Tolle Kulisse in Wolfenbüttel verabschiedet die DBB-Damen14. Juli 2012

1.000 lautstarke und begeisterte Zuschauer in der Wolfenbütteler Lindenhalle bildeten einen perfekten Rahmen für den Abschluss der EM-Qualifikation der Damen. Dass dabei die bereits ausgeschiedenen DBB-Damen auf den bereits feststehenden Spitzenreiter aus Schweden trafen, tat der prima Stimmung keinen Abbruch. Angetrieben durch mehr als ein Dutzend ohrenbetäubender Trommeln entwickelte sich eine tolle Begegnung, in der sich das Team von Bundestrainer Andreas Wagner letztlich mit 62:73 (20:21, 18:22, 8:14, 16:16) geschlagen geben musste. Dennoch war es ein ordentliches Ende der Qualifikationsrunde zur EM 2013 in Frankreich. Auf deutscher Seite erzielte Sarah Austmann die meisten Punkte (17).

Beide Teams traten in Bestbesetzung an und begannen die Partie mit enormen Tempo. Lokalmatadorin Katharina Fikiel traf zwei Mal zur 4:2-Führung noch in der ersten Minute, Sarah Austmann (Foto) legte ebenfalls vier Punkte zum 8:5 (2. Min.) nach. Wahrhaft atemberaubend ging es weiter, dem Publikum wurde ein tolles Spiel geboten (12:10, 4. Min.). Dann ließ die DBB-Auswahl eine Spur nach, was Schweden sofort zur Führung nutzte (12:15, 6 Min.). Die Skandinavierinnen strotzten vor Selbstvertrauen und zeigten jetzt, warum ihnen u.a. zwei Siege gegen Spanien gelungen waren. Deutschland versuchte es weiter mit sehr aggressiver Defense und hielt wirkungsvoll dagegen (16:17, 8. Min., Charmaine Callahan). Stephanie Wagner holte beim 20:19 (9. Min.) die Führung für das DBB-Team zurück, der Bundestrainer hatte da schon alle seine elf Spielerinnen eingesetzt. Nach einem hochinteressanten Auftaktviertel stand es 20:21 aus deutscher Sicht.

Zu Beginn des zweiten Viertels musste Anne Breitreiner mit bereits drei Fouls auf die Bank. Trotzdem blieb Deutschland im Spiel (25:24, Fikiel, 13. Min.), das Tempo hatte sich ein wenig “beruhigt”. Die DBB-Damen ließen einige gute Chancen ungenutzt, aber auch die Skandinavierinnen agierten nicht ohne Fehler. Dorothea Richter netzte umjubelt von “downtown” zum 28:26 nach fünfzehn Minuten ein, Romy Bär ließ das 30:26 folgen. Nur Augenblicke später hatte Schweden gekontert (30:35). Niemand in der Halle wäre auf die Idee gekommen, dass dieses Spiel keinerlei Bedeutung mehr hatte. Der dritte Dreier von Schwedens überragender Centerin Lucie Halvarsson tat richtig weh (30:38, 17. Min), der Favorit drohte sich abzusetzen. Die ING-DiBa-Korbjägerinnen kamen mit der schwedischen Zonenverteidigung nur mühsam zurecht, probierten es jetzt aber auch selber damit und kamen durch einen 3er von Austmann wieder auf 35:38 (18. Min.) heran. Noch einmal Austmann aus der Distanz ließ die Halle beben (38:40, 19. Min.), aber Schweden blieb cool und nutzte die Lücken in der deutschen Defense eiskalt aus (38:43 zur Pause).

Nach dem Treffer der vor Energie nur so strotzenden Austmann übernahm Schweden wieder einige Minuten das Kommando und konnte wieder einen größeren Vorsprung erspielen (42:51, 24. Min., Dreier Halvarsson). Wieder vergaben die DBB-Damen gute Gelegenheiten, außerdem kassierte Bär ihr 4. Foul. Es drohte eine Vorentscheidung und Wagner rief sein Team zusammen (42:53, 26. Min.). Zu überhastet und unkonzentriert wurde jetzt in der deutschen Offensive agiert, während Schweden abgeklärter wirkte. Greunke schaffte das 46:53 (28. Min.), aber die Unparteiischen ließen in dieser Phase durch einige kuriose Entscheidungen (drei deutsche Offensivfouls in Folge) nicht mehr zu. Das DBB-Team kämpfte mit letztem Einsatz, es fehlte aber auch die notwendige Portion Glück. So musste man nach drei Vierteln von einer Niederlage ausgehen (46:57).

Die Zuschauer hofften noch einmal auf ein Aufbäumen der Deutschen und feuerten ihre Mannschaft unermüdlich an. Austmann und Greunke trafen auch zum 50:59 (32. Min.), aber Schweden blieb gegen die aufopferungsvoll kämpfenden DBB-Korbjägerinnen immer Herr der Lage und spielte die Partie souverän nach Hause. Beim 53:67 nach 34 Minuten war das Spiel entschieden, das DBB-Team konnte nicht mehr kontern. Der verdiente EM-Teilnehmer strafte damit in den vergangenen Wochen alle diejenigen Lügen, die Schweden als schwächstes Team der EM-Qualifikationsgruppe eingestuft hatten.

“Schweden hat heute gezeigt, warum es Erster in dieser starken Gruppe geworden ist. Wir haben zu schlecht von außen getroffen, um eine echte Siegchance zu haben. Trotzdem bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft, dass sie sich nie aufgegeben hat.”, lobte Bundestrainer Andreas Wagner seine Mannschaft nach dem Spiel.

Für Deutschland spielten:
Romy Bär (Challes les Eaux/Frankreich, 4), Anne Breitreiner (Villeneuve d´Ascq/Frankreich, 2), Dorothea Richter (Heli Donau Ries, 7), Pia Mankertz (BG ´89 Avides Hurricanes, 2), Sarah Austmann (evo NB Oberhausen, 17), Roli-Ann Haldin (Wolfenbüttel Wildcats, 2), Stephanie Wagner (Rhein Main Baskets, 2), Tina Menz (BC pharmaserv Marburg, 2), Svenja Greunke (Rhein Main Baskets / TV Langen, 5),  Katharina Fikiel (Wolfenbüttel Wildcats, 15) und Charmaine Callahan (Wolfenbüttel Wildcats, 4).

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