Linda Fröhlich überragend – Jetzt ist sogar das Viertelfinale noch drin28. September 2007

Der Jubel kannte keine Grenzen: Die deutschen Basketball-Damen haben die Riesensensation geschafft und den Titelverteidiger und Top-Favorit Tschechische Republik im ersten Zwischenrundenspiel bei der Europameisterschaft in Italien geschlagen. In Vasto gewann das Team von Bundestrainer Imre Szittya mit 54:47 (17:14, 8:12, 13:12, 16:9). Damit ist das Erreichen des Viertelfinales wieder möglich. Dazu muss in den verbleibenden zwei Partien gegen die Türkei (Sonntag, 30.9., 16.00 h) und gegen Lettland (Dienstag, 2.10., 21.00 h) mindestens ein weiterer Sieg her. Lettland gewann allerdings beeindruckend deutlich gegen Litauen mit 76:46 und wird ein ganz dicker Brocken.

Vor der Partie hatte Szittya angekündigt, dass man die Chance nutzen werde, für die beiden entscheidenden Spiele zu proben, da man gegen die Tschechinnen vermeintlich chancenlos sei. Natalie Gohrke begann für Alex Müller, die nach ihrem tollen Auftaktspiel gegen Rumänien in ein Leistungsloch gefallen war, in der 1. Fünf. Die DBB-Auswahl führte durch Linda Fröhlich (Foto rechts) und Martina Weber (Foto unten) sogar mit 3:0 (2. Min.), ehe die Tschechische Republik Ernst zu machen versuchte. Zwei Dreier vom tschechischen Superstar Eva Vitckova wurden von Weber beantwortet (5:7, 5. Min). Deutschland hielt bestens mit, kam durch Fröhlich zum Ausgleich (9:9, 7. Min.) und ging nach einem Dreier von Anne Breitreiner und weiteren Punkten von Fröhlich sogar in Führung (16:12, 9. Min.). Der Favorit zeigte sich “not amused” und antwortete mit einer Auszeit. Weitere Chancen boten sich den ING-DiB-Korbjägerinnen, die bis zum Viertelende vorne blieben (17:14).

Auch im 2. Spielabschnitt taten sich die Osteuropäerinnen schwer mit den frei aufspielenden DBB-Akteurinnen. Beide Teams brachten jetzt aber minutenlang kaum etwas Zählbares zustande, besonders Deutschland verursachte zu viele Ballverluste, die den Gegner wieder ins Spiel brachten (17:18, 14. Min.) und den Bundestrainer zu einer Auszeit veranlassten. Das Szittya-Team blieb mehr als fünf Minuten ohne Korberfolg, ehe Roli Ann Nikagbatse per Tip-in zum 19:20 vollstreckte. Auch Margret Skuballa kam früh zum Einsatz, die Tschechische Republik, die im Turnier ihre Partien bis dahin mit einer durchschnittlichen Differenz von 27 Punkten gewonnen hatte, weiter überhaupt nicht in Tritt. Wären der deutschen Mannschaft in den ersten 15 Minuten nicht schon 14 Ballverluste passiert, hätte die Führung höher als das 24:23 nach einem Skuballa-Dreier ausfallen können. Die tschechischen Wurfquoten vor dem Seitenwechsel bewegten sich in einer ingesamt eher duchschnittlichen Partie unterhalb von 30 Prozent, sodass der Außenseiter aus Deutschland sogar noch nach 20 Minuten ebenbürtig war (25:26).

In der Pause schienen in der tschechischen Kabine deutliche Worte gefallen zu sein, denn fast schon wütend kehrten die Tschechinnen zurück auf das Spielfeld. Das DBB-Team zeigte sich jedoch unbeeindruckt und glich durch die starke Fröhlich aus (29:29, 22. Min.). Doch die Deutschen blieben in den folgenden Minuten dem Produzieren von Ballverlusten ebenso treu wie der Gegner dem von Fehlwürfen. Nach 26 Minuten führte Deutschland durch Dreier von Dorothea Richter und Breitreiner weiterhin (35:33), eine Sensation kam langsam in den Bereich des Möglichen. Gegen die enttäuschenden Tschechinnen fand ein Dreier von Sarah Austmann den Weg ins Netz (38:37, 29. Min.), ein weiterer Versuch aus großer Distanz verfehlte sein Ziel knapp. Unentschieden ging es in die letzten zehn Minuten, 20 Ballverluste standen auf dem deutschen Scoutingbogen.

Auch sechs Minuten vor dem Ende war diese “Begegnung der vergebenen Chancen” dank des unbändigen Kampfgeistes der deutschen Mannschaft völlig offen, nachdem Fröhlich zum 43:43 getroffen hatte. Ebenso weitere zwei Minuten später beim Stand von 45:45. Gohrke traf dann zum 47:45, die Sensation war zum Greifen nah (37. Min.). 1´57 Minuten vor dem Ende machte die jetzt überragende Fröhlich das 49:45, der tschechische Coach versuchte mit einer Auszeit noch etwas zu retten. Martina Weber zeichnete für das 51:45 genau eine Minute vor Schluss verantwortlich, Richter 38 Sekunden später für das 53:47, die Entscheidung war gefallen. Wie schon oben erwähnt: der Jubel kannte keine Grenzen! 

“Das war ein geiler Sieg”, entfuhr es Team-Manager Jochen Buschke direkt nach Spielende, “wir haben den ganzen Tag über die David-Goliath-Geschichte beschworen, die dann wahr geworden ist. Die Mädels haben gerackert ohne Ende und richtig clever gespielt, der Sieg ist absolut verdient!”

Für Deutschland waren dabei:
Roli-Ann Nikagbatse (ohne Verein, 2), Anne Breitreiner (Lotos Gdynia/Polen, 10), Dorothea Richter (ohne Verein, 8), Margret Skuballa (BC Pharmaserv Marburg, 3), Sarah Austmann (evo NB Oberhausen, 3), Natalie Gohrke (BC Pharmaserv Marburg, 2), Corry Berger (TSV Wasserburg, dnp), Alexandra Müller (TSV Wasserburg), Katharina Kühn (TSV Wasserburg), Linda Fröhlich (Sacramento Monarchs/WNBA, 18), Martina Weber (New York Liberty/WNBA, 8), Petra Gläser (evo NB Oberhausen).

Statistiken und weitere Informationen unter www.fibaeurope.com 

Spieltermine
Sonntag, 30. September 2007, 16.00 h: Deutschland – Türkei
Dienstag, 2. Oktober 2007, 21.00 h: Deutschland – Lettland

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