Bauermann-Team muss in Valencia trotz starker Vorstellung in eine deutliche Niederlage einwilligen22. August 2007

Die deutsche Herren-Nationalmannschaft kehrt noch heute nacht mit einer Niederlage im Gepäck nach Deutschland zurück. Gegen Weltmeister und EM-Gastgeber Spanien gab es in Valencia trotz lange Zeit starker Vorstellung letztlich nichts zu holen. 61:77 (18:17, 18:19, 13:16, 12:27) lautete das Ergebnis nach 40 Minuten aus Sicht der Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann.

Der Coach begann mit seiner bewährten 1. Fünf aus Steffen Hamann (Foto links), Demond Greene, Ademola Okulaja, Dirk Nowitzki und Patrick Femerling, die Spanier verzichteten zu Beginn auf Juan Carlos Navarro, für den Rudy Fernandez das Spiel aufnahm. Die Partie startete wie erwartet mit sehr intensiver Verteidigung auf beiden Seiten. So fielen in den Anfangsminuten nur wenige Punkte. Der agile spanische Center Felipe Reyes und Fernandez trafen dann zum 9:4 für Spanien nach fünf Minuten.

Die ersten beiden Freiwurftreffer von Dirk Nowitzki brachten Deuschland auf 8:9 heran (6. Min.). Abgemeldet in dieser Phase war Spaniens NBA-Star Pau Gasol, der dann auch für seinen Bruder Marc weichen musste. Femerling erzielte per Freiwurf den 11:11-Augleich in der 7. Minute, dann führte sich Jan Jagla (Foto unten) mit zwei Punkten gut ein. Ein Dreier von Mithat Demirel führte gar zur deutschen 18:13-Führung eine Minute vor Viertelende. Dann war aber doch Pau Gasol zur Stelle und verkürzte nach dem 1. Viertel durch zwei erfolgreiche Aktionen auf 17:18.

Doch die deutsche Mannschaft hatte zumindest ein Ausrufezeichen gesetzt. Zwei Dreier von Navarro und Alex Mumbru brachten die Gastgeber wieder in Front (23:20, 12. Min.). Doch die DBB-Auswahl bot dem Favoriten weiter couragiert Paroli. Der starke Jagla traf einen Dreier und dann einen weiteren Zweier zur 25:23-Führung für sein Team (14. Min.). Femerling reboundete fleißig unter beiden Körben. Bauermann brachte seine Stammformation zurück aufs Feld, und Nowitzki mit zwei Dreiern sowie Okulaja trafen zum 33:27 nach 17 Minuten. Der Weltmeister wirkte kurzzeitig irritiert ob der deutschen Kaltschnäuzigkeit, glich jedoch in einem nun hochklassigen Spiel durch Reyes schnell wieder aus (33:33, 18. Min.). Jaglas 3. Foul bereits nach 19 Minuten schmälerte seinen bis dahin guten Auftritt, und als er nach Okulajas Dreier zum 36:34 auch noch sein 4. Foul kassierte, musste er für Guido Grünheid das Spielfeld verlassen. Zur Pause (36:36) hatten die 12.000 Zuschauer im ausverkauften Fonteta de San Luis in Valencia einen echten Vorgeschmack auf die Europameisterschaft erlebt. Spanien war überwiegend durch starke Transition aus der Zonenverteidigung heraus zu Korberfolgen gekommen, während Deutschland durchaus hätte führen können, wenn die gut herausgespielten Distanzwürfe von Julian Sensley und Demond Greene ihr Ziel gefunden hätten.

Femerling kassierte sein 3. Foul gleich zu Beginn des 3. Viertels, in dem Nowitzki zunächst drei Fehlwürfe in Folge passierten. Dann aber traf er wieder mit seinem 14. Punkt zum 38:38 (23. Min.). Die Begegnung blieb auch in den folgenden Minuten weiter eng (45:45, Dreier Johannes Herber, 26. Min.). In der leidenschaftlichen Auseinandersetzung hatte Nowitzki sein Wurfglück komplett verloren, aber der Weltmeister konnte zu diesem Zeitpunkt daraus keinen Profit schlagen, da die deutsche Verteidigung weiter hervorragend agierte. Offensiv lief jedoch in dieser Phase nicht sehr viel zusammen im deutschen Team, sodass die Spanier ganz langsam etwas deutlicher in Führung gingen (52:47, 29. Min.). In der letzten Sekunde des 3. Viertels traf Sensley zum 49:52.

Jagla kam zurück und traf sofort zum 51:52 und kurz später zum 53:54, kaum dass das 4. Viertel begonnen hatte. Nowitzki war da schon seit längerer Zeit auf der deutschen Bank. Nur zwei Minuten später hieß es urplötzlich 66:53 für Spanien (34. Min.), nachdem Navarro drei Dreier im deutschen Korb untergebracht und Carlos Cabezas noch einen weiteren drauf gelegt hatte. Man könnte von einem plötzlichen Tod sprechen, der die deutschen Korbjäger ereilte. Spanien war nun nicht mehr aufzuhalten und kam noch zu einem deutlichen Erfolg, der den Spielverlauf zumindest der ersten 33 Minuten auf den Kopf stellte. Doch auch bei der EM werden für die DBB-Auswahl 40 Minuten höchste Konzentration vonnöten sein, um die hochgesteckten Ziele zu erreichen.

“Das war trotz des unerfreulichen Endes für uns ein ganz wichtiger Test. Wir wissen jetzt, dass wir gut spielen können, wenn wir konzentriert sind. Als Spanien in der 2. Halbzeit den Druck erhöht hat, haben wir verpasst selber zuzulegen und uns etwas auseinander nehmen lassen. Das darf uns nicht wieder passieren. Wir müssen schnell lernen mit Druck umzugehen”, meinte Dirk Bauermann nach der Partie.

Für Deutschland spielten:
Mithat Demirel (ohne Verein, 6), Patrick Femerling (ALBA Berlin, 5), Robert Garrett (dnp, Brose Baskets), Demond Greene (Brose Baskets), Guido Grünheid (Hanzevast Capitals Groningen/Niederlande), Steffen Hamann (Brose Baskets, 4), Johannes Herber (ALBA Berlin, 8), Jan-Hendrik Jagla (Joventut Badalona/Spanien, 11), Eyinmisan Nikagbatse (Köln 99ers, 2), Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks, 14), Ademola Okulaja (ohne Verein, 7), Pascal Roller (dnp, Deutsche Bank Skyliners), Sven Schultze (Snaidero Udine/Italien), Julian Sensley (ohne Verein, 4).

Bei Spanien trafen Navarro (18), Pau Gasol (13) und Reyes (12) am besten.

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