalembert (Philadelphia 76ers, 12), Carl English (Gran Canaria, 8), Olu Famutimi (Khimik Yuzny, 4), Levon Kendall (Panionios Forthnet, 8), Rans Brempong (Bayer Giants Leverkusen, 2), Rowan Barret (Chalon-Sur-Saone, 4), Tyler Kepkay (University of Utah, 9), Andy Rautins (Syracuse University, dnp), David Thomas (Melbourne, 8) und Aaron Doornekamp (Carleton University, 4).

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