Kein Befreiungsschlag für DBB-Damen23. August 2008

Erster Erfolg in der EM-Qualifikation verpasst: Niederlage in Saarlouis gegen Großbritannien

Leider kein Befreiungsschlag für die deutsche Damen-Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation: vor 600 Zuschauern in Saarlouis verpassten die Spielerinnen von Bundestrainer Imre Szittya gegen Großbritannien den ersten Erfolg. Deutschland unterlag mit 59:61 (12:18, 9:13, 23:16, 15:14). Damit behält die deutsche Mannschaft die “rote Laterne” in der Qualifikationsgruppe A.  Am kommenden Mittwoch geht es für das deutsche Team in Litauen weiter.

Die DBB-Auswahl musste zwei Handicaps verkraften. Zum einen hatte sich Dorothea Richter im Abschlusstraining den rechten Fuß verstaucht und spielte nur unter Schmerzen, zum anderen laborierte Katja Bavendam (Foto) an einem grippalen Effekt. Aber Anne Breitreiner bestimmte die Richtung mit ihrem erfolgreichen Dreier nach einer halben Minute. Dann agierten beide Teams sehr überhastet und Breitreiner kassierte ihr 2. Foul nach nur zwei Minuten. Geburtstagskind Alexandra Müller netzte zum 6:0 ein, die Partie blieb aber hektisch. Beim 6:4 nach vier Minuten rief Szittya sein Team zur Beruhigung zusammen. Die Britinnen waren jetzt im Spiel (6:11, 6. Min.), während sich bei Deutschland übergroße Nervosität breit machte. Kaum ein Pass fand sein Ziel, bis Lea Mersch per Fastbreak das fast schon erlösende 8:11 gelang. Das Team von der Insel hatte jetzt aber die Kontrolle über die Partie übernommen (10:18, 9. Min.). Szittya versuchte es mit verschiedensten Formationen.

Anfang des 2. Viertels schienen den deutschen Spielerinnen die Felle wegzuschwimmen, als Johannah Leedham und Rosalee Mason Großbritannien weiter nach vorne brachten (12:25, 13. Min.). Komplett verunsichert agierte die deutsche Mannschaft, als Breitreiner per Dreier das 15:25 machte, aber Leedham direkt wieder zum 15:28 konterte (14. Min.). Die vielen deutschen Ballgewinne in dieser Phase konnten kaum in Punkte umgemünzt werden, weil einfach zu hektisch agiert wurde. Dennoch gab es zum Seitenwechsel noch Hoffnung (21:31). 

Sieben unbeantwortete Punkte von Anne Breitreiner zum Auftakt des 3. Viertels bestätigten diese Hoffnung (28:31, 23. Min.). Die Halle stand Kopf, Großbritanniens Trainer Mark Clark nahm sofort eine Auszeit. Doch Sarah Austmann traf per Dreier zum Ausgleich, die Britinnen wirkten geschockt. Georgia Jones und Leedham aber brachten ihr Team wieder auf Kurs (31:36, 25. Min.), und Stephanie Collins versenkte einen für Deutschland schmerzhaften Dreier (31:39), der gute Start ins 3. Viertel war dahin. Deutschland biss sich förmlich in das Spiel hinein und gab keinen Zentimeter nach. Breitreiner zeigte ihre Form aus dem Israel-Spiel und war kaum zu stoppen (37:41, 27. Min.). Immer körperbetonter ging es jetzt zu, die Schiedsrichter fanden keine einheitliche Linie und entschieden mal so und mal so. Alex Müller setzte eine Minute vor dem Ende des 3. Viertels einen umjubelten Dreier zum 44:45 in den Korb, aber nach 30 Minuten behauptete Großbritannien einen Vorsprung (44:47).

Die ersten Punkte im Schlussabschnitt erzielte Leedham für Großbritannien von der Freiwurflinie zum 44:49 (33. Min.). Die ING-DiBa-Korbjägerinnen in Person von Müller schlugen per Dreier zurück. Es hatte sich längst eine zwar hektische, aber auch rasante und spannende Begegnung entwickelt, der man die immense Bedeutung anmerkte. Wieder hatte das Insel-Team eine Antwort parat (47:54, 35. Min.), so langsam wurde die Zeit knapp für die verzweifelt kämpfenden deutschen Damen. Die mit vier Fouls spielende Breitreiner machte erneut per Dreier Hoffung (52:54, 37. Min.), Richter ebenfalls aus der Distanz beim 55:56 kurz später. Die erste deutsche Führung seit der Anfangsphase erzielte Lisa Koop zum 57:56 zweieinhalb Minuten vor dem Ende. Der Hallensprecher in Saarlouis überschlug sich fast vor Begeisterung. Es reihte sich Fehlwurf an Fehlwurf auf beiden Seiten, ehe Megan Moody 29 Sekunden vor dem Ende zum Ensetzen der Zuschauer zum 57:59 traf. Zwar konnte Koop sechs Sekunden vor Schluss noch ausgleichen, doch mit der Schlusssirene brachte Leedham ihrer Mannschaft den Sieg.

Für Deutschland spielten: 
Lea Mersch (evo NB Oberhausen, 4), Sarah Austmann (evo NB Oberhausen, 5), Katja Bavendam (Botas Spor/Türkei), Anne Breitreiner (KSSSE AZS PWSZ Gorzow/Polen, 24), Annika Danckert (BBV Leipzig), Magdalena von Geyr (TSV Wasserburg), Cornelia Janzon (BBV Leipzig), Alexandra Müller (BG WWK Donau-Ries, 11), Lisa Koop (BC Pharmaserv Marburg, 6), Sabine Loewe (Basket Club Bolzano/Italien), Margret Skuballa (BC Pharmaserv Marburg, 4) und Dorothea Richter (ohne Verein, 5).

Weitere Informationen zur EM-Qualifikation finden Sie auf der Turnier-Homepage

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