Basketball-Krimi zum Abschluss der Vorrunde24. August 2006

DBB-Herren bezwingen Angola nach dreifacher Verlängerung mit 108:103

Das Spiel um Platz zwei in der Gruppe B bei der Weltmeisterschaft in Japan zwischen Deutschland und Angola wurde zu einem echten Basketball-Krimi. Erst nach dreifacher Verlängerung konnte sich die deutsche Herren-Nationalmannschaft am Ende mit 108:103 (21:16, 12:14, 14.8, 22:31, 14:14, 12:12, 13:8) gegen die Afrikaner durchsetzen. Dabei sah das DBB-Team gegen Ende der regulären Spielzeit bereits wie der sichere Verlierer aus. Doch Mithat Demirel glich mit einem Dreier 26 Sekunden vor dem Schlusspfiff aus und bewahrte seine Mannschaft somit vor einer Niederlage. In den drei Verlängerungen wurde Dirk Nowitzki (Foto) zum Matchwinner. Er erzielte 22 seiner insgesamt 47 Punkte in den 15 Minuten Extrazeit.

Man merkte der Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann gleich zu Beginn an, dass sie sich nach der eher mäßigen Leistung am Vortag gegen Panama Einiges vorgenommen hatte. Sie startete gut in die Partie und ging durch einen Dreier von Nowitzki mit 11:4 in Führung (4. Min). Gegen die Mannverteidigung der Angolaner schaffte man es Nowitzki und auch Patrick Femerling unter dem Korb gut in Szene zu setzen. Zwar verkürzte Angola zwischenzeitlich auf zwei Punkte (17:15, 8. Min), dennoch kontrollierten die ING-DiBa-Korbjäger das Spiel. Zum Viertelende war der Vorsprung wieder hergestellt (21:16).

Im 2. Viertel erlitt das Offensivspiel der DBB-Auswahl einen Bruch. In knapp fünf Minuten erzielte sie lediglich zwei Punkte. In der Verteidigung wurde jedoch weiterhin konzentriert gearbeitet, so dass der Vorsprung nicht zusammenschmolz (29:21, 17. Min). Die letzten zwei Minuten gehörten allerdings Angolas Milton Barros: Der schnelle Aufbauspieler war nur noch mit Fouls zu stoppen und verkürzte durch Freiwürfe auf 33:30 zur Halbzeit.

Nach der Pause wurde das Spiel zu einer echten Verteidigungsschlacht. Erneut verging fast die Hälfte des Spielabschnitts bevor das deutsche Team die ersten Punkte durch Dirk Nowitzki erzielte. Im Anschluss hatte Ademola Okulaja sein stärkste Phase im bisherigen Turnierverlauf. Immer wieder suchte er den Weg zum Korb, erzielte sechs Punkte innerhalb weniger Minuten und sorgte somit für die nötige Entlastung. Ein Dreier von Sven Schultze mit der Sirene brachte eine deutliche Führung nach dem 3. Viertel (47:38).

Den Sieg anscheinend schon sicher vor Augen ruhten sich die DBB-Herren auf diesem Vorsprung aus. Was auch gleich bestraft wurde. Durch einen 17:4-Run drehten die Angolaner das Spiel. Aus der Distanz trafen sie jetzt nach Belieben, wobei besonders ein Spieler herausstach: Olimpio Cipriano. Der Angolaner war nicht mehr zu halten, traf insgesamt vier Dreier im letzten Viertel und bewältigte die Aufholjagd somit fast im Alleingang. In der hitzigen Schlussphase suchten die ING-DiBa-Korbjäger ihren Leader. Und fanden ihn auch. Dirk Nowitzki brachte sein Team durch sechs verwandelte Freiwürfe in Folge wieder auf Tuchfühlung (60:62, 38. Min). Gut 30 Sekunden vor Ende war es erneut Cipriano, der für Angola punktete (66:69). Dann kam der große Auftritt von Mithat Demirel. Nach einem Pass von Nowitzki kam er völlig frei zum Wurf und konnte per Dreier zum 69:69 ausgleichen.

In der ersten Verlängerung ging es hin und her. Dirk Nowitzki trumpfte jetzt ganz stark auf und brachte sein Team eine Minute vor Schluss mit drei Punkten in Führung (80:77). Beim Stand von 80:79 unterlief Demirel ein folgenschwerer Turnover. Angola ging in Führung und konnte diese durch Freiwürfe sogar auf 80:83 ausbauen. Dann der letzte Angriff der DBB-Auswahl: Robert Garret verpasste von der Dreierlinie, doch Deutschland blieb in Ballbesitz. Sechs Sekunden vor Ende ging der Ball auf Nowitzki, der unter Bedrängnis spektakulär mit der Schlusssirene verwandelte.
Auch die zweite Verlängerung war nichts für schwache Nerven. 15 Sekunden vor dem Abpfiff war es wieder Demirel, der mit zwei verwandelten Freiwürfen für den Ausgleich sorgte (93:93). Im Anschluss stoppte man durch ein schnelles Foul die Uhr. Barros traf sicher von Linie und brachte Angola wieder in Führung (93:95). Im letzen Angriff wurde Dirk Nowitzki auf dem Weg zum Korb gefoult und verwandelte die fälligen Freiwürfe ebenfalls souverän (insgesamt 17/17 von der Freiwurflinie).
Die dritte Verlängerung wurde zu einer Gala-Vorstellung von Nowitzki. Insgesamt erzielte er elf Punkte in den letzten fünf Minuten Extrazeit, darunter zwei 3-Punkte-Würfe. Dem hatten die Angolaner nichts mehr hinzuzusetzen. Beim Stand von 106:101 knapp 50 Sekunden vor Ende war das Spiel entschieden.



Deutschland:

Mithat Demirel 7, Ademola Okulaja 14, Sven Schultze 10, Robert Garrett 2, Steffen Hamann 2, Demond Greene 14, Pascal Roller, Patrick Femerling 12, Dirk Nowitzki/ Foto 47, Jan-Hendrik Jagla, Guido Grünheid, Johannes Herber.


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