Ademola Okulaja im Interview16. November 2005

„Habe schon länger mit Köln geliebäugelt“

Quelle: Basketball Bundesliga

Der deutsche Nationalspieler Ademola Okulaja über seine Knieverletzung, den Wunsch, wieder vollständig zu genesen, seine Pläne und die Teilnahme am ALLSTAR Day 2006

Er gilt derzeit nach Dirk Nowitzki als der zweitbeste deutsche Spieler. Doch eine nicht rechtzeitig diagnostizierte und in der Folge falsch therapierte Knieverletzung hat Ademola Okulaja zu einer fast einjährigen Wettkampfpause gezwungen. Aufgrund seiner Verletzung verpasste Okulaja auch die Europameisterschaft in Serbien & Montenegro. Obwohl er im Vorfeld der kontinentalen Titelkämpfe beim Supercup in Braunschweig und beim Turnier in Spanien zum Einsatz gekommen war, musste er seine EM-Teilnahme absagen.

Seit sieben Wochen befindet sich der 30-jährige Nationalspieler (139 Einsätze), der zuletzt in Diensten des spanischen Erstligisten Pamesa Valencia stand, zu Rehabilitations-Maßnahmen in der Kölner MediaPark-Klinik. Sollte der Forward wieder vollständig genesen und belastbar sein, ist ein Einsatz für RheinEnergie Köln in der Basketball Bundesliga (BBL) und im EuroCup der FIBA nicht ausgeschlossen – auf dem Mannschaftsmeldebogen der Kölner steht Okulaja jedenfalls.

Herr Okulaja, wie geht es Ihnen momentan?

Okulaja: „Vielen Dank der Nachfrage, mir geht es gut! Ich bin in Behandlung, man sieht Fortschritte, langsam aber sicher! Das freut mich natürlich. So geht es mir eigentlich jeden Tag besser.“

Wann, glauben Sie, werden Sie wieder ins Mannschaftstraining einsteigen?

Okulaja: „Ich denke, dass ich Anfang nächsten Jahres ins Teamtraining einsteigen kann. Konkreteres kann und werde ich auch jetzt nicht sagen.“

Es scheint so, als sei Ihre Knieverletzung komplizierter Natur. Was genau war die Ursache und was wurde in der Folgezeit versäumt?

Okulaja: „Ich habe mir am 20. November letzten Jahres in Valencia einen Meniskusriss zugezogen und wurde zwei Wochen später in Valencia operiert. Leider ist die OP fehlgeschlagen und das Knie war kurze Zeit später auf die Größe eines Volleyballs angeschwollen. In Berlin wurde dann im Februar nochmals operiert. Es kamen Komplikationen dazu: So wurde zum Beispiel festgestellt, dass sich ein Knochen in der Kniekehle befindet… Seitdem bin ich eigentlich in Behandlung.“

Wie kam der Kontakt nach Köln zustande?

Okulaja: „Der Kontakt entstand über unseren Physiotherapeuten Klaus Bereitung. Er kümmert sich um die Nationalmannschaft und um die Kölner Mannschaft.“

Was trauen Sie Ihrer neuen Mannschaft in dieser Saison zu und wie groß wird Ihr Anteil daran  sein?

Okulaja: „Köln ist ein sehr junges Team, nicht nur jung im Alter, sondern auch jung in der Liga. Die meisten Spieler verfügen noch nicht über sehr viel Erfahrung, und auch für Headcoach Sasa Obradovic ist es das erste Jahr als Trainer. Er macht seine Sache sehr gut und ich denke, dass das Team von Spiel zu Spiel zu immer mehr Konstanz finden wird. Wenn sich also alles weiterhin so positiv entwickelt, traue ich uns am Ende einiges zu.“

Gehen Sie davon aus, dass Ihr Engagement bis zum Saisonende dauern wird?

Okulaja: „So weit denke ich noch gar nicht. Meine Gedanken gelten derzeit nur der Genesung des Knies. Ich denke nur daran, dass ich überhaupt mal wieder spielen möchte und nicht daran, wie lange es dann dauern wird.“

Sie haben jetzt fünf Jahre im Ausland gespielt und sind nun möglicherweise schon bald wieder in der BBL im Einsatz. War dieser Schritt in Ihrem „Karriereplan“ vorgesehen?

Okulaja: „Ja, der Schritt war vorgesehen – allerdings nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Ich wollte nach meinen Auslandsaufenthalten nach Deutschland zurückkehren, jedoch erst so in zwei bis drei Jahren. Mit Köln habe ich schon länger geliebäugelt, weil mir die Mannschaft, das Umfeld und auch die Stadt sehr gefallen.“

Sie haben sicherlich schon einige BBL-Partien live verfolgen können. Wie beurteilen Sie die
Leistungsstärke der Liga insgesamt und was hat Sie bislang am meisten überrascht?

Okulaja: „Ich sehe, dass alle Mannschaften zur Zeit noch experimentieren. Jedes Team hat viele neue Spieler – und alle müssen sich noch finden.“

Ihr ehemaliger Arbeitgeber ALBA Berlin thront souverän an der Spitze. Hätten Sie das der Mannschaft von Henrik Rödl zugetraut und glauben Sie, dass die „Albatrosse“ auch am Ende der
Saison ganz oben stehen werden?

Okulaja: „Das kann ich kaum beurteilen, weil ich mich mit ALBA Berlin noch nicht beschäftigt habe. Ich weiß nicht, wen sie eingekauft haben, wie das Team aussieht. Ich weiß nur, dass sie Quadre Lollis verpflichtet haben. Den kenne und schätze ich sehr, habe schon gegen ihn gespielt und weiß, wie stark er ist.“

Wenn nicht ALBA Berlin Meister wird, wer dann?

Okulaja: „Ich habe mich noch zu wenig mit den Mannschaften in der BBL befasst, als dass ich hier einen Tipp abgeben könnte. Außerdem ist es noch zu früh für solche Prognosen. Die meisten Mannschaften müssen noch ihren Rhythmus finden. Wer hätte zum Beispiel damit gerechnet, dass Frankfurt auf dem letzten Tabellenplatz steht! Ich denke, dass man frühestens zur Rückrunde Prognosen abgeben kann.“

Besteht die Chance, dass Sie die Fans beim ALLSTAR Day 2006 in der Kölnarena als Spieler zu
sehen bekommen?

Okulaja: „Das wäre natürlich super! Sehr gerne würde ich da spielen! Aber bis dahin müsste ich einige Begegnungen absolviert haben, damit mich die Leute überhaupt wählen können!“

Abschließend noch eine Frage zu Ihren weiteren Plänen und Zielen: Wie lange haben Sie vor, als Profi im Geschäft zu bleiben, und mit welchem Titel würdne Sie am liebsten von der Basketball-Bühne abtreten?

Okulaja: „Meine Ziele waren und sind immer sehr hoch. Wenn mein Körper es mir erlaubt, würde ich sehr gerne weitere fünf bis sechs Jahre auf Spitzen-Niveau Basketball spielen. Am liebsten würde ich noch gerne einen spanischen oder italienischen Titel erringen. Am schönsten wäre auch noch ein Erfolg mit unserer Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr.“

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